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Pflanzliche Proteine: 35 Prozent geringeres Risiko für Diabetes

Donnerstag 22 Juni 2017
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Die Kuopio-Ischaemic-Heart-Disease-Studie aus Finnland ist eine nützliche Quelle für Informationen über Krankheit und Gesundheit. Aus ihr ergeben sich Hinweise, dass sich das Risiko für Typ-2-Diabetes durch Ersetzen von Proteinen aus Fleisch durch pflanzliche Proteine um bis zu 35 Prozent verringern lässt.

 

Die Kuopio-Ischaemic-Heart-Disease-Studie wurde im Jahre 1984 begonnen. An der großangelegten Kohortenstudie nahmen 2682 Männer teil, ein randomisierter Durchschnitt aus der Stadt Kuopio und den umliegenden Dörfern. Ergebnisse aus dieser Studie wurden regelmäßig in großen wissenschaftlichen Fachzeitschriften wie The Lancet und The American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht.

Die Studie ist noch nicht abgeschlossen und liefert weiterhin wichtige Ergebnisse. Vor kurzem stellte sich beispielsweise heraus, dass der Verzehr von sieben Eiern pro Woche kein zusätzliches Gesundheitsrisiko mit sich bringt, dass regelmäßiger Saunabesuch das Risiko für Demenz verringert und dass Statine das Risiko für Diabetes erhöhen. Nun geht aus derselben Studie hervor, dass pflanzliche Proteine das Risiko von Diabetes verringern.

 

Aufbau der Studie

Die Proteinaufnahme der Männer wurde anhand von Vier-Tages-Ernährungsberichten (4d-DR) bewertet. Typ-2-Diabetes wurde durch regelmäßiges Ausfüllen von Fragebögen, Messen der Nüchternglucose, Zwei-Stunden-Glucosetoleranztests und Auswertung nationaler Archive ermittelt. Während der Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich 19,3 Jahren wurden 432 Fälle von Typ-2-Diabetes festgestellt.

Nach Auswertung der Daten zeigte sich, dass die Gesamtproteinaufnahme und die Aufnahme aus tierischen Produkten wie Fleisch und Milch nicht mit Typ-2-Diabetes assoziiert waren. Potenzielle Störvariablen wurden dabei korrigiert. Demgegenüber zeigte sich bei pflanzlichen Proteinen und Proteinen aus Eiern ein signifikanter Zusammenhang mit einem verringerten Risiko für Typ-2-Diabetes. Nach der Korrektur hinsichtlich BMI, Plasmaglucose und Seruminsulin war der Zusammenhang zwar nicht mehr ganz so ausgeprägt, blieb aber durchaus signifikant.

 

Proteine und Kohlenhydrate

Durch Ersetzen von 1 Energieprozent Kohlenhydrate durch Proteine erhöhte sich das Risiko für Typ-2-Diabetes anfänglich um 5 Prozent. Dieser Zusammenhang hielt jedoch einer Korrektur hinsichtlich der Aufnahme von Ballaststoffen nicht stand. Hingegen führte das Ersetzen von 1 Energieprozent tierischer Proteine durch pflanzliche Proteine zu einem um 18 Prozent verringerten Risiko für Typen-2-Diabetes. Im Vergleich der Gruppe der Männer, die die größte Menge an tierischen Proteinen zu sich nahmen, mit der Gruppe der Männer, die die meisten pflanzlichen Proteine verzehrten, belief sich der Unterschied beim Diabetesrisiko sogar auf 35 Prozent. Dieser Zusammenhang blieb auch nach der Korrektur hinsichtlich des BMI bestehen.

Den Forschern zufolge stellt daher eine Entscheidung für pflanzliche anstelle von tierischen Proteinen eine gute Strategie zur Prävention von Typ-2-Diabetes dar. Dabei braucht man nicht zu befürchten, zu viele Eier pro Woche zu sich zu nehmen oder zu viele Kohlenhydrate oder Fleischprodukte durch pflanzliche Proteine zu ersetzen.

 

Literatur

Heli E. K. Virtanen et al, Intake of different dietary proteins and risk of type 2 diabetes in men: the Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study, BJN, Vol. 117, Issue 6, maart 2017, pp. 882-893.

https://www.uef.fi/web/nutritionepidemiologists/kuopio-ischaemic-heart-disease-risk-factor-study-kihd-1984-

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