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Fünf Dinge, die Sie wissen sollten: Kaffee

Donnerstag 30 November 2017

Eine umfangreiche Auswertung bereits vorliegender Forschungsergebnisse zeigt, dass die Vorteile des Kaffeetrinkens – mit oder ohne Koffein – die Nachteile überwiegen [1]. Dürfen Sie und Ihre Klienten daher unbesorgt ihr Tässchen Kaffee trinken? Bilden Sie sich selbst ein Urteil mit dieser Ausgabe von „Fünf Dinge, die Sie wissen sollten“.                                

Wissenschaftler der University of Ulster (Nordirland) haben eine systematische Auswertung von mehr als 1200 Studien durchgeführt, die seit dem Jahr 1970 zu den Auswirkungen des Kaffeekonsums auf die menschliche Gesundheit veröffentlicht wurden. Dabei zeigte sich, dass regelmäßiges Trinken einer moderaten Menge Kaffee (3 bis 4 Tassen pro Tag) entweder neutral ist oder leichte gesundheitliche Vorteile bringt [1]. Seitdem wurden weitere große Studien zu den spezifischen Wirkungen von Kaffee durchgeführt, die mögliche gesundheitliche Vorteile aufzeigen.

1 – Alle Todesursachen

Bei einer sehr großen Übersichtsstudie an mehr als einer halben Million Menschen hat sich gezeigt, dass drei Tassen Kaffee pro Tag zu einem längeren krankheitsfreien Leben führen können [2]. Die mit dem Imperial College London und der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) assoziierten Forscher fanden heraus, dass das Risiko für alle Arten von Todesursachen kleiner wurde, je mehr Kaffee getrunken wurde. Insbesondere erwies sich Kaffee als wirksam bei der Verringerung des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes.

2 – Leberzirrhose

Wer mehr Kaffee trinkt, läuft den Universitäten von Southampton (England) und Edinburgh (Schottland) zufolge weniger Gefahr, eine Lebererkrankung wie zum Beispiel Leberzirrhose zu entwickeln [3]. Die erste Tasse Kaffee war mit einem um 20 Prozent verringerten Risiko assoziiert, zwei Tassen mit einem um 35 Prozent verringerten Risiko. Bis zu fünf Tassen pro Tag waren sogar mit einer Halbierung des Risikos assoziiert. Auch koffeinfreier Kaffee zeigte den Forschern zufolge einen positiven Effekt, jedoch in geringerem Maße als normaler Kaffee.

3 – Höhere Lebenserwartung

In einer Studie mit mehr als 180.000 Teilnehmern wurde festgestellt, dass sowohl gewöhnlicher als auch entkoffeinierter Kaffee signifikante gesundheitliche Vorteile mit sich bringt [4]. Die wichtigste Erkenntnis hierbei war, dass Kaffee lebensverlängernd wirken kann. Das Sterberisiko lag bei Personen, die täglich eine Tasse tranken, zwölf Prozent niedriger als bei denen, die überhaupt keinen Kaffee tranken. Beim Trinken von drei Tassen pro Tag verringerte sich das Sterberisiko sogar um 18 Prozent.

4 – Geringeres Risiko für Diabetes

Auch chronische Erkrankungen wie Diabetes scheinen bei Menschen, die Kaffee trinken, weniger häufig aufzutreten [5]. Dies zeigt eine  Auswertung von 28 Studien, die von der Harvard School of Public Health (USA) durchgeführt wurde. Eine Tasse reduzierte das Diabetesrisiko um 8 Prozent, zwei um 15 Prozent, drei um 21 Prozent, vier um 25 Prozent, fünf um 29 Prozent und sechs um 33 Prozent. Der Effekt war also umso günstiger, je mehr Kaffee getrunken wurde. Dabei schien es keinen Unterschied zwischen gewöhnlichem und entkoffeiniertem Kaffee zu geben.

