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Eier: eins pro Tag oder zwei pro Woche?

Freitag 22 Juni 2018
Was haben Eier mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu tun, die die Hauptursache für Invalidität und Tod sind? Frühere, klein angelegte Studien hatten einen positiven Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Eiern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nahegelegt. Aber stimmt das auch?

Lange Zeit wurde vom Verzehr von mehr als 2 Eiern pro Woche wegen ihres Cholesteringehalts abgeraten. Dies sollte jedoch etwas differenzierter betrachtet werden. Denn zunächst einmal sinkt die körpereigene Bildung von Cholesterin, sobald sich die aus der Nahrung aufgenommene Menge erhöht. Und der restliche LDL-Anstieg im Serum, der dann trotzdem noch stattfindet, wird von einem parallelen Anstieg von HDL begleitet. Daher wird das Verhältnis der verschiedenen Cholesterinarten im Gesamtcholesterin, auf das es im Wesentlichen ankommt, durch den Verzehr von Eiern nicht aus dem Gleichgewicht gebracht.

 

LDL-Cholesterin ist an sich nichts Schlechtes

LDL-Cholesterin transportiert das für unsere Zellfunktionen wichtige Cholesterin zu den Zellen. Zu viel LDL schadet zwar den Blutgefäßen, aber das immer auch im Blut vorhandene HDL-Cholesterin sorgt dafür, dass überschüssiges Cholesterin sofort beseitigt wird. Ein gesundes Cholesterinverhältnis wird also durch den Anteil von HDL an der Gesamtmenge bestimmt. Und dies sagt mehr über das Risiko für unsere Blutgefäße aus als nur allein der LDL-Spiegel.

 

Da steckt was drin

Eier enthalten nicht nur Cholesterin, sondern auch hochwertige Proteine, viele Vitamine und bioaktive Komponenten wie Phospholipide und Carotinoide. Phospholipide aus Eiern können den HDL-Spiegel erhöhen und die HDL-Funktion verbessern, welche wiederum den Fortschritt von Gefäßwandversteifung bremst. Darüber hinaus erhöht der Verzehr von Eiern den Plasmagehalt an bestimmten Carotinoiden. Diese spielen eine wichtige Rolle beim Schutz vor Oxidation, Entzündung und Gefäßwandversteifung.

Darüber hinaus wurde gezeigt, dass der Verzehr von Eiprotein bei gesunden adipösen Personen zu einem nachhaltigeren Sättigungsgefühl sowie einem niedrigeren Blutzucker- und Blutinsulinspiegel führt. Infolgedessen wird die Nahrungsaufnahme reduziert.

 

Ist dies wissenschaftlich nachgewiesen?

Der Zusammenhang zwischen Eiern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde bereits vor längerer Zeit untersucht. Diese Studien waren jedoch nur von kleinem Umfang und haben sich als inkonsistent erwiesen, sodass sie als nicht ausreichend signifikant betrachtet werden müssen. Im Jahr 2016 zeigte sich in einer größeren Studie der Kuopio Universität in Finnland, dass sich kein positiver Zusammenhang zwischen einer hohen Cholesterinaufnahme über die Nahrung und dem Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachweisen lässt. Hierzu wurden über einen Zeitraum von 21 Jahren Ernährungsdaten von mehr als 1.000 finnischen Männern mittleren Alters gesammelt und untersucht.

Nun hat sich in der China-Kadoorie-Biobank-Studie, einer kontinuierlichen prospektiven Kohorte von etwa einer halben Million Erwachsenen, gezeigt, dass der tägliche Verzehr von Eiern das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sogar signifikant reduziert.

 

Studiendesign

Die gesunden Teilnehmer wurden zwischen 2004-2008 in die Studie aufgenommen und zur Häufigkeit ihres Eierkonsums befragt. Sie wurden fast 9 Jahre lang verfolgt, um ihre Morbidität und Mortalität zu erfassen.

Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen fiel bei häufigerem Verzehr von Eiern niedriger aus. So war der tägliche Verzehr von Eiern offenbar mit einem um 26 % verringerten Risiko für Hirnblutungen assoziiert.

 

Fazit

Die Hypothese, dass Cholesterin aus der Nahrung zu einem gefährlich erhöhten Blutcholesterinspiegel führen könnte, erschien anfangs zwar einleuchtend, hat sich inzwischen jedoch als voreilig erwiesen. In einer großangelegten Beobachtungsstudie zeigt sich sogar eine positive Wirkung von Cholesterin aus Eiern auf die Blutgefäße.

 

Literatur

 

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