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Metastudie: Yoga gut für DNA

Mittwoch 01 November 2017

Aus einer Metastudie an 18 Studien mit insgesamt 846 Teilnehmern geht hervor, dass Yoga und andere Geist-Körper-Techniken molekulare Veränderungen in unserer DNA bewirken können [1]. Dies erklärt, warum diese Techniken einen positiven Einfluss auf unsere körperliche und geistige Gesundheit haben.

Um zu verstehen, wie das funktioniert, müssen wir uns zunächst mit der Kampf-Flucht-Reaktion, NF-kB und chronischen Entzündungen beschäftigen und verstehen lernen, wie sich diese Faktoren unter den Bedingungen des modernen Lebens auf uns auswirken.

 

Kampf-Flucht-Reaktion

Wenn wir in eine Stress-Situation geraten, tritt unser sympathisches Nervensystem in Aktion. Unter anderem wird dann ein Molekül namens NF-kB (Nuclearfaktor-kappa-B) zur DNA gesendet. Dieses Molekül ist an der Genexpression beteiligt und sorgt dafür, dass entzündungsfördernde Substanzen, die als Cytokine bezeichnet werden, in den Körper abgegeben werden. Einfach gesagt: NF-KB setzt den Stress, den wir erleben, in eine physiologische Reaktion des Körpers um. Diese Reaktion wird als Kampf-Flucht-Reaktion bezeichnet.

Im Laufe unserer Evolution haben waren wir oft Situationen ausgesetzt, in denen schnelle Flucht oder Kampf einen Überlebensvorteil darstellten. Das sympathische Nervensystem ist daher ständig bereit, das Herz schneller schlagen zu lassen, die Glykogenumwandlung zu beschleunigen und die Adrenalinproduktion zu steigern. Unter den heutigen Lebensbedingungen wird diese Reaktion jedoch sehr oft und langanhaltend ausgelöst, beispielsweise durch Stress am Arbeitsplatz oder durch andere Umwelteinflüsse.

 

Low-grade-Entzündungen

In einer Stress-Situation ist das Immunsystem besonders aktiv. Als wir noch Jäger und Sammler waren, lieferte uns das auch einen Vorteil: Bei Kampf und Flucht kann man sich schnell verletzen. Dann besteht eine hohe Infektionsgefahr. Obwohl eine solche Infektion unter unseren heutigen Lebensbedingungen nur noch selten auftritt, bleibt das Immunsystem trotzdem über längere Zeiträume niedriggradig aktiv.

Dieser evolutionäre Mechanismus steht tagtäglich am Anfang vieler psychologischer Erkrankungen wie zum Beispiel Depression. Nun zeigt sich, dass Yoga dieses Problem nicht nur kurzfristig lindert, sondern tatsächlich auf grundsätzliche Weise eingreift. Den Forschern zufolge kann es sogar bereits eingetretene Schäden beheben.

 

Yoga verringert NF-kB

Die Forscher fanden heraus, dass Menschen, die Yoga und andere Geist-Körper-Techniken anwenden, niedrigere NF-kB-Werte zeigen. Auch wurden weniger entzündungsfördernde Cytokine im Blut gefunden. Im Ganzen gesehen war das Genexpressionsmuster nun nicht mehr entzündungsfördernd [1]. Dadurch verringerte sich den Forschern zufolge das Risiko für entzündungsbedingte Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen.

„Geist-Körper-Techniken hinterlassen eine molekulare Signatur in unseren Zellen. Durch das Verändern der Art und Weise, in der sich unsere Gene ausdrücken, wird die Wirkung, die Stress und Angst auf unserem Körper ausüben, umgekehrt. Einfach gesagt: Geist-Körper-Techniken zeigen unserer DNA mithilfe des Gehirns den richtigen Weg zu einem besseren Wohlbefinden.“

 

Yoga, Ernährung und Bewegung

Nun stellt sich den Forschern die Frage, in welcher Beziehung Yoga und sonstige Geist-Körper-Techniken zu anderen Lebensstilinterventionen stehen und ob diese genauso wirksam sind. Dabei steht jedoch außer Frage, dass eine gut durchdachte (urzeitliche) Ernährung und intermittierende Bewegung gemeinsam mit Geist-Körper-Techniken eine unverzichtbare Grundlage für besseres Wohlbefinden bilden.

 

Literatur

[1] Ivana Buric et al, What Is the Molecular Signature of Mind? Body Interventions? A Systematic Review of Gene Expression Changes Induced by Meditation and Related Practices, Frontiers in Immunology (2017).

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