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Mehr Bewegung ist nicht immer besser für die schlanke Linie

Freitag 19 Mai 2017
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Wenn man sich mehr bewegt, wird man nicht immer auch mehr Kilos los. Warum ist das so? Eine Studie in Current Biology zeigt, dass sich der Körper anpasst und mit weniger Kalorien mehr leistet.

 

Menschen, die Sport treiben, um Gewicht zu verlieren, müssen oft feststellen, dass das Abnehmen nach ein paar Monaten immer langsamer geht. Es kann sogar sein, dass man im Laufe der Zeit wieder etwas zunimmt. Schon früher hatte eine vergleichende Studie gezeigt, dass Menschen mit einem sehr aktiven Lebensstil täglich eine ähnliche Anzahl von Kalorien verbrennen, wie Menschen, die sich weniger oft bewegen. Dies wurde in der vorliegenden Studie genauer untersucht.

 

Wer sich mäßig bewegt, profitiert am meisten

Die Forscher untersuchten eine Woche lang den täglichen Energieverbrauch und die Bewegungsaktivität von mehr als 300 Männern und Frauen. Es zeigte sich, dass körperliche Aktivität eine geringe, aber messbare Wirkung auf den täglichen Energieverbrauch ausübt. Besonders profitierte davon die Gruppe, die sich nur wenig bewegte. Auch diejenigen, die sich im Allgemeinen nur mäßig bewegen, verbrannten mehr Kalorien, wenn sie sich mehr bewegten (etwa 200 Kalorien). Aber wenn man mehr als moderat aktiv war, blieb der Energieverbrauch dennoch gleich.

„Die besonders aktiven Menschen verbrauchen die gleiche Menge Energie wie die moderat Aktiven“, erklären die Forscher. Sie raten daher dringend dazu, sich von der Annahme zu verabschieden, dass mehr in jedem Fall besser ist. Vielmehr geht es darum, die richtige Balance zu finden: Zu wenig Bewegung ist ungesund, aber zu viel davon hilft uns auch nicht, ein gesundes Gewicht zu halten.

„Es liegen mehr als genügend Beweise dafür vor, dass Bewegung wichtig ist, um Körper und Geist gesund zu erhalten, daran ändert auch diese Studie nichts. Neu ist jedoch die Erkenntnis, dass wir uns noch viel stärker auf die Ernährung konzentrieren müssen, vor allem, wenn es um Gewichtskontrolle und die Vorbeugung und Umkehrung von ungesunder Gewichtszunahme geht.“

 

Mehr mit weniger: Wie ist das möglich?

Nun wollen die Forscher untersuchen, wie der Körper auf Veränderungen der Bewegungsaktivität reagiert. Dabei wollen sie besonderes Gewicht auf die Wirkung hoher Bewegungsaktivität auf die Immunfunktion und das Fortpflanzungssystem legen. Vielleicht wird diesen Systemen Energie entzogen, um die Bewegungszunahme zu ermöglichen. „Mehr mit weniger“ fordert wahrscheinlich einen metabolischen Preis. Alles dreht sich um die Energie!

 

Literatur

Herman Pontzer, Ramon Durazo-Arvizu, Lara R. Dugas, Jacob Plange-Rhule, Pascal Bovet, Terrence E. Forrester, Estelle V. Lambert, Richard S. Cooper, Dale A. Schoeller, Amy Luke. Constrained Total Energy Expenditure and Metabolic Adaptation to Physical Activity in Adult Humans. Current Biology, 28 January 2016

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