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Vitamin D: Bildung und Aufnahme

Montag 11 November 2019
Der Körper kann Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht selbst herstellen, aber Ernährung und Supplementierung sind ebenfalls wichtige Quellen. Wie bildet die Haut Vitamin D? Welche Nahrungsmittel enthalten Vitamin D? Wie wird Vitamin D vom Körper aufgenommen? Und: Wann ist Supplementierung wirklich notwendig?

Vitamin D spielt bei vielen Prozessen in unserem Körper eine wichtige Rolle. So ist es wichtig für eine normale Muskelfunktion, es hilft, die Zähne stark zu erhalten, es unterstützt unser Immunsystem und es trägt zur Erhaltung starker Knochen bei. Vitamin D gibt es in fünf Formen (D1 bis D5), aber nur zwei davon sind physiologisch relevant, nämlich D2 und D3. D3 ist stärker und effektiver als D2.

 

Synthese von Vitamin D aus Sonnenlicht

Eigentlich könnte man Vitamin D auch als hormonähnliche Substanz betrachten, da wir es unter dem Einfluss der ultravioletten Strahlung (UV-B) aus Sonnenlicht selbst herstellen können. Wenn Sonnenlicht auf die Haut trifft, kann diese aus einem Cholesterinmetaboliten (7-Dehydrocholesterin) Provitamin D bilden, aus dem dann Cholecalciferol (Vitamin D3) metabolisiert wird.

Trifft genügend UV-B-Strahlung (als Bestandteil des Sonnenlichts) auf die Haut, bildet der Körper ein Vielfaches der Menge, die mit der Nahrung aufgenommen werden kann. Jedoch hat alles, was einen Einfluss auf die Menge der in die Haut eindringenden UV-B-Strahlung ausübt, auch Auswirkungen auf die Produktion von Vitamin D in der Haut und damit auf den Vitamin-D-Status. Hierzu zählen die Stärke des Sonnenlichts (die mindestens einem Wert von 3 entsprechen muss), der Zustand der Haut und die individuellen Verhaltensweisen gegenüber Sonnenlicht. So kann die Haut beispielsweise kein Vitamin D bilden, wenn sie mit Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor ab 15 eingerieben wurde.

 

Nahrungsquellen

Vitamin D2, Ergocalciferol, ist von Natur aus in pflanzlichen Nahrungsmitteln, Pilzen, Hefen und Käse enthalten. Vitamin D3, Cholecalciferol, kommt in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs vor, wie zum Beispiel fettreichem Fisch, Lebertran und Eiern. Es weist die gleiche Form auf wie das Cholecalciferol, das in der Haut durch die Einwirkung von ultravioletter Strahlung entsteht.

Vitamin D3 bewirkt eine effizientere Steigerung des Vitamin-D-Status als D2.

 

Aktivierung durch Hydroxylierung

Nach seiner Synthese in der Haut wird das Cholecalciferol (D3) an das sogenannte Vitamin-D-Bindungsprotein gekoppelt und mit dem Blut zur Leber transportiert. Vitamin D2 und D3 aus der Nahrung werden nach der Einnahme hauptsächlich durch Chylomicronen (Lipoproteine) transportiert und gelangen über das Lymphsystem in die Leber. Die Leber ist der wichtigste Speicherort für Cholecalciferol und Ergocalciferol, aber auch im Fett- und Muskelgewebe findet Speicherung statt.

Bevor Vitamin D seine physiologische Funktion erfüllen kann, muss es zunächst aktiviert werden. Diese Aktivierung erfolgt in zwei Schritten (zwei Hydroxylierungsreaktionen):

 

Schritt 1: Bildung von Calcidiol

Besonders in der Leber, aber auch in einer Reihe anderer Körpergewebe, werden die Vitamine D2 und D3 an Position 25 hydroxyliert. Hierbei entsteht Calcidiol (25-Hydroxy-Vitamin-D). Calcidiol hat an sich nur eine geringe biologische Aktivität, da diese Form von Vitamin D aber im Blutkreislauf vorherrscht, wird Calcidiol oft als Indikator zur Bestimmung des Vitamin-D-Status verwendet (Volmer, 2015); Willett, 2013).

 

Schritt 2: Bildung von Calcitriol

Als nächstes wird das Calcidiol zu den Nieren transportiert, in denen ein weiterer Hydroxylierungsschritt stattfindet, in dessen Verlauf das aktive Hormon Calcitriol (1α,25-Dihydroxycholecalciferol) gebildet wird. Die Bildung von Calcitriol wird durch Parathormon und niedrige Blutphosphorspiegel angeregt. Durch hohe Calcium- oder Calcitriolkonzentrationen im Blut und das Hormon FGF23 (Fibroblastenwachstumsfaktor 23) wird diese Aktivierung hingegen gehemmt. Der hier beschriebene zweite Schritt findet vor allem in den Nieren, aber auch in der Haut, der Nebenschilddrüse, der Brust, dem Dickdarm, der Prostata sowie in Immunsystem- und Knochenzellen statt (Bikle, 2014).

 

In der folgenden Abbildung sind die Zusammenhänge anschaulich zusammengefasst:

 

Essenziell bei unzureichender Sonneneinstrahlung

Der Körper verfügt über eine hohe Kapazität zur Eigenproduktion von Vitamin D. Dennoch wird es bei unzureichender Sonneneinstrahlung zu einem essenziellen Nährstoff. Umso wichtiger ist es dann, mit der Nahrung oder durch Supplementierung genügend davon aufzunehmen. Sie können den Vitamin-D-Status von Klienten bestimmen lassen, um auf der Grundlage dieses Ergebnisses bei Bedarf eine Ergänzung zu empfehlen. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Website: https://www.bonusan.com/nl/bloedwaardencheck/. Vorzugsweise sollten Sie in einer Fettmatrix gelöstes Vitamin D3 in Form von Softgels oder Tropfen empfehlen. Dies fördert die Aufnahme ins Blut, da Vitamin D ein fettlösliches Vitamin ist.

 

Möchten Sie sich noch eingehender über Vitamin D informieren? Dann besuchen Sie die Webseite unseres Wissenspartners Natura Foundation.

  

Literatur

Bikle, D. D., Vitamin D Metabolism, Mechanism of Action, and Clinical Applications. Chemistry & Biology, 2014, 21(3), 319–329. https://doi.org/10.1016/j. chembiol.2013.12.016

 

Tripkovic, L., et al., Comparison of vitamin D2 and vitamin D3 supplementation in raising serum 25-hydroxyvitamin D status: A systematic review and meta-analysis. The American Journal of Clinical Nutrition, 2012, 95(6), 1357–1364. https://doi. org/10.3945/ajcn.111.031070

 

Volmer, D. A., et al., Analysis of vitamin D metabolic markers by mass spectrometry: Current techniques, limitations of the “gold standard” method, and anticipated future directions: MEASURING VITAMIN D METABOLIC MARKERS BY MASS SPECTROMETRY. Mass Spectrometry Reviews, 2015, 34(1), 2–23. https://doi. org/10.1002/mas.21408

 

Willett, W., Nutritional Epidemiology (derde druk, 2013), New York, Oxford University Press

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