Alternate Text

Neue Studie zeigt Zusammenhang zwischen braunem Fett und Bewegung

Montag 25 Juni 2018
Bei körperlicher Aktivität ist braunes Fett offenbar in der Lage, die Muskeln dazu anzuregen mehr Fett zu verbrennen. Dabei fungiert das Fettmolekül Lipokin als Signalstoff. Diese Funktion des braunen Fettes wird nun erstmalig in einer aktuellen Studie nachgewiesen.

Braunes Fett ist anders als „gewöhnliches“, weißes Fett. Zum Beispiel kann es Wärme erzeugen, indem es Fett, Zucker und überschüssige Kalorien verbrennt. Weißes Fett hält lediglich die Wärme im Körper zurück (und bildet natürlich auch eine Energiereserve für Zeiten der Nahrungsknappheit). Über besonders viel braunes Fett verfügen Tiere im Winterschlaf und Säuglinge, da sie dadurch besser gegen Kälte gewappnet sind. Braunes Fett verdankt die Farbe seinem hohen Gehalt an Mitochondrien, den Kraftwerken unserer Zellen. [1]

Seit 2009 wissen wir, dass auch Erwachsene noch einen kleinen Vorrat an braunem Fett besitzen. Seitdem wurde dieses spezifische Fettgewebe recht gut erforscht, mit dem Ziel, unseren Stoffwechsel besser zu verstehen. Die aktuelle Studie der Ohio State University zeigt nun, dass braunes Fett bei körperlicher Aktivität ein Lipokin in das Blut freisetzt, eine Signalsubstanz, die die Muskeln dazu anregt, mehr Fett zu verbrennen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Cell Metabolism veröffentlicht. [2]

 

Bewegung wichtig für den Stoffwechsel

Im Rahmen der Studie wurden 56 Teilnehmer unterschiedlichen Alters in zwei Gruppen eingeteilt. Anschließend absolvierten sie ein Training mittlerer Intensität: Die eine Gruppe verbrachte 40 Minuten auf dem Heimtrainer und die andere 45 Minuten auf dem Laufband. Bei allen Teilnehmern schoss unmittelbar nach dem Training die Blutkonzentration das Lipokins 12, 13-diHOME in die Höhe.

„Wir wissen schon lange, dass Bewegung wichtig für den Stoffwechsel ist, aber wir verstehen noch immer nicht ganz, wie das auf zellulärer Ebene funktioniert. Die Studie zeigt, dass ein Lipokin dabei wahrscheinlich eine wichtige Rolle spielt“, erklärt einer der beteiligten Forscher. [3]

 

Signalsubstanz für die Muskeln

Lipokin war bereits früher mit der Erzeugung von Wärme bei kalten Temperaturen in Zusammenhang gebracht worden. Bisher hatte jedoch noch keine Studie gezeigt, dass braunes Fett nicht nur bei Kälte, sondern auch bei Bewegung mehr Zucker und Fett verbrennt. Dies halten die Forscher jedoch für einleuchtend, da die Muskeln bei körperlicher Aktivität mehr Brennstoff benötigen, um mehr Energie zu erzeugen. Daher fungiert das Lipokin, das aus dem braunen Fett stammt, bei körperlicher Aktivität als Signalsubstanz, die die Muskeln dazu anregt, mehr Fettsäuren als Brennstoff aufzunehmen.

Um den Zusammenhang mit braunem Fett noch eindeutiger nachzuweisen, führten die Forscher zusätzlich eine Studie an Mäusen durch. Auch Mäuse weisen nach körperlicher Aktivität einen erhöhten Lipokinspiegel im Blut auf. Wird bei Mäusen jedoch das braune Fett chirurgisch entfernt, ist nach körperlicher Aktivität keine Zunahme dieses Fettmoleküls feststellbar. Ein Befund, der ebenfalls darauf hindeutet, dass das braune Fett die Quelle des Lipokins ist.

In einer Folgestudie wollen die Forscher nun herausfinden, in welcher Weise dieses Lipokin wirkt. Dies könnte auf lange Sicht zu neuen Therapien gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes führen.

 

Literatur

[1] https://www.bonusan.com/nl/nieuws/bruin-vet-in-de-strijd-tegen-welvaartsziekten/

[2] Cell Metabolism, Stanford et al. "12,13-diHOME: An Exercise-Induced Lipokine that Increases Skeletal Muscle Fatty Acid Uptake." DOI: 10.1016/j.cmet.2018.03.020 , www.cell.com/cell-metabolism/f … 1550-4131(18)30241-9

[3] https://medicalxpress.com/news/2018-05-links-good-brown-fat.html

Internetbureau W3S

Bonusan verwendet Cookies um die Webseite zu verbessern und Ihnen eine bessere Dienstleistung anbieten zu können. Möchten Sie wissen, welche Cookies wir gebrauchen? Lesen Sie hier mehr.

Accepteer Alleen Functionele Cookies