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Hilft entzündungshemmende Ernährung bei Depressionen?

Freitag 30 August 2019

Pommes frites, Hamburger, Cookies, verarbeitetes Fleisch. Wir alle wissen längst, dass diese Nahrungsmittel nicht gesund sind. Aber sie beeinflussen auch das Ausmaß von Entzündungen in unserem Körper und führen zu einem deutlich erhöhten Risiko für Depressionen. Forscher der Manchester Metropolitan University haben sich intensiv mit diesem Thema befasst und eine Übersichtsstudie erstellt.

 

Nach Angaben des Trimbos Institute leiden zwanzig Prozent der niederländischen Bevölkerung irgendwann im Leben an Depressionen (Trimbos). Dies kann durch verschiedene Faktoren wie traumatische Erfahrungen, genetische Prädisposition oder hormonelle Dysregulation beeinflusst werden. Aber auch Entzündungen können verschiedenen Studien zufolge eine Rolle in der Pathophysiologie der Depression spielen. Die Autoren der aktuellen Studie haben nun die Ergebnisse ihrer Metaanalyse aller verfügbaren Daten veröffentlicht, bei der sie sich auf den Zusammenhang zwischen Ernährung und depressiven Gefühlen konzentriert haben.

 

Erhöhtes Risiko auf kurze und lange Sicht

Die Forscher untersuchten die Daten aus insgesamt elf Studien, die 101.950 Teilnehmer unterschiedlicher Herkunft im Alter zwischen 16 und 72 Jahren repräsentieren. Das Vorliegen und der Grad der Depression wurden in allen Studien mittels Fragebögen gemessen. Bei jedem Teilnehmer wurde ermittelt, inwieweit seine Ernährungsweise entzündungsfördernde Bestandteile enthielt. Das Ergebnis wurde durch eine Maßzahl für entzündungsfördernde Ernährung (DII) dargestellt. In die Analyse wurden sowohl Kurz- als auch Langzeitstudien einbezogen (Tolkien, 2018).

Unabhängig von Alter und Geschlecht zeigten die Studien, dass Menschen mit entzündungsfördernden Essgewohnheiten vierzig Prozent häufiger Depressionen oder Symptome von Depressionen entwickeln als Menschen mit entzündungshemmenden Essgewohnheiten. Die gleichen Ergebnisse ließen sich auch in den Langzeitstudien finden (Tolkien, 2018).

 

Behandlung mit Ernährungsinterventionen

​Obwohl offenbar ein klarer Zusammenhang besteht, sind die Forscher bei der Benennung eines kausalen Zusammenhangs noch zurückhaltend. Neben einem direkten Zusammenhang von Depression mit entzündlichen Effekten aus der Nahrung gibt es aber auch Hinweise auf Zusammenhänge zwischen unserer Ernährungsweise, neuronaler Funktionen und synaptischer Plastizität, die ebenfalls an der Entstehung von Depression beteiligt sind (Tolkien, 2018). Die Forscher vermuten, dass diese Ergebnisse Potenziale hinsichtlich der Behandlung von Depressionen mit sich bringen. „Wenn wir unsere Ernährungsweise umstellen, könnte dies eine kostengünstige Alternative zu pharmakologischen Interventionen bieten, die überdies oft Nebenwirkungen haben. Um dies zu bestätigen, sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich“ (Medical Xpress, 2018).

 

Pro- und antiinflammatorisch

Eine antiinflammatorische Diät umfasst Ballaststoffe, ungesättigte Fettsäuren, Magnesium, Vitamine A, B1, B2, B5, C, E, Folsäure, Beta-Carotin, Knoblauch, Zwiebeln und Wein. Hier zeigen sich viele Ähnlichkeiten mit der Mittelmeerdiät, die daher ebenfalls vor Depressionen schützen könnte (Shivappa, 2016). Proinflammatorische Nährstoffe wie Glucose und gesättigte Fettsäuren könnten hingegen das natürliche Immunsystem überreizen und dadurch auf lange Sicht Low-grade-Entzündungen und chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes und neben Depressionen möglicherweise auch Alzheimer hervorrufen (Tolkien, 2018).

Möchten Sie mehr über die Zusammenhänge zwischen unserer Ernährung und der Gesundheit unseres Gehirns erfahren? Darüber haben wir bereits in früheren Artikeln berichtet, so zum Beispiel über den Einfluss von Transfettsäuren auf die Regulation von Emotionen. 

 

Bronnen

[1] MedicalXpress (2018). Junk food diet raises depression risk, researchers find. Abgerufen unter: https://medicalxpress.com/news/2018-12-junk-food-diet-depression.html

[2] Shivappa et al. (2016). Association between inflammatory potential of diet and risk of depression in middle-aged women: the Australian Longitudinal Study on Women's Health. Br J Nutr.; 116(6):1077-86. doi: 10.1017/S0007114516002853

[3] Tolkien et al. (2018). An anti-inflammatory diet as a potential intervention for depressive disorders: A systematic review and meta-analysis, Clinical Nutrition. DOI: 10.1016/j.clnu.2018.11.007

[4] Trimbos (z.d.). Depressie feiten en cijfers. Abgerufen unter: https://www.trimbos.nl/kennis/depressie-preventie/depressie-feiten-en-cijfers/

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