Alternate Text

Braunes Fett im Kampf gegen Zivilisationskrankheiten

Sonntag 20 Mai 2018
Eine in Nature Communications veröffentlichte Forschung zeigt, dass menschliche Stammzellen schon bei relativ geringen Temperaturschwankungen zur Bildung von braunem Fett angeregt werden können. Eine wichtige Erkenntnis für die natürliche Behandlung vieler Zivilisationskrankheiten.

Sowohl braunes Fett als auch weißes Fett schützen uns vor Witterungseinflüssen. Braunes Fett erzeugt Wärme, indem es Fett, Zucker und überschüssige Kalorien verbrennt. Seine Farbe verdankt es daher der sehr hohen Dichte der Mitochondrien, den Kraftwerken unserer Zellen. Die größten Mengen an braunem Fett besitzen Tiere im Winterschlaf und Babys, damit sie in ihrer verletzlichsten Lebensphase besser gegen unvorhersehbare Witterungseinflüsse gewappnet sind.

Weißes Fett wirkt wärmedämmend und erfüllt außerdem die Aufgabe, einen Energievorrat für Zeiten des Mangels bereitzustellen. In der heutigen Wohlstandsgesellschaft tritt Mangel jedoch so gut wie nie auf, sodass sich immer mehr weißes Fett ansammelt, was zur Gewichtszunahme führt. Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor für Zivilisationskrankheiten, unter anderem auch deswegen, weil Fettzellen entzündungsfördernde Substanzen freisetzen. Inwieweit kann nun der Mensch diese Vorgänge selbst beeinflussen? Früher glaubte man nämlich, dass die Art und Weise, in der Fett gespeichert wird, in den ersten Lebensjahren fest vorprogrammiert wird.

Dies scheint jedoch nicht vollständig zuzutreffen: Auch Erwachsene besitzen noch geringe Mengen an braunem Fett und können es unter Umständen sogar neu bilden. Die Umgebung scheint dabei einen direkten Einfluss auf die Fettspeicherung auszuüben – einschließlich der Temperatur. Dies zeigt auch eine neue zweijährige Studie an menschlichen Stammzellen der Universität Nottingham (Großbritannien).

 

Studie an menschlichen Zellen

Für die Studie wurde ein In-vitro-System aus Knochenmarkstammzellen bei 37 °C, der durchschnittlichen menschlichen Körpertemperatur, angelegt. Anschließend wurde untersucht, was beim Absinken der Umgebungstemperatur geschah. Sank diese auf 32 °C, begann die Bildung brauner Fettzellen. Der Vorteil dieses Versuchsaufbaus gegenüber einem Nagetiermodell besteht darin, dass eine genauere Untersuchung der Wirkung von Temperatursenkungen auf bestimmte menschliche Zellen möglich wird.

Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass braunes Fett im Nagetiermodell Hyperlipidämie reduziert und vor Arteriosklerose schützt (Berbe et al. 2015). In einer weiteren Studie wurden acht Diabetiker zehn Tage lang regelmäßig Temperaturen um 14 °C ausgesetzt. Daraufhin erhöhte sich der Gehalt an GLUT4, einem Protein, das am Glucosetransport beteiligt ist, in den Skelettmuskeln. Die Insulinsensitivität der Muskeln stieg um 43 %, was zu einem Sinken des Blutzuckerspiegels und einem Rückgang der Fettspeicherung führte (Hanssen et al. 2015).

 

Fazit

Diese Studie ist ein weiterer Schritt zu einem besseren Verständnis des Metabolismus und der Möglichkeiten zur Verringerung von Fettleibigkeit, die das Fundament aller Arten von Zivilisationskrankheiten bildet. Dazu zählen Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Schlafapnoe und nichtalkoholische Fettleber.

Aber die wichtigste Erkenntnis liegt darin, dass Zellen nicht unabänderlich dazu vorprogrammiert sind, weißes Fett zu bilden. Bei einer positiven Lebensstiländerung reagieren die Stammzellen mit der Bildung von braunem Fett. Daher können Veränderungen der Ernährung, Umgebung und Bewegungsgewohnheiten helfen. Auch Zimt hilft beispielsweise bei der Fettverbrennung und eine gesunde und maßvolle Ernährung hat positive Auswirkungen auf die Gewichtskontrolle und das Gesamtkörperfett. Aber vor allem: die Heizung regelmäßig ein paar Grad niedriger stellen und mehr Bewegung im Freien, auch im Winter.

 

Literatur

  1. Berbe, JFP et al. Brown fat activation reduces hypercholesterolaemia and protects from atherosclerosis development, Nature Communications, 10 Mar 2015
  2. Hanssen MJ, Hoeks J, Brans B, van der Lans AA, Schaart G, van den Driessche JJ, Jörgensen JA, Boekschoten MV, Hesselink MK, Havekes B, Kersten S, Mottaghy FM, van Marken Lichtenbelt WD, Schrauwen P, Short-term cold acclimation improves insulin sensitivity in patients with type 2 diabetes mellitus, Nat Med. 2015 Aug;21(8):863-5.
  3. Velickovic, K Leija, HAL Bloor, I Law, J Sacks, H Symonds, M Sottile, V. Low temperature exposure induces browning of bone marrow stem cell derived adipocytes in vitro, Scientific Reports (2018). 
  4. https://www.bonusan.com/nl/nieuws/onderzoek-bruin-vet-levert-verrassing-op/
  5. https://medicalxpress.com/news/2018-03-cold-body-good-fat-cellular.html

https://www.bonusan.com/nl/nieuws/waarom-kaneel-tegen-obesitas-beschermt/

Bonusan verwendet Cookies um die Webseite zu verbessern und Ihnen eine bessere Dienstleistung anbieten zu können. Möchten Sie wissen, welche Cookies wir gebrauchen? Lesen Sie hier mehr.

Internetbureau W3S