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Vier- bis fünfmal pro Woche bewegen hält das Herz jung

Samstag 23 Juni 2018
Zwei- bis dreimal pro Woche bewegen hält unsere Blutgefäße jung, vier- bis fünfmal pro Woche auch das Herz, wie aus einer neuen Studie hervorgeht. Dies zu wissen hilft bei der Entwicklung besserer Anti-Aging-Trainingsprogramme.

Mit zunehmendem Alter können sich die Arterien, die Blut zum und vom Herzen transportieren, versteifen, wodurch das Risiko von Herzerkrankungen steigt. Daher stellt sich schon seit langem die wichtige Frage: Wie viel Bewegung ist optimal, um diese Alterung des Herz-Kreislauf-Systems zu verlangsamen?

Während es schon lange als gesichert gilt, dass jede Form der Bewegung das Sterberisiko aufgrund von Herzproblemen verringert, zeigt diese neue Studie, dass es im Hinblick auf die Arterien auch darauf ankommt, wie oft man sich bewegt: Zwei- bis dreimal in der Woche jeweils dreißig Minuten lang Sport zu treiben kann bereits ausreichen, um die Versteifung mittelgroßer Arterien zu verhindern. Um jedoch auch die großen zentralen Arterien jugendlich frisch zu halten, muss man vier- bis fünfmal pro Woche trainieren. Die Studie wurde im Journal of Physiology veröffentlicht [1].

 

Bewegungshistorie unter die Lupe genommen

Um diese Erkenntnis zu gewinnen, führten die Forscher eine Querschnittsstudie* an 102 Personen über sechzig Jahren durch, deren Bewegungsgeschichte bekannt war. Bei allen Teilnehmern wurden detaillierte Informationen über den Versteifungsgrad der Arterien gesammelt.

Anschließend wurden die Teilnehmer dann in vier Gruppen eingeteilt:

  • Personen mit sitzendem Lebensstil: weniger als zweimal pro Woche körperliche Aktivität.
  • Personen mit leichter körperlicher Aktivität: zwei- bis dreimal pro Woche körperliche Aktivität.
  • Sportler: vier- bis fünfmal pro Woche körperliche Aktivität.
  • Intensivsportler: sechs- bis siebenmal pro Woche körperliche Aktivität.

Die Dauer jeder Aktivität lag bei mindestens dreißig Minuten.

 

Vier- bis fünfmal bewegen hilft der Herzschlagader

Das Forschungsteam stellte fest, dass zwei bis drei Aktivitäten pro Woche bei den Betroffenen zu jüngeren, weniger steifen mittelgroßen Arterien geführt hatten. Das sind die Arterien, die sauerstoffreiches Blut zum Kopf und Hals transportieren. Allerdings hatten Menschen, die vier- bis fünfmal pro Woche trainierten, auch jüngere zentrale Arterien. Das sind die Arterien, die Bauch und Brust (einschließlich des Herzens) mit Sauerstoff versorgen.

Die Forscher räumten allerdings auch gewisse Einschränkungen ihrer Studie ein: Die Personen wurden lediglich anhand der Gesamtanzahl ihrer Aktivitäten klassifiziert und es wurden keine Daten zur Intensität, Dauer (außer der Mindestdauer von 30 Minuten) oder Sportart gesammelt. Solche Faktoren könnten jedoch ebenfalls einen großen Einfluss auf die kardiovaskuläre Adaption ausüben. Auch die Ernährungsgewohnheiten und der soziale Hintergrund der Teilnehmer blieben unberücksichtigt.

 

Trainingsprogramme entwickeln

Die Forscher arbeiten bereits mit Nachdruck an einer Folgestudie: „Die Ergebnisse bieten uns die Möglichkeit, Trainingsprogramme zu entwickeln, die das Herz jung halten und selbst für ältere Herz-Kreislauf-Systeme die Zeit zurückdrehen können.“ [2] Das neue Forschungsprojekt konzentriert sich auf ein zweijähriges Training für Männern und Frauen mittleren Alters mit und ohne Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

*Bei einer Querschnittsstudie werden die Teilnehmer der Studie so ausgewählt, dass sie einen Querschnitt der Gesamtbevölkerung repräsentieren.

 

Literatur

[1] Shigeki Shibata et al, The effect of lifelong exercise frequency on arterial stiffness, The Journal of Physiology (2018). DOI: 10.1113/JP275301

[2] https://medicalxpress.com/news/2018-05-young-days-week-heart.html

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