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Ist proteinreiche Ernährung ungesund?

Dienstag 19 März 2019

Forscher in Australien glauben, den Mechanismus gefunden zu haben, der die Vermutung, dass proteinreiche Nahrungsmittel ungesund sind und die Lebenserwartung vermindern, bestätigt.
In dieser Studie wurden die Auswirkungen von proteinreicher Ernährung auf die Geschwindigkeit der Proteinsynthese in einem Tiermodell untersucht.

 

Die In-vitro-Studie zeigt, wie die Nahrungszusammensetzung die Geschwindigkeit beeinflussen kann, mit der Proteine in den Zellen aufgebaut werden. Den Forschern zufolge zeigen diese Ergebnisse auch, dass eine beschleunigte Proteinsynthese in Zellen mehr Fehler verursachen und damit zu einer kürzeren Lebenserwartung führen kann (Xie et al., 2019).

 

Herkunft der Makronährstoffe ist entscheidend

Deutlich wird in jedem Fall, dass die Forscher nicht zu den Verfechtern proteinreicher Ernährung zählen. Stattdessen betonen sie, dass ein gutes Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Makronährstoffen – Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten – wichtig ist. Weiterhin halten sie es für essenziell, auf Unterschiede bei der Herkunft zu achten.

Aus ihrer Sicht bringt der Verzehr von Nahrungsmitteln, „die reich an Kohlenhydraten und zugleich an Ballaststoffen sind, den größten gesundheitlichen Nutzen“. Dabei verweisen sie auf die mediterrane Diät, die viel Obst und Gemüse enthält, und ihrer Ansicht nach mit einer erhöhten Lebenserwartung verbunden ist.

Weiterhin sind sie der Überzeugung, dass nicht nur die Zusammensetzung, sondern auch die Menge der Nahrungsmittel eine Rolle bei der Lebenserwartung spielt. Ein Forscher: „Dass weniger Essen die Lebensdauer verlängert, war ja bereits bekannt.“ In der aktuellen Studie zeigen die Forscher, dass zu viel Essen das Gegenteil bewirken kann (MedicalXpress, 2019).

 

Ein Zuviel ist immer schädlich

Wir stimmen mit den Forschern durchaus darin überein, dass eine gute Zusammensetzung der Anteile an Nährstoffen, in diesem Fall der Makronährstoffe, wichtig ist, und auch wir halten die Mittelmeerdiät hierfür für ein gutes Beispiel. Und in der Tat kann alles, was wir essen, schädlich sein, wenn es im Übermaß verzehrt wird. Aus der Studie geht jedoch nicht hervor, was genau mit proteinreicher Ernährung gemeint ist. Die Urdiät besteht zu etwa 30 Prozent aus Proteinen, ergänzt durch etwa 35 Prozent Fette und 35 Prozent Kohlenhydrate.

 

Ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung

Die Herkunft der Makronährstoffe scheint ebenfalls wichtig zu sein. Eine frühere, großangelegte Studie, die in The Lancet veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass sowohl kohlenhydratreiche als auch kohlenhydratarme Ernährung mit einer erhöhten Mortalität verbunden ist. Das Ersetzen der Kohlenhydrate einer Low-Carb-Diät durch vorwiegend tierische Proteine führte zu einer höheren Mortalität. Das Ersetzen von Kohlenhydraten durch Fett und Proteine aus pflanzlichen Quellen, darunter Gemüse und Nüssen, führte zu einer verringerten Sterblichkeit (Seidelman et al., 2018).

Hierbei sollte deutlich werden, dass ein Übermaß, gleich wovon, immer schadet und es darum ratsam ist, gelegentlich zu fasten und so sich vielfältig wie möglich zu ernähren. Zu einer solchen Ernährungsweise sollte auch tierisches Protein gehören, da tierische Proteinnahrung den Körper effizienter mit Aminosäuren versorgt als pflanzliche. Um den Körper gut mit Proteinen zu versorgen, wird daher weniger tierische Proteinnahrung benötigt als pflanzliche. Allerdings enthalten pflanzliche Proteine Aminosäuren, die nicht im Fleisch enthalten sind und ebenfalls essenziell sind. Daher ist es wohl am besten, beides zu kombinieren, um alle Aminosäuren in den Mengen aufzunehmen, die der Mensch für seine Gesundheit braucht (Whitney et al., 2013).

 

Quellen

[1] MedicalXpress (2018). High protein diets unhealthy. Abgerufen unter: https://medicalxpress.com/news/2019-02-high-protein-diets-unhealthy.html

[2] Seidelmann et al. (2018). Dietary carbohydrate intake and mortality: a prospective cohort study and meta-analysis. The Lancet. (3)9; PE419-E428. Doi: 10.1016/S2468-2667(18)30135-X

[3] Whitney et al. (2013). Understanding Nutrition (13e editie). United states: Cengage

[4] Xie et al. (2019). Regulation of the Elongation Phase of Protein Synthesis Enhances Translation Accuracy and Modulates Lifespan. Curr Biol. (19)30031-4. Doi: 10.1016/j.cub.2019.01.029.

 

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