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Unerwartetes Antioxidans: Schlaf

Montag 13 August 2018

Lifestyle-Medizin rückt immer stärker in den Mittelpunkt öffentlicher Aufklärung, Forschung und Behandlung. Auch guter Schlaf zählt zum Lebensstil: Eine neue Studie zeigt, dass fehlender Schlaf die Anfälligkeit für akuten oxidativen Stress erhöhen kann.

 

Warum wird Lifestyle-Medizin immer wichtiger? Unsere Gesundheit ist durch das rasende Tempo unseres Lebens gefährdet. Der Arbeitsdruck in unseren sitzend verrichteten beruflichen Tätigkeiten steigt immer mehr an, während Fertiggerichte aller Art immer stärker unsere Nahrung dominieren. Und was den Schlaf angeht: Stress und das blaue Licht unserer Telefone und Computer halten uns immer länger wach. Zugleich ist Schlaf jedoch lebenswichtig, denn wer nicht schläft, wird krank. Welche Schlüsse müssen wir daraus ziehen? Eine neue Studie, die in der Zeitschrift PLOS Biology veröffentlicht wurde, zeigt, dass kürzer schlafende Fruchtfliegenmutanten durchgängig eine höhere Anfälligkeit gegenüber akutem oxidativem Stress aufweisen. Was können wir als Mensch daraus lernen?

 

Warum Schlaf essenziell ist

Der Mensch schläft fast ein Drittel seines Lebens. Fast alle Tiere schlafen, obwohl sie im Schlaf weniger wachsam und beweglich sind, was lebensgefährlich sein kann, wenn sich Raubtiere in der Nähe aufhalten. Anscheinend wiegen die Vorteile diesen Nachteil auf, was darauf hindeutet, dass Schlaf essenziell ist. Es ist bereits seit langem bekannt, dass Schlaf eine wichtige Rolle beim Lernen und für das Gedächtnis spielt. Schwieriger scheint es jedoch zu sein, die dem Schlaf zugrundeliegenden Funktionen zu identifizieren, die für das Überleben und die Fitness des Organismus essenziell sind.

Immer mehr Menschen leiden unter chronischem Schlafmangel. Das führt zu Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Entzündungen, psychischen Störungen und sogar zum vorzeitigen Tod. Weiterhin werden Schlafstörungen mit der Alzheimer-Krankheit, der Parkinson-Krankheit und der Huntington-Krankheit in Verbindung gebracht. Darum wird es immer wichtiger, den Schlaf noch besser zu verstehen.

 

Studie und Resultate

Um die Funktion des Schlafes zu erkennen, wurde in der Studie versucht, einen physiologischen Defekt zu identifizieren, der allen kurzschlafenden Drosophila-Mutanten gemeinsam ist. Diese Mutanten scheinen einen gemeinsamen Phänotyp der Anfälligkeit für akuten oxidativen Stress aufzuweisen, mit kürzeren Überlebenszeiten als Kontrollen. Daraus lässt sich schließen, dass Schlaf antioxidative Prozesse unterstützt, da oxidativer Stress durch ein Ungleichgewicht von reaktiven Sauerstoffkomponenten (freie Radikale) und antioxidativen Reaktionen verursacht wird.

Die Förderung des Schlafes mit genetischen und pharmakologischen Wirkstoffen bei Fruchtfliegen erhöhte das Überleben nach oxidativem Stress. Die Frage, die man sich als nächstes stellte, war, ob oxidativer Stress umgekehrt auch den Schlaf beeinflusst. Dies war offenbar der Fall. Die zusätzliche Expression von antioxidativen Genen führte zu einer Verminderung des oxidativen Stresses im Gehirn, woraufhin das Schlafbedürfnis abnahm. Viele Krankheiten, mit denen Schlafstörungen assoziiert werden, sind ihrerseits auch mit oxidativem Stress assoziiert.

 

Fazit

Immer mehr Menschen schlafen aufgrund ihres Lebensstils immer weniger. Eine neue Studie deutet auf einen bidirektionalen Zusammenhang zwischen Schlaf und oxidativem Stress hin: Oxidativer Stress verursacht Schlaf und Schlaf wirkt anschließend als Antioxidans für den Körper und das Gehirn. Mit anderen Worten: Schlaf hilft dem Körper, sich gegen oxidativen Stress zu verteidigen, und oxidativer Stress hilft, Schlaf zu induzieren.

Wenn Schlafmangel uns anfälliger gegenüber oxidativem Stress werden lässt, führt er unweigerlich zu Krankheiten. Eine pathologische Störung der antioxidativen Reaktion kann jedoch auch zu Schlafstörungen und damit assoziierten Erkrankungen führen. Daher ist es jeweils wichtig, herauszufinden, ob Schlafmangel die Ursache oder die Folge von Krankheit ist, um eine adäquate Behandlung durchführen zu können.

 

Literatur

https://medicalxpress.com/news/2018-07-antioxidant-benefits.html
http://journals.plos.org/plosbiology/article?id=10.1371/journal.pbio.2005206#!#sec001

 

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