Alternate Text

Light macht dick

Samstag 10 Juni 2017
News detail image
Eine neue Studie bestätigt, dass der momentan besonders stark im Trend liegende Süßstoff Sucralose dem Stoffwechsel schadet. Je mehr Sucralose in den Körper gelangt, desto mehr Fett wird gespeichert. Und dieser Effekt ist besonders ausgeprägt bei Menschen, die bereits übergewichtig  sind.

Viele glauben, die Verwendung von Süßstoffen anstelle von Zucker sei ein „bewussterer“ Umgang mit der Gesundheit. Allerdings liegen immer mehr Beweise dafür vor, dass dies einen negativen Einfluss auf den Stoffwechsel hat. Das wurde nun von Forschern der George Washington University (USA) erneut bestätigt.

 

Sucralose und Stammzellen

Die Forscher untersuchten die Stoffwechselauswirkungen von Sucralose, einem zurzeit viel verwendeten künstlichen Süßstoff, der 500-mal süßer als Zucker ist, aber keine Kalorien enthält. Der Süßstoff wird unter anderem in Vitamin-Kautabletten, Kaugummi und Light-Erfrischungsgetränken verwendet.

Stammzellen wurden auf ein fetthaltiges Substrat in Petrischalen gegeben. Zunächst waren die Stammzellen noch nicht darauf festgelegt, ob sie sich zum Beispiel zu Fett-, Muskel-, Knorpel- oder Knochenzellen entwickeln würden. Dann wurde zur Hälfte der Petrischalen Sucralose in verschiedenen Dosierungen hinzugegeben.

 

Vier Dosen Erfrischungsgetränke pro Tag

Zwölf Tage später wurde die Genexpression in den Stammzellen erneut untersucht. Es zeigte sich, dass in den Petrischalen mit Sucralose mehr Marker für Fettbildung und Entzündungen entstanden waren. Der Effekt war besonders ausgeprägt ab einer Dosis von 0,2 Millimol Sucralose, was einer Blutkonzentration bei Menschen entspricht, die vier Dosen Erfrischungsgetränke pro Tag zu sich nehmen.

Anschließend führten die Forscher ein weiteres Experiment durch. Sie entnahmen Biopsate des Bauchfettes von acht Teilnehmern, die häufig alkoholfreie Getränken mit künstlichen Süßstoffen zu sich nahmen, und von Teilnehmern, bei denen dies nicht der Fall war. Vier Teilnehmer aus der Gruppe der Süßstoffkonsumenten waren übergewichtig  und vier zeigten ein normales Gewicht.

 

Überexpression von fettbildenden Genen

Die Zellen der Teilnehmer, die Sucralose zu sich nahmen, resorbierten mehr Glucose als die Zellen der Teilnehmer, die keine Sucralose konsumierten. Bei Süßstoffkonsumenten wurde außerdem eine Überexpression von fettbildenden Genen beobachtet. Interessant ist, dass in diesen Fettzellen auch eine Überexpression von Geschmacksrezeptoren gefunden wurde.

Geschmacksrezeptoren vermuten wir normalerweise nur im Mund. Sie scheinen jedoch überall im Körper vorzukommen, auch im Darm, im Gehirn und in den Fettzellen. Dort tragen sie zur Erkennung von Glucosemolekülen und deren Speicherung bei. Die Fettzellen der Konsumenten künstlicher Süßstoffe enthielten etwa 2,5-mal so viele Geschmacksrezeptoren als die Fettzellen von Teilnehmern, die niemals Süßstoffe zu sich genommen hatten.

 

Fazit

Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Sucralose den Stoffwechsel dereguliert und dass infolgedessen im Körper mehr Fett gebildet wird.

Die Forscher: „Aufgrund unserer Studie sind wir davon überzeugt, dass Süßstoffe die Fettbildung stimulieren, indem die Rezeptoren mehr Glucose in den Zellen zulassen. Hierdurch nimmt die Entzündungslast zu, was bei übergewichtigen Menschen umso schädlichere Folgen hat.“

 

Literatur

Nabanita Kundu, Low Calorie Sweeteners Alter Glucose Uptake and Promote Adipogenesis in Human Fat Biopsy-Derived Mesenchymal Stromal Cells (MSCs) in-Vitro and in Subjects’ Subcutaneous Fat, Endocrine society ENDO 2017, OR27-6, April 03, 2017

Bonusan verwendet Cookies um die Webseite zu verbessern und Ihnen eine bessere Dienstleistung anbieten zu können. Möchten Sie wissen, welche Cookies wir gebrauchen? Lesen Sie hier mehr.

Internetbureau W3S