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Diabetes in Remission durch Fasten

Montag 03 April 2017

Eine wachsende Zahl von Studien zeigt, dass mit intermittierendem Fasten ein signifikanter Nutzen für die Gesundheit erzielt werden kann. Dies gilt sowohl präventiv als auch kurativ, unter anderem auch bei Diabetes. Aber auch beim Abnehmen kann regelmäßiges Fasten helfen.

Intermittierendes Fasten ist eine Ernährungsstrategie, die vorschlägt, an welchen Tagen man „normal“ isst und an welchen Tagen man fastet. Dabei kann man beispielsweise in jeder Woche an fünf Tagen normal essen und an zwei Tagen fasten oder in jedem Monat an fünf Tagen fasten. Wie viele Kalorien sind an einem solchen Tag erlaubt?

Je nach Diätplan werden an Fastentagen nicht mehr als 500-1100 Kalorien aufgenommen. An den anderen Tagen kann man normal essen. Daher stellt intermittierendes Fasten eine attraktive Option für alle dar, denen es schwerfällt, eine tägliche (strenge) Diät einzuhalten. Aber es bietet noch eine ganze Reihe weiterer Vorteile, wie aus Studien hervorgeht.

 

Geringere Insulinresistenz

Gezeigt wurde bereits, dass Insulinresistenz bei Männern durch intermittierendes Fasten um beachtliche 20 bis 31 Prozent verringert werden kann. Dies ist ein hochwillkommenes Ergebnis, sowohl präventiv als auch bei bereits vorliegendem (Prä-) Diabetes. Aber es gibt noch weitere gesundheitliche Vorteile, wie eine aktuelle Studie mit 100 Teilnehmern zeigt.

Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Die Kontrollgruppe durfte drei Monate lang ihre normalen Essgewohnheiten beibehalten, die Experimentalgruppe ernährte sich hingegen drei Monate lang mit einer speziellen Fastendiät. Dabei durften sie zwischen 750 und 1100 Kalorien pro Fastentag aufnehmen. An allen anderen Tagen durften sie sich wie gewohnt ernähren. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen:

 

Schützt gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Fastendiät hatte eine positive Wirkung auf die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es wurden erhebliche Verringerungen des Blutdrucks, der Entzündungslast (CRP-Werte), der Nüchternglucose und des IGF-1 gemessen. Außerdem verringerten sich der Taillenumfang und die Gesamtmenge an Körperfett. Die Muskelmasse blieb unverändert. Den Forschern zufolge kann die Fastendiät somit auch das Entstehungsrisiko von Diabetes, Herzerkrankungen und anderen altersbedingten Erkrankungen verringern. Die beiden Gruppen wurden nach drei Diätmonaten getauscht.

„Erneut zeigten sich ähnliche Ergebnisse, was einen weiteren Hinweis darauf liefert, dass sich eine Fastendiät auf eine ganze Reihe von Stoffwechselmarkern und Erkrankungen auswirkt. Unsere Studien an Mäusen zeigen, dass die gesundheitlichen Wirkungen auf eine Regeneration und Verjüngung verschiedener Körpersysteme auf Zell- und Organebene zurückzuführen sind“, erklären die Forscher. Aber es geht noch weiter mit den guten Nachrichten.

 

Diabetes in Remission

In einer in der renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschrift Cell erschienenen Veröffentlichung gehen Wissenschaftler noch sehr viel weiter. Demzufolge können einige Fastentage pro Monat bewirken, dass Diabetes in Remission geht. Wenn normale Ernährung und Fasten einander abwechselten, führte dies bei Mäusen und bei Menschen in vitro zu einer Reprogrammierung von Zellen der Bauchspeicheldrüse. Zellen, die anfänglich kein Insulin bildeten, begannen im Laufe einer intermittierenden Fastendiät mit der Produktion.

„Durch das Aktivieren der Regeneration von Pankreaszellen retteten wir Mäuse vor den Spätstadien von Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Auch haben wir in vitro die Insulinbildung in Pankreaszellen von Diabetespatienten reaktiviert.“

 

Fasten in der Praxis

Zunächst eine Einschränkung: Intermittierendes Fasten ist gegebenenfalls für Kinder, schwangere und stillende Frauen, ältere Menschen und Menschen mit geringem Gewicht ungeeignet. Bei allen anderen ist es wichtig, den Verlauf ständig zu überwachen und nötigenfalls Anpassungen vorzunehmen.

Eine gute Methode, um mit intermittierendem Fasten zu beginnen, ist die 5:2-Verteilung, bei der man fünf Tage lang normal isst und sich zwei Tage lang auf ca. 300-500 Kalorien beschränkt. Diese Kalorien nimmt man vor allem dafür zu sich, um den schlimmsten Hunger zu stillen. An normalen Ernährungstagen ist es dann besonders wichtig, genügend Proteine, Fette, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe aufzunehmen.

An „normalen“ Tagen ist urzeitliche, mediterrane und/oder nordische Ernährung zu empfehlen, ergänzt durch ein Breitspektrum-Multipräparat. Auch an den Fastentagen kann diese Basissupplementierung mit dem Essen eingenommen werden. 

 

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