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Bislang größte Interventionsstudie zur Wirkung von Obst und Gemüse

Mittwoch 24 Januar 2018
Durch den Verzehr von mehr Obst und Gemüse kann sich die Stimmung in zwei Wochen verbessern. Dies zeigt die bislang größte derartige Interventionsstudie an 171 jungen Erwachsenen.

Die Beweise werden immer überzeugender: Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, zeigen eine bessere psychische Gesundheit. Gute Ernährung scheint mit weniger Depressionen und Angst zu korrelieren, mit einer größeren Zufriedenheit mit dem Leben verbunden zu sein und insgesamt glücklicher zu machen. Aber reichen Ernährungsempfehlungen allein schon aus, um diese Veränderung auch bei Ihren Klienten zu bewirken?

 

Größte Studie ihrer Art

Die Erforschung der Wirkung von Obst und Gemüse auf die Gesundheit erfolgt im Allgemeinen eher beobachtend und epidemiologisch. Interventionsstudien sind noch selten, werden aber benötigt, um einen kausalen Zusammenhang nachzuweisen. Die Studie „Let them eat fruit!“ liefert dazu einen bedeutenden Beitrag.

Zu Beginn der zweiwöchigen Studie verzehrten alle 171 Teilnehmer insgesamt weniger als drei Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Dann wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt: eine Gruppe, die zweimal täglich über eine App Ernährungsempfehlungen erhielt, und eine zweite Gruppe, der zweimal täglich frisches Obst und Gemüse an die Haustür geliefert wurde.

Über Selbstberichte wurden vor und nach der Untersuchung die Symptome von Depression und Angst abgefragt. Auch Stimmung, Vitalität und Schwung („Flourishing“) wurden erfasst. Letzteres ist ein Indiz für eine allgemein gute geistige Gesundheit. Menschen mit „Flourishing“ empfinden ihr Leben als sinnvoll und erfüllt, sind kreativer und dem Leben positiver zugewandt.

 

Obst und Gemüse verleihen Schwung

Während der Studie nahm der Verzehr von Obst und Gemüse zu. Außerdem wurde mehr Vitamin C im Plasma gemessen. Nur diejenigen Teilnehmer, denen das Obst und Gemüse angeliefert wurde, zeigten signifikante Verbesserungen im Bereich von Vitalität, Motivation und Lebensschwung. Allerdings wurden in keiner der beiden Gruppen Verbesserungen im Bereich von depressiven Symptomen, Angst oder Stimmungsstörungen festgestellt.

„Wir ziehen den Schluss, dass das Anbieten von qualitativ hochwertigem Obst und Gemüse bei jungen Erwachsenen innerhalb sehr kurzer Zeit zu einer signifikanten Verbesserung des Wohlbefindens führt“, erklärten die Forscher.

Die Forscher sind der Ansicht, dass zwei Wochen gesunder Ernährung zu kurz sind, um einen Einfluss auf Depression und Angst zu erzielen. Diese Resultate zeigten sich jedoch eindeutig in der längerfristigen SMILES-Studie.2 Daher: Je länger eine gesunde Ernährung beibehalten wird, desto stärker wirkt sie sich auf die psychische Gesundheit aus.

 

Empfehlungen alleine reicht nicht aus

Die Forscher: „Unsere Studie zeigt, dass Ernährungsempfehlungen alleine den jungen Erwachsenen nicht helfen, die Vorteile von Obst und Gemüse wahrzunehmen.“

Natürlich sollte man dennoch nicht damit aufhören, den Menschen zum Verzehr von mehr Obst und Gemüse zu raten. Aber noch effektiver wäre es, wenn Sie Ihre Klienten davon überzeugen könnten, ein Obst- und/oder Gemüsepaket zu abonnieren oder auf andere Weise für einen größeren Vorrat zu sorgen. Dies fördert eine gesündere Ernährung und schon nach zwei Wochen fühlt man sich ein ganzes Stück besser.

 

Literatur

  1. Firth J, Stubbs B, Sarris J, Rosenbaum S, Teasdale S, Berk M, Yung AR, The effects of vitamin and mineral supplementation on symptoms of schizophrenia: a systematic review and meta-analysis, Psychol Med. 2017 Feb 16:1-13.
  2. Jacka et al., A randomised controlled trial of dietary improvement for adults with major depression (the SMILES trial), BMC Medicine (2017) 15:23.

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