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Ernährungsweise hat großen Einfluss auf Darmflora und Fettstruktur

Mittwoch 04 Juli 2018
Nicht so sehr erbliche Faktoren, sondern vor allem die Ernährung, die die Verdauungsprozesse im Darm beeinflusst, führt dazu, dass sich um die Taille herum Fett ansammelt, zeigt eine Studie unter 500 Zwillingen.

In einer großangelegten Studie haben Wissenschaftler des King’s College London die fäkalen Metaboliten (Moleküle, die von Mikroben im Stuhl gebildet werden) von 500 Zwillingen untersucht. Durch Analyse von Stuhlproben war es den Wissenschaftlern möglich, Biomarker zu identifizieren, die für die Ansammlung von innerem Fett im Bereich um die Taille verantwortlich sind. Die Studie wurde in Nature Genetics veröffentlicht. [1]

 

Besseres Verständnis der Entstehung von Adipositas

Es ist allgemein bekannt, dass viszerales Fett stark mit der Entwicklung von Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen assoziiert ist. Da die Forscher nun verstehen, warum Fäkalmetaboliten bei einigen, aber nicht bei allen Zwillingen zu Bauchfett führen, erhoffen sie sich auch ein besseres Verständnis der Entstehung von Adipositas.

In ihrer Studie entdeckten sie, dass weniger als ein Fünftel (17,9 Prozent) der Verdauungsprozesse auf Erbfaktoren zurückzuführen sind, während 67,7 Prozent von Umweltfaktoren und vor allem vom Essverhalten beeinflusst werden. Eine Ernährungsumstellung hat daher große Auswirkungen auf die mikrobiellen Wechselwirkungen im Darm und die Fettverteilung.

 

Nahrung als Medizin

Nach Ansicht der Forscher kann dieses Wissen genutzt werden, um Nahrung als Medizin zu nutzen und personalisierte Therapien gegen Adipositas und andere chronische Krankheiten zu entwickeln. Ein Forscher: „Wir können weder unsere Gene noch unser angeborenes Risiko, um die Taille herum Fett zu entwickeln, verändern, aber im Bereich unserer Darmmikroben können wir etwas tun.“ [2]

Diese Studie führte auch zur Erstellung der ersten umfassenden Datenbank, die einen Überblick darüber ermöglicht, welche Darmmikroben mit welchen Metaboliten assoziiert sind. Dies kann auch anderen Forschern dabei helfen, zu verstehen, wie sich unsere Darmbakterien auf die Gesundheit auswirken.

 

Ballaststoffreiche Nahrung

Das wichtigste Resultat dieser Studie ist in jedem Fall, dass ballaststoffreiche Nahrung einen positiven Beitrag zur Qualität des Darmmikrobioms leistet. Dies gilt natürlich ebenso für eine Ernährung, die reich an nützlichen Fettsäuren ist, und einen Lebensstil mit ausreichender Bewegung. So lässt sich eine wichtige präventive Wirkung auf Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen erreichen.

 

Literatur

[1] Jonas Zierer et al, The fecal metabolome as a functional readout of the gut microbiome, Nature Genetics (2018). DOI: 10.1038/s41588-018-0135-7

Journal reference: Nature Genetics 

[2] https://medicalxpress.com/news/2018-05-gut-fat-build-up-waist.html

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