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Die Pioppi-Diät

Mittwoch 05 August 2020

Die Pioppi-Diät ist zur Zeit eine der populärsten Diäten. Pioppi ist ein kleines Dorf im Süden Italiens mit etwa 197 Einwohnern. Die Menschen dort haben ein einfaches, aber auch langes und gesundes Leben. Es gibt keinen Supermarkt und auch kein Fitnesscenter. Die Einwohner ernähren sich schmackhaft und gesund und gönnen sich ihr tägliches Glas (Rot-)Wein. Das Buch „Die Pioppi-Diät“ beschreibt ein darauf basierendes Lebensstil-Konzept, dass laut der Autoren innerhalb von 21 Tagen die Gesundheit verbessert und das Risiko für u. a. Diabetes-Typ-2 und Herz- und Gefäßerkrankungen senkt.

Die Autoren des Buchs „Die Pioppi-Diät“ sind der Kardiologe Dr. Aseem Malhotra und der Dokumentarfilmer Donal O’Neill. Gemeinsam hatten sie vorher bereits den Film „The big fat fix“ in Pioppi gedreht. Worum geht es bei der Pioppi-Diät genau und wie wurde man auf das Dörfchen Pioppi überhaupt aufmerksam? Was unterscheidet die Pioppi-Diät von der Mittelmeerdiät und der Paleo-Diät?

Was bedeutet Pioppi-Diät?

Zunächst wird die Pioppi-Diät als ein Lebenstil-Konzept bezeichnet, das nicht nur Ernährungshinweise beinhaltet, sondern auch Empfehlungen für ausreichende Bewegung, Entspannung, Schlaf und soziale Kontakte umfasst. Zudem wird dazu geraten, regelmäßig zu fasten. Die Ernährungsempfehlungen basieren auf einer Low-Carb-High-Fat-Diät (LCHF), mit Komponenten aus der mediterranen Küche.

Die Top Ten der Lebensmittel umfassen bei Malhotra und O’Neill ballaststoffreiches Gemüse, Obst, fetten Fisch (mindestens 3-mal pro Woche), ungesalzene Nüsse (eine Handvoll pro Tag), Olivenöl extra vergine (2 bis 4 Esslöffel pro Tag), Kokosöl, dunkle Schokolade (mindestens 85 % Kakaogehalt, höchstens 30 Gramm), fermentierte Vollmilchprodukte (griechischen Joghurt, Käse, Kefir, Butter von Weidekühen), Eier (mindestens 10 pro Woche) und schließlich Kräuter und Gewürze wie Knoblauch, Ingwer, Kurkuma und Basilikum. Rotes Fleisch wird begrenzt empfohlen, höchstens 500 Gramm pro Woche, und vorzugsweise unverarbeitet und von Weidetieren. Als Getränke werden Kaffee, Tee , Wasser sowie Rotwein (in Maßen, ein Glas pro Tag) empfohlen.

Von kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln mit einer hohen glykämischen Last wird abgeraten. Hierzu zählen Produkte mit zugefügtem Zucker, Erfrischungsgetränke, Fruchtsäfte, Honig, Sirup und alle verpackten verarbeiteten Kohlenhydrate wie Brot, Gebäck, Pasta, Couscous, Reis, Kekse, Müsliriegel etc. Dies gilt auch für Öle aus Samen wie Sonnenblumen-, Maiskeim- oder Sojaöl. Hülsenfrüchte werden nicht explizit erwähnt, aber kommen in verschiedenen Rezepten vor.

Unterschiede zur Mittelmeerdiät

Da bei der Pioppi-Diät Getreideprodukte vermieden und Nahrungsmittel wie Kokosöl miteinbezogen werden, handelt es sich nicht um eine typische Mittelmeerdiät. Die traditionelle Mittelmeerdiät beinhaltet zusammengefasst auch viel Gemüse, Obst, Fisch, Olivenöl und etwas Käse, Fleisch, Nüsse und Eier, aber wird durch Pasta, Reis und Brot ergänzt. Diese Ernährungsweise ist somit nicht kohlenhydratarm. Darin besteht vermutlich der größte Unterschied zur Pioppi-Diät. Die Pioppi-Diät könnte man daher im Wesentlichen als eine kohlenhydratarme Version der Mittelmeerdiät bezeichnen.

