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Der Einfluss der biologischen Uhr auf die Heilung

Montag 09 November 2020

Manchmal arbeitet man an den Körperbarrieren und möchte z. B. die Darmbarriere wiederherstellen, aber man erreicht trotzdem nicht das gewünschte Ergebnis. Eine der Ursachen kann die Interaktion der Darmwand mit dem Mikrobiom, dem Immunsystem und der biologischen Uhr sein. Dann ist es sinnvoll zu untersuchen, ob der Biorhythmus Ihres Patienten möglicherweise eine Heilung behindert.

 

Biorhythmus

Der Biorhythmus spielt eine Schlüsselrolle für den Erfolg Ihrer Therapie. Manchmal erreichen Sie nicht das gewünschte Ergebnis, obwohl Sie das Gefühl haben, alle Möglichkeiten genutzt zu haben. Sie haben zum Beispiel ein Darmprotokoll begonnen, aber Ihr Patient scheint keine Fortschritte zu machen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass mit dem Biorhythmus etwas nicht stimmt. In unserem modernen Umfeld kann dieser auf allen möglichen Ebenen gestört werden.

 

So funktioniert die biologische Uhr

Was braucht unsere biologische Uhr, um richtig zu funktionieren? Auf jeden Fall einen natürlichen Rhythmus von Tag und Nacht. Dies ist für viele in unserer modernen Gesellschaft schwer zu erreichen: Künstliches Licht hält uns abends länger wach, und die meisten Menschen brauchen einen Wecker, um morgens aufzuwachen. Dies ist dann so, als würden alle Alarmglocken schrillen, und wir geraten direkt in einen Stressmodus. Als wir noch in der Natur lebten, schliefen wir im Rhythmus von Licht und Dunkelheit und wurden von der Sonne geweckt. Dadurch wird im Körper die Cortisol-Aufwachreaktion (Cortisol Awakening Response, CAR) ausgelöst; diese fehlt jedoch, wenn wir durch den Wecker grob aus dem Schlaf gerissen werden.

 

Cortisol

Cortisol ist ein Stresshormon, das unter natürlichen Bedingungen während des frühen Morgens langsam ansteigt und uns auf das Aufwachen vorbereitet. Nach einer guten Nachtruhe steigen die Cortisolspiegel weiter an, bis sie etwa dreißig Minuten später ihren Höhepunkt erreichen. Gegen Mittag sind die Cortisolspiegel dann wieder auf weniger als die Hälfte gesunken. Der Gegenspieler des Cortisols, das „Schlafhormon“ Melatonin, hat einen genau entgegengesetzten Rhythmus. Gemeinsam regulieren sie unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Natürlich sind Tag und Nacht nicht die einzigen Faktoren, die unseren Biorhythmus steuern. Es gibt unzählige Faktoren, die ihn beeinflussen. Auch das Immunsystem und die Darmflora sind sehr eng mit dem Biorhythmus verbunden, sie stehen in ständiger Wechselwirkung.

 

Störungen des Biorhythmus

In unserer Gesellschaft, in der wir nach einer für alle gleichen Uhr leben, ist es oft schwierig, auf unseren Biorhythmus zu hören. Biorhythmusstörungen scheinen weitreichende Folgen zu haben: Sie verschlimmern Stress, Angst, Depression und Neurotizismus, erhöhen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, behindern die Verdauung und führen zu Hirnschwund. Biorhythmusstörungen beeinflussen auch die Wirksamkeit aller möglichen Interventionen, einschließlich des Darmsanierungsprotokolls. Biorhythmusstörungen im Darm wurden mit einem erhöhten Risiko für einen vermehrt durchlässigen Darm („Leaky Gut“), Reizdarm, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn in Verbindung gebracht. Dies zeigen Untersuchungen zur Umstellung der Uhr auf Sommer- oder Winterzeit. Der menschliche Biorhythmus gilt für alle, und man kann sich zu Recht fragen, ob es so etwas wie Morgen- und Abendmenschen gibt. Auf der Grundlage neuer Forschungsergebnisse kommt man immer mehr darauf zurück. Es kann einen Unterschied von bis zu einer Stunde geben, aber Menschen, die stolz von sich behaupten, dass sie nicht so viel Schlaf benötigen, haben wahrscheinlich alle ein Biorhythmusproblem. Dies wird man sicher merken, vor allem, wenn man etwas älter wird.

 

Wissen in der Praxis

Eine Biorhythmusanalyse und Biorhythmusinterventionen sollten Teil jeder Behandlung sein. Wenn Sie in Ihrer Praxis nicht weiterkommen und die Heilung Ihres Patienten stockt, ist es sinnvoll, den Biorhythmus Ihres Patienten genauer zu untersuchen. Es besteht die Möglichkeit, dass dieser die Ursache für einen langwierigen Genesungsprozess ist.

 

Literatur

Natura Foundation. Circadiaanse ritmes en aandoeningen in de darm. Natura Foundation. 2019. https://www.naturafoundation.nl/kenniscentrum/artikelen/20596/circadiaanse-ritmes-en-

Föh, B. et al., Seasonal Clock Changes Are Underappreciated Health Risks—Also in IBD?, Front. Med., 09 May 2019, https://doi.org/10.3389/fmed.2019.00103

Natura Foundation. Immuunsysteem, microbioom en biologische klok. 2018 http://www.naturafoundation.info/?objectID=19291&page=47

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