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Sportwissenschaftler: gesättigte Fettsäuren sind nicht schädlich

Mittwoch 12 Juli 2017
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Viele Klienten glauben immer noch, dass gesättigte Fettsäuren die Arterien verstopfen und auf diese Weise Herzkrankheiten verursachen. „So einfach ist das aber nicht“, erklären die bereits erwähnten Sportwissenschaftler in einem sorgfältig fundierten Artikel im British Journal of Sports Medicine.

 

Beim Essen konzentriert sich der Körper gleichzeitig auf die Verteilung der freiwerdenden Glucose und auf die mit der Nahrung aufgenommenen Bakterien. Dies ruft eine Entzündungsreaktion hervor, die das Immunsystem aktiviert. Bei gesunden Menschen spielt diese kurzzeitige postprandiale Entzündung eine wichtige Rolle bei der Glucoseaufnahme in den Zellen und der Aktivierung des Immunsystems.

 

Aktivierung des Immunsystems

Schweizer Wissenschaftler haben kürzlich gezeigt, dass die Anzahl der im Darm vorhandenen Makrophagen (Immunzellen) beim Essen zunimmt. Diese Zellen bilden IL-1β, eine wichtige Signalsubstanz des Immunsystems. Bei einem hohen Blutzuckerspiegel verursacht Insulin eine gesteigerte Produktion von IL-1β durch diese Makrophagen. Dies stimuliert wiederum die Insulinproduktion im Pankreas. Insulin und IL-1β wirken somit bei der Blutzuckerkontrolle zusammen, wobei die Signalsubstanz sicherstellt, dass das Immunsystem mit Glucose versorgt wird und exakt so lange wie nötig aktiv bleibt.

 

Bakterien und Nährstoffe

Den Forschern zufolge hängt die postprandiale Entzündungsreaktion von den Bakterien und Nährstoffen ab, die mit einer Mahlzeit aufgenommen werden. Bei ausreichender Nährstoffzufuhr ist das Immunsystem in der Lage, sich gegen unbekannte Bakterien zu schützen. Das Gegenteil trifft leider auch zu: Wenn ein Mangel an bestimmten Nährstoffen vorliegt, werden die wenigen verbleibenden Kalorien für die wichtigsten Lebensfunktionen reserviert. Dies geschieht auf Kosten des Immunsystems.

Bei Menschen mit Übergewicht läuft dieser entzündliche Prozess aus dem Ruder und kann zu Diabetes führen. Bei Diabetikern setzt die Signalsubstanz IL-1β eine chronische Entzündung in Gang und sorgt dafür, dass die insulinproduzierenden Betazellen nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren.

 

Chronische Low-grade-Entzündungen

Eine chronische Aktivierung des Immunsystems wird zum Beispiel durch übermäßiges Essen, zu häufiges Essen, langes Sitzen, Schlafentzug, mangelnde Bewegung und ungelöste psycho-emotionale Probleme verursacht. Die Summierung dieser Risikofaktoren führt zur chronischen Aktivität der Stressachsen und zum Eindringen schädlicher Bakterienrückstände in den Blutkreislauf. Dies wiederum führt zu einer chronischen Low-grade-Entzündung.

Immer deutlicher wird, dass chronische Low-grade-Entzündungen die Ursache der meisten – wenn nicht sogar aller – chronischen nicht-übertragbaren Krankheiten bilden. Eine gesunde (biologische) Ernährung mit vielen Nährstoffen (zum Beispiel Paläo, Nordic oder Mittelmeer) stellt sicher, dass die postprandiale Entzündung ihre Aufgabe richtig erfüllen kann und nicht in eine Low-grade-Entzündung ausartet. Gemeinsam mit ausreichender körperlicher Bewegung stellt dies das wichtigste präventive Mittel gegen eine ganze Reihe von Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel Typ-2-Diabetes dar.

 

Literatur

Erez Dror, Elise Dalmas, Daniel T Meier, Stephan Wueest, Julien Thévenet, Constanze Thienel, Katharina Timper, Thierry M Nordmann, Shuyang Traub, Friederike Schulze, Flurin Item, David Vallois, Francois Pattou, Julie Kerr-Conte, Vanessa Lavallard, Thierry Berney, Bernard Thorens, Daniel Konrad, Marianne Böni-Schnetzler & Marc Y Donath, Postprandial macrophage-derived IL-1β stimulates insulin, and both synergistically promote glucose disposal and inflammation, Nature Immunology (2017) 16 jan 2017.

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