5 – Gut für die Darmflora

Kaffee scheint auch der Darmflora zu nützen, wie Forscher der Universität Groningen (Niederlande) herausfanden [6]. Die Forscher analysierten Stuhlproben von 1135 Teilnehmern der Lifelines-DEEP-Studie. Dabei zeigte sich, dass Kaffeetrinker eine vielfältigere Darmflora aufweisen. „Wir fanden sechzig Ernährungsfaktoren, die einen Einfluss auf die Diversität ausüben. Und im Bereich der Gesundheit gilt: Je größer die Vielfalt der Darmflora, desto besser “, erklärten die Forscher.

Mögliche Nachteile

Natürlich dürfen auch die Nachteile des Kaffeegenusses nicht verschwiegen werden. Er kann nämlich abführend wirken, Stress verstärken, den Schlaf stören und zu Abhängigkeit führen. Die gemeinnützige Forschungsgruppe Mayo Clinic (USA) warnt außerdem davor, dass ein bestimmter Mutationstyp beim Menschen, der den Abbau von Kaffee im Körper verlangsamt, gesundheitliche Vorteile in Nachteile [7] verwandeln kann, insbesondere im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wie der Körper daher auf Kaffee reagiert, ist bei jedem einzelnen unterschiedlich. Dennoch ist auch die Mayo Clinic der Ansicht, dass im Großen und Ganzen gesehen die Vorteile die Nachteile überwiegen. Weiterhin nennen sie auf ihrer Website zusätzliche Vorteile, darunter auf dem Gebiet der kognitiven Funktion, bei der Konzentration und bei der Risikoreduktion bei Depressionen. Und schließlich ist erst seit kurzem bekannt, dass Kaffee auch eine ketogene Wirkung auf das Gehirn haben kann.

Wie zubereiten?

Kaffee sollte am besten direkt aus frischen Bohnen zubereitet werden. Auf diese Weise bleiben möglichst viele nützliche Pflanzenstoffe erhalten. Denn die positive Wirkung von Kaffee beruht nicht allein auf dem darin enthaltenen Koffein. Weitere interessante, im Kaffee enthaltene pflanzliche Substanzen sind unter anderem Cafestol, Kahweol und Chlorogensäuren [8].

Und wieviel am Tag? Bei mehr als 4 Tassen pro Tag nimmt das Risiko eines frühen Todes wieder zu [7]. Zwei bis drei Tassen pro Tag scheinen daher ideal zu sein. Wenn man mehr trinkt, kann es von Vorteil sein, mehr Vitamin-B-reiche Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, da Kaffee zu einem erhöhten Bedarf an B-Vitaminen führen kann [9].

Literatur

1 L. Kirsty Pourshahidi, Luciano Navarini, Marino Petracco, J.J. Strain. A Comprehensive Overview of the Risks and Benefits of Coffee Consumption. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety, 2016; 15 (4): 671

2 Gunter MJ1 et al., Coffee Drinking and Mortality in 10 European Countries: A Multinational Cohort Study, Ann Intern Med. 2017 Aug 15;167(4):236-247.

3 Oliver John Kennedy et al. Coffee, including caffeinated and decaffeinated coffee, and the risk of hepatocellular carcinoma: a systematic review and dose–response meta-analysis, BMJ Open, Vol. 7, Issue 5, 2017.

4 Song-Yi Park, Association of Coffee Consumption With Total and Cause-Specific Mortality Among Nonwhite Populations, Annals of Internal Medicine, 15 August 2017.

5.Ming Ding et al., Caffeinated and Decaffeinated Coffee Consumption and Risk of Type 2 Diabetes: A Systematic Review and a Dose-Response Meta-analysis, Diabetes Care 2014 Feb; 37(2): 569-586.

6. http://www.naturafoundation.nl/?objectID=12794&page=11

7. http://www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/nutrition-and-healthy-eating/expert-answers/coffee-and-health/faq-20058339

8.Toine de Graaf en Gert Schuitemaker, Koffie boordevol met heilzame stofjes, Fit met voeding 08, 2016, pp. 26-7.

9. http://naturafoundation.nl/monografie/Vitamine_B_complex_algemeen.html

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