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Grüne Umgebung senkt Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Freitag 25 Januar 2019

Vor kurzem haben Forscher der University of Louisville in den USA den Zusammenhang zwischen Leben im Grünen und dem Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. Sie fanden heraus, dass Menschen, die in einer Umgebung mit vielen Pflanzen leben, ein geringeres Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle aufweisen.

 

Schon frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass eine grüne Umwelt zu einer besseren Gesundheit führen kann, aber der dafür verantwortliche Mechanismus war bislang noch nicht vollständig geklärt. Darum haben die Forscher in der aktuellen Studie insbesondere die diesem Phänomen zugrundeliegenden Prozesse untersucht. Die Ausgangshypothese ihrer Studie lautete dabei, dass das Leben in einer grünen Umgebung das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert, indem es die Aktivierung des sympathischen Nervensystems verringert.

 

Sympathisches Nervensystem

Das sympathische Nervensystem sorgt bei körperlicher Aktivität unter anderem für eine höhere Herzfrequenz, wird aber auch bei Stress aktiviert. Nach Ansicht der Wissenschaftler liefert die Aktivität des sympathischen Nervensystems daher ein direktes Maß zur Bestimmung unterschiedlicher Stressniveaus (Yeager, 2018). Und dass ein Zusammenhang zwischen Stress und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht, ist schon seit langem nachgewiesen.

 

Catecholamine messen

An der Studie nahmen 408 Personen mit einem mittleren bis schweren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen teil. Es wurden ihre relevante Harn- und Blutwerte und andere Biomarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einschließlich der Catecholamine gemessen. Catecholamine wie Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin sind chemische Verbindungen, die aus der Aminosäure Tyrosin gebildet werden und als Neurotransmitter oder Hormone dienen. So kann beispielsweise die Aktivität des sympathischen Nervensystems anhand des Adrenalinspiegels beurteilt werden.

Die Grünheit der Umgebung wurde mit Hilfe des sogenannten Satellite‐derived-normalized-Difference-Vegetation-Index gemessen (eines grafischen Indikators für die Vegetationsdichte eines bestimmten Gebiets, der aus Satellitenbildern abgeleitet wird).

 

Weniger Stress

Es zeigte sich, dass Teilnehmer, die in einer grüneren Umgebung leben, einen niedrigeren Urinspiegel an Adrenalin und F2-Isoprostan aufweisen. Dies deutet auf verringerten oxidativen Stress und eine verminderte Aktivierung des sympathischen Nervensystems hin. Weiterhin zeigten Teilnehmer, die in einer stärker bepflanzten Umgebung lebten, eine höhere Angiogenesekapazität (Regeneration von Blutgefäßen).

Bei der Analyse der Ergebnisse wurde nach Faktoren wie Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft, Rauchverhalten, Leben in benachteiligten Gebieten, Einnahme von Statinen und Nähe zu Verkehrswegen (Luftverschmutzung) korrigiert.

 

Weitere Determinanten

Neben dem Grünheitsgrad der Umgebung gibt es weitere Umweltfaktoren, die das kardiovaskuläre Risiko beeinflussen. Frühere Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass beispielsweise auch Lärm unsere Gesundheit beeinträchtigen kann. So haben Forscher aus Boston festgestellt, dass die Exposition gegenüber lauten Geräuschen das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen erhöhen kann, indem sie den an der Stressreaktion beteiligten Hirnbereich aktiviert, wodurch es zu Blutgefäßentzündungen kommen kann (American Heart Association, 2018).

Diese Studien konzentrieren sich auf Umweltfaktoren, jedoch gibt es noch viele weitere Determinanten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Krankheit ist eine komplexe Interaktion zwischen Genen, Epigenen und Umwelt, die in vielen Fällen durch Lebensstilintervention wie gesunde Ernährung, Bewegung und Supplementierung positiv beeinflusst werden kann. 

 

Literatur

American Heart Association. (2018, 5 november). Chronic exposure to excess noise may increase risk for heart disease, stroke [Persbericht]. Geraadpleegd op 10 januari 2019, van https://medicalxpress.com/news/2018-11-chronic-exposure-excess-noise-heart.html

Yeager, R. A. Y. (2018, 5 december). Association Between Residential Greenness and Cardiovascular Disease Risk [Wetenschappelijk artikel]. Journal of the American Heart Association. 2018;7:e009117 https://doi.org/10.1161/JAHA.118.009117

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