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Vaginale Probiotika bei Blasenentzündung

Mittwoch 17 August 2016

Eine Blasenentzündung ist eine bakterielle Infektion der Blase, die in achtzig Prozent der Fälle durch das Bakterium Escherichia coli verursacht wird. Sie äußert sich insbesondere durch Schmerzen beim Wasserlassen, dauernden Harndrang, das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können, nächtlichen Harndrang und trüben oder stark riechenden Urin. 

Verschleppung von Uropathogenen

Die Pathogene, die eine Blasenentzündung verursachen, gelangen oft durch Verschleppung vom Darmausgang in das Scheidenmilieu. Aber eine Blasenentzündung kann auch durch Uropathogene verursacht werden, die ständig in der Vagina angesiedelt sind. Bei gesunden Frauen sorgen die im Intimbereich vorhandenen Lactobazillen dafür, dass sich Pathogene dort unter normalen Bedingungen nicht halten können. Außerdem stellt regelmäßiges Urinieren sicher, dass Pathogene nicht ohne weiteres in die Harnröhre aufsteigen können.

Risikofaktoren

Wer schon einmal eine Blasenentzündung hatte, trägt ein erhöhtes Risiko, erneut daran zu erkranken. Dies kann insbesondere dann auftreten, wenn die vorherige Blasenentzündung nicht ausreichend behandelt wurde. Auch bei häufigem Geschlechtsverkehr und/oder Partnerwechsel ist das Risiko erhöht. Weitere Risikofaktoren sind eine unvollständige Entleerung der Blase, die Einnahme von Kontrazeptiva, eine Schwangerschaft, die Zeit kurz vor, während und nach der Menstruation und nach der Menopause. Den größten Risikofaktor bildet jedoch die herkömmliche Behandlung mit Antibiotika.

Vor- und Nachteile von Antibiotika

Antibiotika können sehr effektiv gegen Infektionen wirken. Doch zu Recht wächst die Sorge bezüglich Resistenz. Mit Antibiotika vernichten wir die schwachen Pathogene, während gerade die stärksten überleben. Dies beschleunigt den Prozess der natürlichen Selektion zugunsten der Pathogene, wodurch erneut eine ungebremste Vermehrung stattfinden kann. Außerdem treten bei Antibiotika häufig Nebenwirkungen wie Durchfall und Sekundärinfektionen auf. Darüber hinaus sind die Lactobazillen dann oft nicht mehr in der Lage, in einer solchen Umgebung zu überleben.

Der Nutzen vaginaler Probiotika

 Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen einem Rückgang von Lactobazillen in der Scheide und einem erhöhten Risiko für Blasenentzündungen. Hier kann eine Ergänzung mit Lactobazillen Abhilfe schaffen. Probiotische Stämme fördern die Gesundheit der Harnwege, unter anderem durch Immunmodulation und durch Verhinderung der Einnistung eingeschleppter Bakterien, da ihre Anwesenheit der Kolonisation von Uropathogenen entgegenwirkt. Lactobazillen sind außerdem in der Lage, die Einnistung von E. coli durch Bildung von Mucin zu hemmen. Außerdem haben sie eine antibakterielle Wirkung.

Vaginale Probiotika sind sicher

Die Behandlung mit Probiotika ist nachweislich sicher und hat weniger Nebenwirkungen als Antibiotika. Gute Ergänzungen zu vaginalen Probiotika sind unter anderem Cranberry und D-Mannose. 

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Literatur

N. Lamb, Can probiotics reduce urinary tract infections?, Protexin health care

Internetbureau W3S

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