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Ernährung vor Empfängnis beeinflusst Gesundheit des Kindes

Sonntag 27 Mai 2018
Eine in The Lancet veröffentlichte Übersichtsstudie zeigt, dass die Ernährung beider Elternteile vor der Empfängnis weitreichende Folgen für das Wachstum, die Entwicklung und die Gesundheit des Kindes haben kann. Außerdem beeinflusst sie das Risiko für chronische Erkrankungen.

Frauen mit Schwangerschaftswunsch wird empfohlen, Folsäure einzunehmen, mit dem Rauchen aufzuhören und keinen Alkohol zu trinken. Dies allein scheint jedoch nicht auszureichen, um potenzielle nachteilige Einflüsse auf die Gesundheit der Nachkommen zu verhindern; auch andere Ernährungsgewohnheiten und Übergewicht scheinen hierbei eine Rolle zu spielen, sowohl bei der Frau als auch beim Mann.

 

Kürzlich untersucht

In The Lancet ist unlängst eine neue Studie erschienen, die mit früherer Literatur kombiniert wurde. Diese Übersichtsstudie zeigt, dass die Vorkonzeptionsphase eine kritische Phase ist, in der die Ernährung und das Gewicht beider Elternteile weitreichende Folgen für das Wachstum, die Entwicklung und die Gesundheit ihres Kindes haben können. Sie können sogar das Risiko von chronischen Krankheiten bei Kindern beeinflussen.

Adipositas bei einem oder beiden Elternteilen korreliert mit dem Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Immunerkrankungen und Diabetes bei ihren Nachkommen. Adipositas der Mutter kann Entzündungen verstärken und den Hormonspiegel erhöhen, woraus sich eine direkte Beeinflussung der Entwicklung der Eizelle und des Embryos ergeben kann. Dies erhöht das Risiko für chronische Krankheiten im späteren Leben.
Bei Männern führt Adipositas zu Spermiendefekten, die mit ähnlichen Erkrankungen assoziiert sind. Jedoch kann auch eine Mangelernährung der Mutter zu Entwicklungsstörungen bei ihren Kindern führen.

Leider ist die Kenntnis dieser Fakten noch längst nicht überall verbreitet, obwohl sich die Folgen über mehrere Generationen hinweg auswirken können. Zwei neue Studien an britischen und australischen Frauen zwischen 18 und 42 Jahren haben gezeigt, dass Frauen hinsichtlich ihres Ernährungswissens häufig nur unzureichend auf eine Schwangerschaft vorbereitet sind. Falsche Ernährung und Adipositas sind bei Frauen im gebärfähigen Alter weit verbreitet. Die Unterschiede zwischen einkommensstarken und einkommensschwachen Ländern haben sich hingegen verringert. Vor allem Jugendliche zeigen oft Ernährungsgewohnheiten, die drastisch von den Empfehlungen abweichen. So lag die Eisen- und Folsäureaufnahme bei etwa 96 % der Frauen unter den empfohlenen Werten.

 

Epigenetische Programmierung

Bereits früher war gezeigt worden, dass Umwelteinflüsse im frühen Leben einen Einfluss auf die epigenetische Programmierung bei chronisch-pathologischen Erkrankungen ausüben. Falsche Ernährung, Umweltverschmutzung und psychische und soziale Gegebenheiten stellen sämtlich Umwelteinflüsse dar, die sich bis ins hohe Alter bemerkbar machen.

Doch bereits in der Gebärmutter kann der Fötus durch die Mutter durch Unterernährung, Überernährung, Schwangerschaftsdiabetes und Aufholwachstum ungünstig programmiert werden. Dies scheint zu einer transgenerationalen, lebenslang erhöhten Anfälligkeit für Adipositas, Typ-2-Diabetes, Nierenerkrankungen und Herzprobleme zu führen.

Auch liegen immer mehr Beweise dafür vor, dass Spermazellen in spezifischen Entwicklungsmomenten anfällig gegenüber Umgebungseinflüssen und epigenetischen Fehlprogrammierungen sind, die ihrerseits von Ernährung, Bewegung und sozialen Faktoren beeinflusst werden. Hier zeigt sich, dass auch die Gesundheit des Vaters einen Einfluss auf die Nachkommen hat.

 

Fazit

Die derzeitige Konzentration auf Risikofaktoren wie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum bleibt wichtig. Aber auch die Auswirkungen des Lebensstils vor der Empfängnis auf die lebenslange Gesundheit des Kindes wurden überzeugend belegt. Bereits mit einer Mikronährstoffergänzung während der Schwangerschaft können wichtige Nährstoffdefizite bei der Mutter behoben werden, aber das alleine reicht nicht aus, die Gesundheit des Kindes grundlegend zu verbessern.

Neue Richtlinien sind notwendig, um beide Elternteile auf die Schwangerschaft vorzubereiten. Und es ist wichtig, hiermit bereits vor der Zeugung zu beginnen. Schulen sollten beispielsweise die Aufgabe übernehmen, junge Erwachsene auf die künftige Elternschaft vorzubereiten, auch in ernährungswissenschaftlicher Hinsicht. Dabei sollten wir auch immer daran denken, dass ein gesunder Lebensstil natürlich auch für die Jugendlichen selbst von lebenswichtigem Nutzen ist.

 

Literatur

https://medicalxpress.com/news/2018-04-parental-diet-conception-affects-child.html

https://www.bonusan.com/nl/nieuws/5-onderzoeken-naar-epigenetica/

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