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Abnehmen? Lassen Sie sich damit ruhig noch ein wenig Zeit.

Freitag 22 Januar 2016

Viele Menschen beginnen das neue Jahr mit guten Vorsätzen. Abnehmen steht dabei oft ganz oben auf der Liste. Leider sind jedoch viele Abnehmversuche zum Scheitern verurteilt. Warum? Weil der Winter dafür der schlechteste Startzeitpunktpunkt sei, behaupten Wissenschaftler der University of Exeter. 

André Frankhuizen

Natürlich gibt es Menschen, die ihre guten Vorsätze tatsächlich einlösen. Aber wie viele sind das? Eine in diesem Zusammenhang oft gehörte Zahl liegt bei acht Prozent. Das würde bedeuten, dass mehr als neun von zehn guten Vorsätzen frühzeitig Schiffbruch erleiden. Warum geben wir so schnell auf? 

 

Vielleicht, weil wir zu schlechte Planer sind, zu wenig intrinsische Motivation besitzen oder uns ganz einfach unrealistische Ziele setzen. Dabei ist Abnehmen natürlich immer schwierig: Essen ist Emotion und tief verwurzelte Muster sind nun einmal schwer zu ändern. Aber das seien nicht die einzigen Schwierigkeiten, sagen Wissenschaftler der University of Exeter (Großbritannien).

Unbewusst zu viel essen

Den Forschern zufolge haben wir das ganze Jahr über den unbewussten Drang, zu viel zu essen. Im Winter ist dieser Drang jedoch am stärksten und wir neigen dazu, mehr Fett zu anzusetzen. Aber warum werden wir diese unnötigen Kilos nicht genauso leicht wieder los? Das würde letztlich doch den größeren evolutionären Vorteil bieten.

 

Um das herauszufinden, benutzten die Forscher ein Computermodell der Fettspeicherung bei Menschen und Tieren. Die Simulationen zeigen, dass es einerseits tatsächlich einen evolutionären Mechanismus gibt, der uns vor übermäßigem Essen schützt, jedoch nicht besonders effektiv ist. 

 

Andererseits erfolgt nach einer starken Gewichtsabnahme als Gegenreaktion sofort eine exzessive Fettspeicherung. Dies stellt in Zeiten der Knappheit natürlich einen Vorteil dar. In unserer heutigen Überflussgesellschaft ist es jedoch zum Problem geworden. 

„Unsere heutige Ernährung enthält so viel Zucker und Geschmacksverstärker, dass die Lust auf Essen stärker ist als jeder evolutionäre Mechanismus“, erklären die Forscher. Mit anderen Worten: Wenn wir eine fett- und zuckerreiche Mahlzeit wittern, ziehen unsere guten Vorsätze unweigerlich den Kürzeren.

Besonders anfällig im Winter

Bis zur industriellen Revolution war Nahrung besonders in den Wintermonaten knapp. Darum setzen wir auch heute noch im Winter mehr Speck an. Daher gibt es keinen schlechteren Startzeitpunkt für eine Gewichtsabnahme, als den Neujahrstag. Aber selbst, wenn man damit bis zum Frühjahr wartet, ist es keine gute Idee, einfach die Rationen zu verringern; sich selbst auszuhungern führt letztlich nur zu noch mehr Fettspeicherung. 

Wie macht man es richtig? Vor allem ist es wichtig, sich viel zu bewegen, gesüßte und aromatisierte Lebensmittel nach und nach durch natürliche Lebensmittel zu ersetzen, statt Limonade Wasser zu trinken, Zucker zu meiden, Fastentage mit Tagen, an denen man normal isst, abwechseln zu lassen (intermittierendes Fasten) und vor allem nicht alles Fett aus der Nahrung zu verbannen. Besonders bei diesem letzten Punkt machen viele Abnehmwillige einen folgenschweren Fehler: Nahrung, die kein Fett enthält, vermittelt auch kein Sättigungsgefühl, sodass man sich permanent hungrig fühlt.

Und was ist mit den guten Vorsätzen? Die könnte man als eine sozial akzeptierte Form von Aufschieberitis betrachten. Fangen Sie einfach damit an, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie reif dafür sind, versuchen Sie es nicht mit Gewalt und setzen Sie sich Ziele, die Sie auch erreichen können. Abnehmen ist an sich schon schwer genug: Machen Sie es sich daher so leicht wie möglich.

Literatur

Andrew D. Higginson, John M. McNamara, Alasdair I. Houston, Fatness and fitness: exposing the logic of evolutionary explanations for obesity, Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 6 January 2016

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