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Fettsäuren: Warum und in welcher Form?

Dienstag 31 März 2020

Fette sind ein wichtiger Bestandteil gesunder Ernährung, sie liefern unserem Körper Energie und wertvolle Bausteine für den Stoffwechsel. So sind Fettsäuren beispielsweise unentbehrliche Bestandteile zahlreicher Hormone, der Zellmembranen und der Kommunikationssysteme unseres Körpers. Welche Fettsäuren sind die wichtigsten? Und worauf sollte man bei der Auswahl von Supplementen achten?

Warum Fettsäuren?

Damit unser Körper optimal funktionieren kann, werden verschiedene Arten von Fettsäuren benötigt. Dabei unterscheiden wir zwischen essenziellen und nicht essenziellen Fettsäuren. Essenziell sind diejenigen Fettsäuren, die unser Körper nicht selbst bilden kann und die wir daher mit der Nahrung aufnehmen müssen. Nicht essenzielle Fettsäuren können hingegen von Körper selbst produziert werden.

Bei den essenziellen Fettsäuren muss zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren unterschieden werden. Die essenzielle Omega-6-Fettsäure Linolsäure (LA) kommt am häufigsten in unserer westlichen Ernährung vor und ist unter anderem in pflanzlichen Fetten und Ölen sowie in Fleisch zu finden. Die essenzielle Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA) ist unter anderem in Lein-, Walnuss- und Rapsöl enthalten. Aus LA kann unser Körper Gamma-Linolensäure (GLA) und Arachidonsäure (AA) bilden. Aus ALA kann er Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) synthetisieren. Von Natur aus kommen EPA und DHA in Meeresfrüchten wie Krill oder Algen und fettreichem Fisch vor. Im Idealfall sollte das Verhältnis der in unserer Nahrung enthaltenen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren etwa zwischen 1:1 und 1:5 liegen: Dann ist die Wirkung dieser Fettsäuren optimal. Unsere heutigen Ernährungsgewohnheiten führen jedoch dazu, dass sich dieses Verhältnis viel zu häufig auf Werte zwischen 1:15 und 1:20 oder sogar zu noch ungünstigeren Werten hin verschiebt. Um ein besseres Gleichgewicht zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren herzustellen, kann es sinnvoll sein, täglich Omega-3-Fettsäuren zu ergänzen.

Metabolismus essenzieller Fettsäuren

Die meisten essenziellen Fettsäuren sind im Körper nicht von selbst aktiv, sondern müssen zuvor von Enzymen in Metaboliten umgewandelt werden, aus denen dann zum Beispiel Hormone, Immunsubstanzen und Moleküle gebildet werden können, die bei der Regulierung des Cholesterins eine Rolle spielen. Für die Umwandlung von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren werden jeweils die gleichen Enzyme verwendet, insbesondere Delta-6-Desaturase und Elongase, sodass die Fettsäuren um diese Enzyme konkurrieren. Eine erhöhte Zufuhr von Omega-6-Fettsäuren führt dazu, dass zu deren Umwandlung ca. 95-99,5 % der verfügbaren Enzyme verbraucht werden – auf Kosten der Umwandlung von Omega-3-Fettsäuren. Zudem werden Fettsäuren auch nicht in gleichem Maße in ihre Metaboliten umgesetzt. Je weiter hinten eine Fettsäure in der Umwandlungskette steht, desto weniger Metaboliten werden daraus gebildet. Um diesen schwierigen Umwandlungsprozess zumindest teilweise zu umgehen, können wir statt ALA oder LA auch Fettsäuren aufnehmen, die weiter am Anfang in der Umwandlungskette stehen, nämlich die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA und die Omega-6-Fettsäure GLA. Aus fettreichem Fisch, Krill oder Algen können wir EPA- und DHA-Fettsäuren direkt aufnehmen und aus pflanzlichen Samenölen wie Nachtkerzenöl, Borretschöl, schwarzem Johannisbeeröl und Hanfsamenöl erhalten wir GLA. Übrigens kann die Omega-3-Fettsäure DHA in unserem Körper je nach Bedarf in die weniger komplexe EPA umgewandelt werden.

Gesundheitsbezogene Angaben zu Fettsäuren

Eine tägliche Einnahme von 250 mg EPA und DHA ist gut für das Herz. Bei einer täglichen Einnahme von 250 mg DHA trägt dieses zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion und zur Erhaltung normaler Sehkraft bei.

