Alternate Text

FODMAP-Diät unter der Lupe

Freitag 07 Dezember 2018

Die FODMAP-Diät wurde speziell für Menschen entwickelt, die am Reizdarmsyndrom (RDS) leiden. Etwa 75 % der Betroffenen berichten über einen Rückgang der Beschwerden, wenn sie dieser Diät folgen. Wie funktioniert das? Und worin bestehen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur orthomolekularen Therapie nach den Grundsätzen der kPNI?

 

Die FODMAP-Diät wurde an der Monash University in Australien entwickelt und scheint bei Reizdarmsyndrom (RDS) wirksam zu sein. Dies zeigen mehrere Studien und klinische Erfahrungen am Martini-Krankenhaus in Groningen. [1] Die FODMAP-Diät wird nun unter anderem vom Stanford University Medical Hospital (USA), King’s College (England) und dem Martini-Krankenhaus (Groningen) empfohlen.

 

Was sind FODMAPs?

FODMAPs sind kleine Moleküle (Kohlenhydrate), die im Dünndarm nur schlecht oder gar nicht aufgenommen werden und daher in den Dickdarm wandern. FODMAP ist eine Abkürzung von:
F Fermentierbare
O Oligosaccharide (Fructane und Galactane)
- Hauptquellen für Fructane sind Weizenprodukte und bestimmte Gemüsesorten wie Zwiebeln, Knoblauch und Kohl. Weitere Quellen sind Inulin und FOS, die in Spargel, Birne, Süßkartoffel, Artischocke und auch in Präbiotika enthalten sind. Wichtige Quellen für Galactane sind alle Arten von Bohnen und Hülsenfrüchten.
D Disaccharide (Lactose, Milchzucker)
- aus Milchprodukten
M Monosaccharide (Fructose, Fruchtzucker)
- aus Obst und Gemüse
A = and (und)
P Polyole (Zuckeralkohole)
- Diese finden sich in Süßstoffen (wie Sorbit, Mannit und Xylit), Obst (vor allem Steinobst) und einigen Gemüsesorten, darunter Blumenkohl, Pilzen und Avocados.

FODMAPs sind also von Natur aus in vielen Nahrungsmitteln enthalten, die wir jeden Tag verzehren. Eine Übersicht über alle FODMAP-armen und FODMAP-reichen Produkte finden Sie hier: http://fodmapdieet.nl/pdf/20140015%20FODMAP%20Richtlijnen%20beperkt%20dieet%20WEB.pdf

 

Worauf beruht die FODMAP-Diät?

FODMAPs gelangen größtenteils unverdaut in den Dickdarm. Da FODMAPs aufgrund ihrer osmotischen Wirkung Wasser anziehen, gelangt umso mehr Wasser in den Darm, je mehr FODMAPs in der Nahrung enthalten sind. Überschüssige Flüssigkeit im Verdauungstrakt kann Durchfall verursachen, Schmerzen aufgrund von Volumenzunahme hervorrufen und die Muskelbewegungen des Darms beeinflussen. Im Dickdarm befinden sich viele Bakterien. Diese Bakterien fermentieren die FODMAPs. Dabei wird Gas freigesetzt, das zu Symptomen wie Völlegefühl, Blähungen und einem schmerzhaften, unangenehmen Druckempfinden im Bauch führen kann. Durch Verkleinern des in der Nahrung enthaltenen Anteils von Produkten, die viele FODMAPs mitführen, kann die Entstehung von übermäßigen Mengen an Gas und Flüssigkeit im Darm verringert werden. Hierauf basiert die FODMAP-Diät, die auf diese Weise RDS-Symptome lindern kann. [2]

 

Wie wird die FODMAP-Diät durchgeführt?

Mindestens 6 Wochen lang wird eine Reihe von Nahrungsmitteln, die FODMAPs enthalten, weggelassen, zum Beispiel bestimmte Gemüse-, Obst- und Getreidesorten sowie einige Milchprodukte. Weiterhin wird empfohlen, keine großen Mahlzeiten, sondern mehrmals täglich kleine Portionen zu verzehren. Wenn die Symptome durch diese Diät deutlich zurückgehen, kann anschließend jede Woche jeweils eine Gruppe der zuvor ausgeschlossenen Nahrungsmittel probeweise wieder eingeführt werden. Wenn diese gut vertragen wird, kann sie wieder in die tägliche Nahrung aufgenommen werden. Durch diese Methode kann ermittelt werden, ob der Betroffene auf eine, mehrere oder alle FODMAPs reagiert, die dann dauerhaft nicht mehr verzehrt werden sollten. [3]

 

Worin bestehen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der FODMAP-Diät zur orthomolekularen Therapie nach den Grundsätzen der kPNI?

