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Yoga und Achtsamkeit helfen bei Stress

Donnerstag 15 August 2019

Wir leben in einer Welt voller Hektik und Unsicherheit. Ständig steigen die Anforderungen und dauernde Erreichbarkeit ist ein Muss. Das führt dazu, dass wir zu viel und zu lange anhaltenden (ungesunden) Stress erfahren. Eine Metaanalyse zeigt, dass Yoga und Achtsamkeit hier helfen können.

 

Menschen, die ständig unter Druck stehen (und daher Stress erfahren), essen oft schlechter, bewegen sich weniger und tragen ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Inhärenter Bestandteil von chronischem Stress ist ein gestörtes autonomes Nervensystem, eine anfänglich erhöhte Freisetzung von Stresshormonen und letztlich eine gestörte Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA-Achse). Diese Achse erfüllt eine wichtige Funktion bei der Regulierung von Stress.

 

Wachsende Zahl von wissenschaftlichen Belegen

Mit dem wachsenden Bewusstsein für die negativen Folgen von Stress steigt das Interesse für Aktivitäten wie Yoga, Achtsamkeit, Meditation und Tai Chi, um wieder mehr Ruhe in den Alltag zu integrieren. Und nicht nur das: Im Zuge der zunehmenden Beliebtheit von Yoga-Asanas (Körperübungen) und Achtsamkeitstraining zur Stressverringerung beginnt sich nun auch die Wissenschaft für die physiologischen und neurobiologischen Wirkungen von Yoga auf die Gesundheit zu interessieren.


Schon frühere Forschungen haben gezeigt, dass Yoga positive Wirkungen auf die Gesundheit ausüben kann. Yoga senkt den Blutdruck, die Herzfrequenz, das Gesamtcholesterin und das Low Density Lipoprotein (LDL)-Cholesterin. Außerdem sinkt der Blutzuckerspiegel und die Freisetzung des Stresshormons Cortisol durch die Nebennieren wird gebremst. Darüber hinaus bringt Yoga positive Effekte bei Müdigkeit und Entzündungen.


Vom Immunsystem freigesetzte Cytokine spielen eine Rolle bei entzündlichen Prozessen und beeinflussen das neuroendokrine System, insbesondere die HPA-Achse. Regelmäßiges Praktizieren von Yoga-Asanas wird mit einer verbesserten Regulation der sympathischen Komponente des vegetativen Nervensystems und der HPA-Achse bei verschiedenen Personengruppen in Zusammenhang gebracht.

 

Selbstmanagement

Australische Forscher am Peter MacCallum Cancer Centre in Melbourne haben dies vor kurzem in einer Metaanalyse untersucht. Dabei wurden die Daten aus 42 vergleichbaren klinischen Studien kombiniert und zu einem Gesamtergebnis ausgewertet. Dazu wurden alle Studien statistisch analysiert und gewichtet.


Zugleich wollten die Forscher wissen, ob Yoga als Selbstmanagement zum Abbau von Stress geeignet ist und ob bei der jeweiligen Studie eine Kontrollgruppe verwendet wurde. Denn Verzerrungen von Studien durch unausgewogene Vorselektion der Studienpopulation sind leider keine Seltenheit.


Oft nahmen gesunde Menschen an der Studie teil, oft aber auch Patienten mit Krebs, Bluthochdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch der Yoga-Stil der Studien variierte: Hatha, Bikram, Ashtanga. Zusammenfassend zeigte sich dennoch, dass Yoga im Vergleich zu einer Kontrollgruppe tatsächlich positive Wirkungen auf die oben genannten physiologischen Parameter ausübt, die mit den Stressreaktionen in Zusammenhang gebracht werden.

 

Literatur

[1] Pascoe MC, Thompson DR, Ski CF. Yoga, mindfulness-based stress reduction and stress-related physiological measures: A meta-analysis. Psychoneuroendocrinology. 2017 Dec;86:152-168. doi: 10.1016/j.psyneuen.2017.08.008. Epub 2017 Aug 30. Review. PubMed PMID: 28963884.

[2] Kiecolt-Glaser JK, Bennett JM, Andridge R, Peng J, Shapiro CL, Malarkey WB, Emery CF, Layman R, Mrozek EE, Glaser R. Yoga's impact on inflammation, mood, and fatigue in breast cancer survivors: a randomized controlled trial. J Clin Oncol. 2014 Apr 1;32(10):1040-9. doi: 10.1200/JCO.2013.51.8860. Epub 2014 Jan 27. PubMed PMID: 24470004; PubMed Central PMCID: PMC3965259.

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