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Mango ist bei entzündlichen Darmerkrankungen zu empfehlen

Mittwoch 19 August 2020

Schätzungsweise 9 von 1000 Menschen in den Niederlanden leiden an chronischen Entzündungen des Magen-Darm-Traktes, wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Insgesamt dürften in Europa 2,2 Millionen Menschen betroffen sein (Schattenberg, 2017). Diese Erkrankungen haben großen Einfluss auf die körperliche Funktionsfähigkeit und stellen einen wesentlichen Risikofaktor für Darmkrebs dar. Gemäss zwei verschiedenen Studien einer Forschungsgruppe am University of Texas Health Science Center (USA) kann Mango verschiedene Symptome entzündlicher Darmerkrankungen reduzieren (Kim et al., 2020, 2017).

Acht Wochen lang täglich Mango

Eine Gruppe von zehn Männern und Frauen (18 bis 79 Jahre alt) mit IBD (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) erhielt acht Wochen lang eine Dosis von 200 bis 400 mg Mangomark pro Tag. Der Mangokonsum wurde in der ersten Woche langsam aufgebaut, um Darmprobleme durch einen zu schnellen Anstieg des Ballaststoffgehalts zu verhindern.

Die Symptome der Colitis ulcerosa gingen signifikant zurück. Mehrere Entzündungsmarker sanken ebenfalls. Aber auch für die Darmflora erwies sich der Ernährungseingriff als vorteilhaft: Die Zahl der Laktobazillen im Darm nahm deutlich zu, ebenso der Gehalt an kurzkettigen Fettsäuren. Schließlich gab es weniger pro-inflammatorische Endotoxine im Darm. Die Forscher sehen Anwendungsmöglichkeiten bei der Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) (Daniells, 2020; Kim et al., 2020).

Diese Studie bestätigt Forschungsergebnisse derselben Forschungsgruppe aus dem Jahr 2017. Damals nahmen vierzehn IBD-Patienten an der Studie teil, die zusätzlich zu ihrer laufenden Behandlung acht Wochen lang täglich 200 bis 400 Gramm Mangopulpe erhielten (Kim et al., 2017; Schattenberg, 2017).

 "Alles in allem zeigen unsere Untersuchungen, dass eine achtwöchige diätetische Intervention mit Mango positive Auswirkungen auf das Fortschreiten von IBD und den Schweregrad der Symptome hat."

Mango nicht nur gut bei chronischer Darmentzündung

Zuvor war der tägliche Verzehr einer halben Mango über 3 Monate mit einer Senkung des Blutzuckers bei adipösen Personen in Verbindung gebracht worden (Evans et al., 2014). Die Wissenschaftler entdeckten zudem, dass die Mango in diesem Fall nicht zur Gewichtszunahme beiträgt. Bei Männern wurde außerdem eine Abnahme des Taillenumfangs festgestellt, bei Frauen allerdings nicht. Triglyceride, HDL-Cholesterin und Blutdruck blieben überall unverändert.

Was macht Mangos eigentlich so gesund? Sie sind kalorienarm, nährstoffreich und ballaststoffreich. An Ballaststoffen enthält das Fruchtfleisch einer durchschnittlichen Mango etwa 5,4 Gramm. Etwa 61 Prozent davon sind löslich, der Rest ist unlöslich. Es gibt aber auch einige interessante sekundäre Pflanzenstoffe in der Mango, sie sind besonders reich an Gallotanninen. Diese Substanzen werden von der Darmflora in kleine bioaktive Moleküle umgewandelt, die vom Körper gut resorbiert werden. Die Moleküle haben eine entzündungshemmende Wirkung und wirken sich nachweislich positiv auf entzündliche Darmerkrankungen aus (Kim et al., 2020, 2017).

Was die Auswirkungen auf Diabetes betrifft, so ist Mangiferin ein wichtiger Inhaltsstoff. Mangiferin ist eine zu den Xanthonen gehörende Substanz, die auf die Enzyme zur Kohlenhydratverdauung wirkt. Dank dieses Einflusses reduziert Mangiferin die Glukoseresorption, was wiederum den Blutzuckerspiegel senkt (Evans et al., 2014; Sekar et al., 2019).

Wissen in der Praxis

Die Mango ist nicht nur eine köstliche Sommerfrucht, sondern hat auch eine positive Wirkung auf die (Darm-)Gesundheit. Die gesundheitlichen Auswirkungen der Mango liegen nicht nur im Fruchtfleisch oder in der Schale, sondern auch in der Wechselwirkung mit der Darmflora. Auch hier beruht eine wirksame Ernährungsintervention also auf einer Wechselwirkung zwischen gesunden Substanzen in der Nahrung und einer optimal funktionierenden Verdauung und gesunden Darmflora.

Literatur 

Daniells S. Mango polyphenols may offer IBD relief: Pilot study. Nutraingredients-UsaCom 2020. https://www.nutraingredients-usa.com/Article/2020/01/24/Mango-polyphenols-may-offer-IBD-relief-Pilot-study (accessed July 17, 2020).

Evans SF, Meister M, Mahmood M, Eldoumi H, Peterson S, Perkins-Veazie P, et al. Mango supplementation improves blood glucose in obese individuals. Nutr Metab Insights 2014;7:77–84. https://doi.org/10.4137/NMI.S17028.

Kim H, Banerjee N, Barnes RC, Pfent CM, Talcott ST, Dashwood RH, et al. Mango polyphenolics reduce inflammation in intestinal colitis-involvement of the miR-126/PI3K/AKT/mTOR axis in vitro and in vivo. Mol Carcinog 2017;56:197–207. https://doi.org/10.1002/mc.22484.

Kim H, Venancio VP, Fang C, Dupont AW, Talcott ST, Mertens-Talcott SU. Mango (Mangifera indica L.) polyphenols reduce IL-8, GRO, and GM-SCF plasma levels and increase Lactobacillus species in a pilot study in patients with inflammatory bowel disease. Nutrition Research 2020;75:85–94. https://doi.org/10.1016/j.nutres.2020.01.002.

Schattenberg P. Study shows mango consumption has positive impact on inflammatory bowel disease. AgriLife Today 2017. https://agrilifetoday.tamu.edu/2017/07/28/study-investigates-impact-of-mango-consumption-on-bowel-disease/ (accessed July 16, 2020).

Sekar V, Chakraborty S, Mani S, Sali VK, Vasanthi HR. Mangiferin from Mangifera indica fruits reduces post-prandial glucose level by inhibiting α-glucosidase and α-amylase activity. South African Journal of Botany 2019;120:129–34. https://doi.org/10.1016/j.sajb.2018.02.001.

 

 

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