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Granatäpfel wirken möglicherweise gegen den Alterungsprozess von Mitochondrien

Mittwoch 05 August 2020

Um das 50. Lebensjahr herum verlieren die Muskeln langsam an Kraft und Masse.  Eine klinische Studie zeigt, dass ein Granatapfel-Metabolit diesen Alterungsprozess verlangsamen kann, indem die Leistungsfähigkeit der Mitochondrien verbessert wird.  Die Ergebnisse dieser Studie wurden in der führenden wissenschaftlichen Zeitschrift „Nature Metabolism“ veröffentlicht.

Die Behauptung, dass gesundes Essen der Schlüssel zu einem längeren Leben ist, mag vielleicht etwas vereinfacht erscheinen, aber wird hier wieder einmal wissenschaftlich belegt.  Granatäpfel enthalten Ellagitannine.  Bei der Verdauung dieser Moleküle im Darm werden sie in einen Metaboliten umgewandelt, Urolithin A (UA) genannt.  Übrigens enthalten auch andere Obstsorten wie Erdbeeren und Walnüsse Ellagitannine.

Die Forscher fanden heraus, dass UA den Alterungsprozess von Mitochondrien verlangsamen kann, indem es die Fähigkeit wiederherstellt, defekte Mitochondrien zu recyceln. Dies geht aus einer klinischen Studie von Amazentis, dem Labor für Integrative Systemphysiologie [Laboratory of Integrative Systems Physiology] und dem Schweizer Institut für Bioinformatik hervor (Andreux 2019).

UA ist der bislang einzige bekannte Metabolit, der über diese Fähigkeit verfügt.  Bei jungen Menschen erfolgt das Recyceln defekter Mitochondrien auf natürliche Weise.  Wenn wir älter werden, verliert unser Körper jedoch die Fähigkeit, defekte Mitochondrien abzubauen, was Krankheitsbilder wie Sarkopenie (den Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft) zur Folge hat.  Das Forschungsteam konzentrierte sich darauf, diesen natürlichen Alterungsprozess zu verlangsamen oder gar umzukehren.

Studiendesign

Um sicherzustellen, dass alle Studienteilnehmer die gleiche Dosis erhalten, stellten die Wissenschaftler eine synthetische Version der UA-Substanz her.  Sechzig ältere Menschen – alle mit einem sitzenden Lebensstil, aber ansonsten von guter Gesundheit – erhielten zunächst eine Einzeldosis von 250 bis 2000 mg UA.  Bei diesem Test zeigte sich, dass die Studienteilnehmer im Vergleich zur Kontrollgruppe, die einen Placebo erhielt, keine Nebenwirkungen aufwiesen (Andreux 2019).

Die Teilnehmenden wurden nun in vier Gruppen aufgeteilt und erhielten 28 Tage lang täglich ein Placebo oder 250 bzw. 500 bzw. 1000 mg UA.  Die Forscher analysierten anschließend die Wirksamkeit von UA, indem sie zelluläre und mitochondriale Biomarker im Blut und im Muskelgewebe der Teilnehmenden untersuchten.  Es zeigte sich, dass UA die mitochondriale Biogenese stimuliert, ein Prozess, der die Zahl der Mitochondrien in den Zellen erhöht, genau wie es auch durch regelmäßige Bewegung erreicht wird (Andreux 2019).

Die Wissenschaftler schlussfolgern: „Diese Forschungsergebnisse, die auf früheren präklinischen Studien aufbauen, zeigen, dass UA einen großen Unterschied für die Gesundheit der Menschen machen kann“ (Andreux 2019).

Weitere Forschung

Basierend auf diesen Studien haben Wissenschaftler die Funktionen von UA bei der mitochondrialen Biogenese weiter untersucht.  So zeigten Tierstudien, dass UA eine wichtige Rolle bei der Apoptose spielt, einer Form des programmierten Zelltods durch die mitochondriale Dysfunktion. 

UA ist in der Lage, die Apoptose zu verhindern, was zur Erhaltung von Nervenzellen beiträgt.  Diese Studie befasste sich vorwiegend mit Rückenschmerzen durch Nervenschädigungen.  Es konnte in dieser Tierstudie gezeigt werden, dass die Verabreichung von UA Rückenschmerzen verhindern kann (Lin 2020). 

Es ist noch weitere Forschung bezüglich dieses Metaboliten aus Granatäpfeln notwendig, um alle Anwendungen und Wirkmechanismen aufzudecken.

Wissen in der Praxis

Studien zeigen, dass Ellagitannine aus Granatäpfeln, die auch in Erdbeeren und Walnüssen enthalten sind, die Alterung der Mitochondrien bekämpfen und ihre Leistungsfähigkeit erhalten können.  Dies kann zum Erhalt von Muskelmasse und Muskelkraft beitragen.  Der regelmäßige Genuss von Granatäpfeln ist deshalb sehr zu empfehlen. Als kleine Anregung haben wir ein übreraschendes Rezept mit Granatäpfeln für Sie.  

Literatur

Andreux, Pénélope A., William Blanco-Bose, Dongryeol Ryu, Frédéric Burdet, Mark Ibberson, Patrick Aebischer, Johan Auwerx, Anurag Singh, en Chris Rinsch. ‘The Mitophagy Activator Urolithin A Is Safe and Induces a Molecular Signature of Improved Mitochondrial and Cellular Health in Humans’. Nature Metabolism 1, nr. 6 (juni 2019): 595–603. https://doi.org/10.1038/s42255-019-0073-4.

Lin, Jialiang, Jinru Zhuge, Xuanqi Zheng, Yuhao Wu, Zengjie Zhang, Tianzhen Xu, Zaher Meftah, e.a. ‘Urolithin A-Induced Mitophagy Suppresses Apoptosis and Attenuates Intervertebral Disc Degeneration via the AMPK Signaling Pathway’. Free Radical Biology and Medicine 150 (1 april 2020): 109–19. https://doi.org/10.1016/j.freeradbiomed.2020.02.024.

Medical Xpress. Pomegranate compound with anti-aging effects passes human trial. https://medicalxpress.com/news/2019-06-pomegranate-compound-anti-aging-effects-human.html (2019).

 

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