• In einer orthomolekularen kPNI-Therapie suchen wir nach den möglichen Ursachen für RDS. Ein besonders wichtige Frage ist daher: Warum hat der Betroffene ein Problem mit der Verdauung von FODMAPs? Gründe können zum Beispiel sein: unzureichendes Kauen, Mangel an Magensaft, Verwendung von Magensäurehemmern, übermäßiger Stress und eine gestörte Darmflora.

• Außerdem raten wir dazu, die Nahrung bevorzugt in wenigen Mahlzeiten mit größeren Portionen aufzunehmen, da dies dem Verdauungssystem längere Ruhezeiten ermöglicht und zu einem stabileren Blutzuckerspiegel führt.

• FOS und Inulin werden in der orthomolekularen Behandlung häufig als Prebiotika eingesetzt, da sie als Nahrung für die nützlichen, in der Darmflora enthaltenen Bifidobakterien dienen. Aus unserer Sicht kann eine dauerhafte Eliminierung fermentierbarer Ballaststoffe aus der Nahrung die Qualität der Darmflora beeinträchtigen und dadurch die RDS-Symptomatik eher noch verstärken.

 

Worin bestehen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der FODMAP-Diät zur Urdiät?

Die Urdiät besteht im Wesentlichen aus (fettreichem) Fisch, Geflügel, Wild, Eiern, Samen, Nüssen, Gemüse, Obst und gesunden Fetten. Aus mehreren Gründen wird vom Verzehr von Getreide, Nachtschattengewächsen, Hülsenfrüchten, Milchprodukten und Säugetierfleisch weitestgehend abgeraten. Vor allem Gluten, Casein, Lektine und Saponine können die Darmwand reizen und unter anderem zum RDS beitragen. Diese Substanzen werden in der FODMAP-Diät nicht erwähnt.

 

Fazit

Eine FODMAP-Diät kann ein effektiver Weg sein, um herauszufinden, auf welche Kohlenhydrate ein Klient reagiert. Anschließend tut man jedoch gut daran, die Ursachen dieser Empfindlichkeit zu ermitteln und zu behandeln. Hierzu bietet sich eine Kombination aus hochwertiger (urzeitlicher) Ernährung, Wiederherstellung der Darmwand, Aufbau der Darmflora mit Pre- und Probiotika und Stressmanagement an.

Mehr Informationen: Whitepaper der Natura Foundation: Flora – gute Gesundheit beginnt im Darm, http://naturafoundation.nl/?objectID=13985

 

Literatur

[1] Emma P. Halmos, Victoria A. Power, Susan J. Shepherd, Peter R. Gibson, and Jane G. Muir, A Diet Low in FODMAPs Reduces Symptoms of Irritable Bowel Syndrome, Department of Medicine, Eastern Health Clinical School, Monash University, Box Hill, Victoria, Australia, Department of Gastroenterology, Central Clinical School, Monash University, Melbourne, Victoria, Australia, Gastroenterology 2014;146:67–75, http://fodmapdieet.nl/pdf/a%20diet%20low%20in%20FODMAPs%20reduces%20symptoms%20of%20IBS.pdf

Staudacher HM, Whelan K, Irving PM et al., Comparison of symptom response following advice for a diet low in fermentable carbohydrates (FODMAPS) versus standard dietary advice in patients with irritable bowel syndrome, J Hum Nutr Diet. 2011;24:487-95

Weitere Studien siehe: http://fodmapdieet.nl/resultaten.html#wetenschappelijk-onderzoek

[2] http://fodmapdieet.nl/pds_symptomen.html

[3] http://fodmapdieet.nl/fodmap-dieet.html

Bonusan verwendet Cookies um die Webseite zu verbessern und Ihnen eine bessere Dienstleistung anbieten zu können. Möchten Sie wissen, welche Cookies wir gebrauchen? Lesen Sie hier mehr.

Internetbureau W3S