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Sitzen erhöht die Wahrscheinlichkeit verschiedener Krankheiten

Mittwoch 29 Mai 2019

Eine neue Studie stellt einen Zusammenhang zwischen sitzendem Lebensstil und dem erhöhten Risiko eines vorzeitigen Todes durch vielfältige Ursachen her. Dies gilt auch dann, wenn man regelmäßig Sport treibt. Das ist natürlich äußerst bedenklich, da immer mehr Menschen ihr Leben vorwiegend im Sitzen verbringen.

 

Viele Eltern halten ihre Kinder ständig zum Stillsitzen an, am Tisch, in der Schule, im Auto, bei der Oma und bei zahllosen weiteren Gelegenheiten. Zappeln, Toben und Springen gelten meist als unerwünscht. Doch wir sollten wir uns an diesen Kindern lieber ein Beispiel nehmen.


Sitzender Lebensstil ist tödlich

Viele Menschen arbeiten im Sitzen. Zudem wird auch der größte Teil der Freizeit im Sitzen verbracht, am Smartphone, Computer oder Fernseher. Eine australische Studie kommt sogar zu dem Ergebnis, dass die meisten nur 10 Prozent ihrer Freizeit damit verbringen, sich zu bewegen.


Eine neue Studie der American Cancer Society hat durch multivariate Analyse gezeigt, dass Menschen, die mehr als sechs Stunden ihrer Freizeit sitzend verbringen, einem um 19 % höheren Risiko eines vorzeitigen Todes unterliegen als Menschen, die weniger als drei Stunden sitzen.


Ein sedentärer Lebensstil kann zu einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko im Allgemeinen und im Besonderen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Nierenerkrankungen, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, Pneumonitis, Leber- und anderen Erkrankungen des Verdauungssystems, Parkinson, Alzheimer, neurologischen und muskuloskeletalen Erkrankungen führen. Der Anstieg des Sterberisikos variiert zwischen 10 Prozent bei Krebs und bis zu 60 Prozent bei muskuloskeletalen Erkrankungen.


Warum ist Sitzen ungesund?

Leider konnte die Studie keinen kausalen Zusammenhang herstellen. Was eindeutig feststeht ist jedoch, dass immer mehr Menschen immer mehr sitzen. Ältere Menschen und chronisch Kranke sitzen am meisten, letztgenannte Gruppe allerdings oft aufgrund der Erkrankung. Möglicherweise ist ein sitzender Lebensstil ja unter anderem auch deswegen so ungesund, weil er mit übermäßigem Konsum von Snacks und Süßigkeiten oder anderen ungesunden Verhaltensweisen einhergeht.


Ein sitzender Lebensstil korreliert mit einem erhöhten Werten bei Triglyceriden, Blutzucker, Blutdruck und Insulin. Weiterhin korreliert er mit Entzündungen, die durch Übergewicht verursacht werden. Dies könnte erklären, warum ein Zusammenhang zwischen Sitzen und dem Tod durch Herz-, Leber- und Nierenerkrankungen, Krebs, Diabetes und COPD besteht. Die gute Nachricht lautet nun allerdings, dass bereits eine Stunde Sitzunterbrechung mit ein paar Minuten leichter Aktivität oder sogar einfach nur Stehen zu einer Verbesserung der Cholesterin-, Blutzucker- und Blutdruckwerte führen können.


Henne oder Ei?

Eine Erklärung für den Zusammenhang zwischen Sitzen und Mortalität durch Parkinson oder Alzheimer sowie neurologische und muskuloskeletale Erkrankungen ist weniger leicht zu finden. Möglicherweise liegt hier ein umgekehrter Zusammenhang vor: Die Krankheit führt zu einem stärker sedentären Lebensstil. Auch das Selbstmordrisiko nimmt zu, jedoch nicht in bedeutendem Maße. Depressionen können einen Mangel an Motivation verursachen, sodass es den Betroffenen schwer fällt, aufzustehen, um etwas zu unternehmen. Allerdings ist auch bekannt, dass Routinetätigkeiten für die psychische Gesundheit wichtig sind. Daher könnte es sein, dass sich Depressionen durch untätiges Herumsitzen bis hin zum Selbstmord verschlimmern könnten.


Fazit

Mehr Forschung ist notwendig, um zu verstehen, warum ein sitzender Lebensstil das Risiko eines vorzeitigen Todes erhöht. Eines wird jedoch bereits jetzt deutlich: Es besteht ein Zusammenhang zwischen häufigem und langem Sitzen und Sterblichkeit. Menschen zum häufigeren Aufstehen und Zufußgehen zu motivieren kann daher viele gesundheitliche Vorteile bringen.


Literatur

[1] https://medicalxpress.com/news/2018-07-tied-death-diseases.html

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29947736

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