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Wenn Sie krank sind, dann bleiben Sie zu Hause

Mittwoch 28 Oktober 2020

 "Bei Beschwerden zu Hause bleiben", so lautet der Ratschlag, der in der aktuellen Coronapandemie häufig zu hören ist. Wussten Sie, dass unser eigener Körper während einer Infektion Signale aussendet, die dafür sorgen, dass wir unser Haus tatsächlich nicht verlassen wollen? Viele Menschen denken, dass nur die Krankheitserreger für die Krankheitssymptome verantwortlich sind, aber in Wirklichkeit spielt auch unser Körper eine wichtige Rolle. Das Immunsystem und das Nervensystem tun viel mehr als nur unwillkommene Eindringlinge anzugreifen; sie verursachen auch Krankheitsverhalten wie Müdigkeit, Schwäche, Trübsinn und das Bedürfnis, uns zu isolieren (1).

Krankheitsverhalten ist ein evolutionär konserviertes Phänomen, das in fast allen Schichten des Tierreichs auftritt und daher vorteilhaft zu sein scheint. Aber wie erhöhen die Symptome einer Infektion unsere Überlebenschancen? Es wird vermutet, dass durch eine verminderte Körperaktivität (verursacht durch Müdigkeit) Energie für die Bedürfnisse unseres Immunsystems gespart werden kann, damit eine Infektion schneller bekämpft werden kann (1). Neben dem Nutzen für den Einzelnen kann das Krankheitsverhalten jedoch auch für die Gruppe vorteilhaft sein (2,3). Die extremste Form findet sich bei sozialen Insekten, wie zum Beispiel Bienen. Wenn ihre Gesundheit versagt, fliegen sie für immer weg, um anderswo zu sterben (4).

"Krankheitsverhalten erhöht die Chance, dass unsere Gene weitergegeben werden. Selbst wenn das Individuum nicht überlebt, verringert die Isolation vom sozialen Umfeld die Ausbreitung der Infektion. Isolation ist der effizienteste Weg, das Fortschreiten einer übertragbaren Krankheit zu verhindern" (5).

Verschiedene Symptome könnten die Überlebensrate unseres 'egoistischen Genoms' erhöhen. Appetitlosigkeit sorgt zum Beispiel dafür, dass wir unsere gemeinsamen Nahrungsquellen und unser Wasser nicht mit Krankheitserregern verschmutzen. Müdigkeit und Schwäche schränken unsere Beweglichkeit ein, was den Infektionsradius verringert. Depressionen und Libidoverlust sorgen dafür, dass wir (intime) menschliche Kontakte vermeiden, so dass übertragbare Krankheiten keine Chance haben (3).

Wissen in der Praxis

Ob wir uns von einer Infektion erholen oder unsere Umwelt vor der Ausbreitung einer Infektion schützen wollen, die oben genannten wissenschaftlichen und evolutionären Erkenntnisse führen zu der gleichen Schlussfolgerung: Wenn man krank ist, sollte man zu Hause bleiben. In der Tat ist dieser dringende Ratschlag während der Coronapandemie genau das, was Menschen (und Tiere) in den letzten Millionen Jahren auf natürliche Weise angewendet haben und was Sie Ihren Kunden einprägen können: Dem Krankheitsgefühl und dem damit verbundenen Verhalten nachzugeben, trägt zur Genesung bei.

Literatur

  1. Dantzer R, Kelley KW. Twenty years of research on cytokine-induced sickness behavior. Brain Behav Immun. februari 2007;21(2):153–60.
  2. Shakhar K. The Inclusive Behavioral Immune System. Front Psychol. 3 mei 2019;10:1004.
  3. Shakhar K, Shakhar G. Why Do We Feel Sick When Infected—Can Altruism Play a Role? PLOS Biol. 16 oktober 2015;13(10):e1002276.
  4. Rueppell O, Hayworth MK, Ross NP. Altruistic self-removal of health-compromised honey bee workers from their hive: Self-removal in honey bees. J Evol Biol. juli 2010;23(7):1538–46.
  5. Your symptoms? Evolution’s way of telling you to stay home. Beschikbaar op: https://phys.org/news/2016-01-symptoms-evolution-home.html

 

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