In welcher Beziehung steht die Pioppi-Diät nach unserer evolutionären Ansicht zur Paleo-Diät?

Gemeinsamkeiten:

  • Eine wichtige Gemeinsamkeit besteht darin, dass beide Ernährungsweisen grundlegend aus folgenden Nahrungsmitteln bestehen: (fettem) Fisch, Meeresfrüchten, Eiern, Samen, Nüssen, Gemüse, Obst, Kräutern, Gewürzen und gesunden Fetten aus Pflanzenölen wie Olivenöl und Kokosöl. Eine weitere Gemeinsamkeit besteht darin, dass bei beiden Ernährungsweisen von Getreide, verarbeiteten, kohlenhydratreichen Produkten und (zugefügtem) Zucker abgeraten wird.
  • Beide Ernährungsweisen erkennen die gesundheitlichen Vorteile gesättigter Fette und gehen davon aus, dass eher ein übermäßiger Genuss schneller Kohlenhydrate zu Herz- und Gefäßerkrankungen führen kann. (Weitere Informationen zur Rolle gesättigter Fette finden Sie im Artikel: Kokosöl, gesund oder nicht?
  • Beide Ernährungsweisen empfehlen das Intervallfasten. Die Pioppi-Diät empfiehlt, 24 Stunden in der Woche zu fasten und an den restlichen Wochentagen höchstens drei Mahlzeiten pro Tag zu sich zu nehmen. Bei der Paleo-Diät ist das Fastenflexibler: Es wird dazu geraten, die Anzahl der Mahlzeiten pro Tag von 1 bis 3 zu variieren, mit einem Maximum von 17 bis 21 pro Woche. Auch wird bei der Paleo-Diät empfohlen, zwischen dem Abendessen und dem Frühstück mindestens 13 Stunden vergehen zu lassen, sich zuerst mit nüchternem Magen zu bewegen und erst dann etwas zu essen.

Unterschiede:

Aus verschiedenen Gründen wird bei der Paleo-Diät der Verzehr von Nachtschattengewächsen, Hülsenfrüchten und Milchprodukten begrenzt. Insbesondere Casein, Lektine und Saponine (und Gluten aus Getreide) können Irritationen der Darmwand hervorrufen und so zu Verdauungsbeschwerden beitragen. In der Pioppi-Diät werden diese Stoffe nicht erwähnt.

Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Die Paleo-Diät und die Pioppi-Diät weisen viele Gemeinsamkeiten auf: Beide raten von einer Zufuhr von Zucker und stark verarbeiteten Nahrungsmitteln ab, schränken die Menge an Kohlenhydraten ein und empfehlen einen Speiseplan mit unverarbeiteten Lebensmitteln, viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten aus fettem Fisch, Eiern und Olivenöl. Die Paleo-Diät geht hinsichtlich der Vermeidung bestimmter Nahrungsmittel, wie beispielsweise Nachtschattengewächsen, Hülsenfrüchten und Milchprodukten, noch ein bisschen weiter als die Pioppi-Diät. Die Pioppi-Diät ist zudem auch eher ein allgemeines Lebensstil-Konzept, während die Paleo-Diät laut unserer evolutionären Sichtweise – in Kombination mit den Lebenstil-Empfehlungen – die Basis bildet, um eine ganzheitliche Gesundheit im Rahmen einer therapeutischen Intervention zu erreichen und anschließend auch zu erhalten.

Literatur 

Het Pioppi dieet, Aseem Malhotra en Donal O'Neill, Karakter Uitgevers B.V., Druk: 1 oktober 2018

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