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Fructose wird hauptsächlich im Dünndarm verdaut

Dienstag 13 März 2018

Fructose wird hauptsächlich im Dünndarm verdaut, nicht in der Leber, wie eine Studie der Princeton University zeigt. Ist der Dünndarm jedoch mit der Verdauung der Fructose überfordert, gelangt die überschüssige Fructose in die Leber oder sogar in den Dickdarm. Und dort verursacht sie Probleme.

Neunzig Prozent der Fructose (Fruchtzucker) werden im Dünndarm verdaut und nicht – wie zuvor angenommen – in der Leber, zeigt eine Studie der Princeton University [1]. Die Studie wurde an Mäusen durchgeführt, aber es besteht eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich dies beim Menschen ebenso verhält.

Die Verdauung gerät aus dem Takt, wenn der Dünndarm zu viel Fructose auf einmal verdauen muss, zum Beispiel nach dem Verzehr von zuckerreichen Nahrungsmitteln, Fruchtsäften oder Erfrischungsgetränken. Wahrscheinlich ist der Dünndarm bereits bei einer Menge „überfüttert“, die in etwa einem großen Glas Fruchtsaft oder einer halben Dose eines Erfrischungsgetränks entspricht.

 

Überschuss wandert in Leber oder Dickdarm

Mit einer speziellen Technik konnten die Forscher den Weg der Fructose durch den Verdauungstrakt von Mäusen verfolgen. Dabei zeigte sich, dass ein Überschuss an Fructose zwei Richtungen nimmt: Entweder gelangt er direkt in die Leber oder er landet im Dickdarm, wo sich auch unser Mikrobiom befindet.

Glucose hingegen erreicht unser Mikrobiom so gut wie gar nicht. Fructose jedoch durchaus, obwohl unsere Flora überhaupt nicht darauf eingestellt ist. Die Forscher konnten zwar nicht feststellen, ob Fructose das Mikrobiom tatsächlich beeinflusst, halten eine solche Wirkung jedoch für wahrscheinlich und sehen daher dringenden weiteren Forschungsbedarf [2].

Frühere Studien an Menschen und Tieren haben bereits gezeigt, dass ein längerfristiger übermäßiger Konsum von Zucker schädlich sein kann. Er kann nicht nur Übergewicht, Insulinresistenz und schließlich Diabetes verursachen, sondern auch eine nicht alkoholische Fettleber, die zu Leberzirrhose (Leberschrumpfung) oder Leberkrebs führen kann.

 

Süßes besser nach einer Mahlzeit

Schließlich stellten die Forscher fest, dass es hilft, zuckerreiche Speisen erst nach einer Mahlzeit (statt auf nüchternen Magen) zu verzehren: Wie sich zeigte, kann der Dünndarm die Fructose dann effizienter verarbeiten. Und damit werden Leber und Mikrobiom auf natürliche Weise geschützt.

Sie raten daher – auch wenn es sich hier nur um eine Studie an Mäusen handelt – Süßigkeiten immer erst nach einer Mahlzeit zu verzehren und zwischendurch keine zuckerreichen Getränke zu konsumieren.

 

Fazit

Fructose wird – solange sie nur in begrenztem Umfang in den Verdauungstrakt gelangt – hauptsächlich im Dünndarm von Mäusen und nicht in der Leber verarbeitet. Überschüssige Fructose gelangt jedoch in die Leber und auch in den Dickdarm, wobei die Auswirkungen auf das Mikrobiom noch nicht bekannt sind. Weiterhin ist zu empfehlen, zuckerreiche Nahrungsmittel erst nach einer Mahlzeit zu verzehren, da der Dünndarm den Fruchtzucker dann effizienter verarbeiten kann.

 

Literatur

[1] Cell Metabolism, Jang, C. et al: "The Small Intestine Converts Dietary Fructose into glucose and organic acids" http://www.cell.com/cell-metabolism/fulltext/S1550-4131(17)30729-5 , DOI: 10.1016/j.cmet.2017.12.016

[2] https://medicalxpress.com/news/2018-02-mouse-reveals-gut-fructose.html?utm_source=tabs&utm_medium=link&utm_campaign=story-tabs

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