Welche Form

Im Handel ist ein breites Angebot der verschiedensten Arten und Formen von Fettsäuren verfügbar. Worauf sollten Sie dabei achten? Es gibt eine Reihe von Kriterien, die bei Fettsäuren wichtig sind:

  • Form, in der die Fettsäuren angeboten werden: EPA und DHA kommen von Natur aus in ihrer Triglyceridform in Fisch und Algen vor und in ihrer Phospholipidform in Krill. Die Ethylesterform, die bei Fettsäurensupplementen häufig verwendet wird, kommt in der Natur nicht vor und kann die Resorption in den Körper beeinträchtigen. Mehr Infos zu den Unterschieden zwischen Triglyceriden und Ethylestern...
  • Frische des Produkts: Wichtig ist, dass das Produkt einen niedrigen Totox-Ausgangswert aufweist. Mehr Infos zu Totox. Durch das Hinzufügen einer Mischung aus natürlichen Tocopherolen (Vitamin E) bleiben die Fettsäuren stabil und Oxidation wird verhindert. Je frischer das Öl ist, desto heller ist seine Farbe und desto geringer ist sein Geruch. Außerdem führt frisches Öl nicht zu lästigem Aufstoßen.
  • Nachhaltigkeit: Fettsäurenprodukte mit MSC-Siegel werden nachhaltig produziert. Der verwendete Fisch stammt aus Fischfang, der von unabhängigen Gutachtern nach den Richtlinien des MSC als beispielhaft und nachhaltig zertifiziert wurde. So können Sie sicher sein, dass der gesamte Prozess – vom Fang bis zum Nahrungsergänzungsmittel – garantiert umweltschonend erfolgt.

Diese allgemeinen Merkmale gelten für alle Fettsäurenprodukte. Aber welche Form von Fettsäuren ist für Sie und Ihre Klienten am besten geeignet?

Fischöl, Krillöl oder Algenöl?

Fischöl

Fischöl eignet sich am besten als Basissupplementierung für alle, die gerne Fisch essen. Fischöl enthält gesunde Fette zur Ergänzung des täglichen Bedarfs an Omega-3-Fettsäuren. Fischöl enthält Omega-3-Fettsäuren in ihrer natürlichen Triglyceridform und ermöglicht daher eine optimale Aufnahme. Ein gutes Basis-Fischölsupplement enthält Fischöl im Verhältnis 33:22 (EPA:DHA). Darüber hinaus gibt es Supplemente mit einem höheren Gehalt an EPA oder DHA, um den täglichen Bedarf an spezifischen Fettsäuren besonders zuverlässig zu ergänzen. Unser Angebot finden Sie hier. 

Krillöl

Neben Fischöl können Sie auch Krillöl verwenden. Da Krill fast ganz am Beginn der Nahrungskette steht, ist er von Natur aus arm an Schwermetallen, PCB und anderen Verunreinigungen. Dies verringert die Anzahl der Verarbeitungsschritte, die zur Reinigung des Öls durchgeführt werden müssen. Krillöl enthält in reichem Maße die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die im Krill in ihrer Phospholipidform enthalten sind. Obwohl Krillöl im Vergleich zu Fischöl weniger EPA und DHA enthält, sorgt die spezielle Phospholipidstruktur der Krillfettsäuren dafür, dass diese sechsmal besser aufgenommen werden. Daher ist gerade Krillöl hervorragend dazu geeignet, die tägliche Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren leicht und schnell zu erhöhen. Link zum Produkt. 

Algenöl

Für Vegetarier, Veganer oder Menschen, die keinen Fisch mögen, gibt es Öl, das aus Algen gewonnen wird. Algen sind eine rein pflanzliche Quelle der Omega-3-Fettsäure DHA. Algenöl ist rein pflanzlich und besonders umweltfreundlich und nachhaltig, da bei der Erzeugung von Algenöl nur wenig CO2-entsteht. Link zum Produkt. 

Spezialprodukte

Neben Produkten zur reinen Basisergänzung essenzieller Fettsäuren gibt es weitere Produkte, die das Beste der Fettsäuren mit synergetisch wirkenden anderen Nährstoffen kombinieren. So erhalten Sie bei uns zum Beispiel SynOmega-3, eine synergetische Kombination aus DHA, Cholin und Vitamin D in Emulsionsform zur einfachen Verabreichung und verbesserten Resorption, und PrimOmega, das neben Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl auch die pflanzliche Fettsäure Omega-6-GLA enthält und damit die gesamte Fettsäurenpalette abdeckt.

 

Literatur

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