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Befristete Arbeitsverträge erhöhen Burnout-Risiko

Montag 05 Februar 2018

 

Immer mehr Arbeitnehmer sind auf Zeit beschäftigt. Eine attraktive Möglichkeit für Arbeitgeber, Personalkosten einzusparen. Aus gesundheitlicher Sicht ist dies jedoch keine gute Entwicklung: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass befristete Verträge das Burnout-Risiko erhöhen.

 

Den einen Job fürs ganze Leben gibt es schon lange nicht mehr. Immer mehr Menschen wechseln in ihrem Arbeitsleben mehrmals den Arbeitsplatz und landen immer häufiger bei befristeten Arbeitsverträgen. Ob dies eine gesunde Entwicklung ist, steht zu bezweifeln: Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass befristete Arbeitsverträge zur Entstehung von Burnout beitragen können.

 

Studie von Nyenrode und Intermediair

Die niederländische Wirtschaftsuniversität Nyenrode und die niederländische Akademikerstellenbörse Intermediair hatten im vergangenen Jahr 72.000 Arbeitnehmer gebeten, einen Fragebogen ausfüllen. Das Besondere an der Umfrage ist, dass die Arbeitnehmer nicht nur angeben sollten, ob sie schon einmal unter Burnout-Symptomen gelitten hatten, sondern auch, ob das Burnout tatsächlich vom Betriebs- oder Hausarzt diagnostiziert wurde.

Hierbei zeigte sich, dass Burnout ein zunehmendes Problem darstellt. 15 Prozent der Arbeitnehmerinnen gaben an, schon einmal unter Burnout gelitten zu haben oder aktuell davon betroffen zu sein, bei den Arbeitnehmern waren dies immerhin 9 Prozent. 2 Jahre zuvor hatten diese Zahlen noch erheblich niedriger gelegen, nämlich bei 9,4 bzw. 6 Prozent. In 8 Prozent der Fälle wurde die Diagnose übrigens nicht vom Hausarzt gestellt, sondern hatten die Arbeitnehmer nur subjektiv das Gefühl, unter Burnout zu leiden.

Frauen beklagen sich häufiger über Burnout, vermutlich, weil sie neben dem Arbeitsstress zusätzlich durch Erziehung, Pflege von Angehörigen und Hausarbeit belastet sind. Außerdem arbeiten sie häufig in emotional besonders belastenden Berufen. Vielleicht spielt dabei auch eine Rolle, dass sich Frauen weniger dafür schämen, offen über ihre Probleme zu sprechen. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass die Diagnosen „Burnout“ und „Depression“ häufig dicht beieinander liegen. Dies könnte aufgrund der Tabuisierung von Depressionen die Diagnose von Burnout in gewissem Umfang nach oben treiben. In der Praxis können jedoch beide Situationen bis zur Arbeitsunfähigkeit führen.

 

Risikofaktoren

Befristete Arbeitsverträge tragen zu einem erhöhten Burnout-Risiko bei. Sie machen die Beschäftigung unsicher und führen dazu, dass sich Arbeitnehmer aus Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, seltener krankmelden. Beides sind Risikofaktoren für Burnout. Weitere mögliche Ursachen liegen in zu hohem Arbeits- und Erfolgsdruck und nicht-adaptiven Arbeitsmentalitäten. Vor allem jüngeren Arbeitnehmer starten mit sehr hohen Erwartungen am Arbeitsmarkt, die nicht immer realisierbar sind. Auch nicht-adaptiver (übertriebener) Perfektionismus kann zum Risikofaktor werden.

Lesen Sie hier, wie Sie Burnout bei Ihren Klienten erkennen und was Sie dagegen tun können

 

Quellen

https://www.volkskrant.nl/wetenschap/aantal-burn-outs-schrikbarend-gestegen-en-dat-komt-deels-door-de-wildgroei-van-tijdelijke-contracten~a4537868/.

https://www.nrc.nl/nieuws/2017/02/09/ons-alarmsysteem-gaat-te-vaak-af-6619980-a1545503

https://www.ggzgroep.nl/klachten/burn-out

Kraft, U. (2006, July). Burned Out. Scientific American Mind, 17(3), 29–33.

 

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