Alternate Text

Ernährungstipps: reichhaltige Quellen von PQQ

Dienstag 08 Oktober 2019
Nicht nur Muttermilch, sondern auch viele andere Nahrungsmittel enthalten Pyrrolochinolinchinon (PQQ). Welche PQQ-reichen Nahrungsmittel können Sie Ihren Klienten empfehlen? Außerdem finden Sie hier praktische Ernährungstipps, die sich nach Lust und Laune variieren lassen.

Im Jahre 1979 wurde die Substanz Pyrrolochinolinchinon (PQQ) entdeckt, eine Verbindung, die einigen wissenschaftlichen Studien zufolge möglicherweise zu den Vitaminen zählt. Übrigens kann es auch von Darmbakterien gebildet werden. Allerdings: Nach heutigem Wissensstand ist die Nahrung die wichtigste PQQ-Quelle für den menschlichen Körper. [1] Im Schnitt nehmen wir täglich 0,1 bis 1 mg PQQ mit der Nahrung auf. [2] Hochwertige PQQ-Supplemente enthalten häufig bis zum Zehnfachen dieser Menge.

 

Reichhaltige PQQ-Quellen

Säuglingen erhalten ihr PQQ mit der Muttermilch. Außerdem ist PQQ in vielen Nahrungsmitteln enthalten, so zum Beispiel in vielen Obst- und Gemüsesorten, Tee, einigen alkoholischen Getränken und Sojaprodukten. In einer Studie, in der eine Reihe von Nahrungsmittel untersucht wurden, wurde die höchste Konzentration an PQQ in Natto (fermentierten Sojabohnen) gefunden, das zudem eine Quelle für Vitamin K ist. Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse dieser Studie: [3]

Nicht alle in dieser Tabelle aufgeführten Nahrungsmittel passen zur Urdiät, so zum Beispiel Brot, Kartoffeln und Milch. Das soll jedoch nicht heißen, dass sie überhaupt nicht verzehrt werden dürfen: Kartoffeln nach dem Abkühlen und ein paar Tage altes Weißbrot sind gute Quellen resistenter Stärke und können daher – hin und wieder verzehrt – zu einer besseren Darmflora beitragen. Dennoch empfehlen wir, bei Darmproblemen zunächst vollständig auf den Verzehr von Kartoffeln zu verzichten, da die darin enthaltenen Saponine den Darm stark belasten. Auch Milchprodukte können gelegentlich verzehrt werden, hierbei ist jedoch „Fermentation“ das Zauberwort. Allerdings enthält auch Joghurt Casein, das im Darm in Exorphine umgewandelt werden kann. Weiter unten erfahren Sie mehr über Exorphine.

Die in der Liste fettgedruckten Nahrungsmittel passen voll und ganz zu unseren Urdiät-Richtlinien. Für alle anderen Produkte gilt, dass sie am besten nur hin und wieder auf dem Speisezettel stehen sollten und auch dies nur, sofern Darm und Verdauung völlig in Ordnung sind, wie bereits erwähnt. Gleiches gilt für grüne Paprika und Tomaten, die zur Familie der Nachtschattengewächse gehören – sie stimulieren den gesunden Darm zur Bildung von Schleimstoffen, die für die erste Verteidigungslinie des Darms wichtig sind. Bei Menschen, die unter Funktionsstörungen der Darmschleimhaut leiden, können diese Inhaltsstoffe die Darmproblematik jedoch verschlimmern und sollten daher gemieden werden.

 

PQQ-reiche Ernährungstipps

Unsere Liste liefert reichliche Anhaltspunkte, wie sich ein PQQ-reiches Menü zusammenstellen lässt. Beispiele:

  • eine Tasse grüner (Oolong-) Tee am Morgen,
  • ein Obstsalat mit beispielsweise Kiwi, Banane, Apfel, einigen Nüssen und Mandeljoghurt (dieser enthält kein Casein) als Brunch,
  • ein Salat aus Spinatblättern, Sellerie und Petersilie und ein gekochtes Ei am Mittag,
  • eine Karotten-Süßkartoffel-Currysuppe mit Kokosmilch und Hähnchenbruststreifen als Vorspeise und
  • ein Püree aus Süßkartoffeln, gedünsteter Chinakohl oder Spitzkohl und Kabeljau am Abend.

Trotz der obigen fünf Menüvorschläge sollte am besten nur dreimal am Tag gegessen werden. Natürlich ist es auch in Ordnung, nur zweimal am Tag zu essen, mal Suppe und mal Obstsalat zu verzehren und der Abwechslung halber noch weitere PQQ-reiche Nahrungsmittel aus der Liste zu verwenden.

 

Und wie steht es mit Soja und Spinat?

Sowohl Soja als auch Spinat enthalten prolinreiche Verbindungen, die im Darm schwerer abbaubar sind als andere Aminosäureverbindungen. Ein unvollständiger Abbau kann jedoch zur Bildung von Exorphinen (nicht-körpereigenen Endorphinen) führen. Diese können sich nachteilig auf das dopaminerge Belohnungssystem des Gehirns auswirken und bei dafür anfälligen Menschen Stimmungsstörungen verursachen. [4] Bei Soja ist es daher besser, sich für fermentierte Varianten wie Natto und Miso zu entscheiden und nicht für Tofu. Spinat ist natürlich ein durchaus gesundes Blattgemüse, das regelmäßig auf der Speisekarte erscheinen sollte. Aber jeden Tag einen grünen Smoothie mit Spinat – das könnte leicht ein wenig zu viel des Guten sein. Sich möglichst abwechslungsreich ernähren: Dies gilt auch für PQQ-reiche Nahrungsmittel als wichtigste Regel.

 

Literatur

[1] Matsushita K, et al., Escherichia coli is unable to produce pyrroloquinoline quinone (PQQ). Microbiology. 1997;143:3149–56. doi:10.1099/00221287-143- 10-3149. PMID:9353919

Smidt C.R., et al., Does the intestinal microflora synthesize pyrroloquinoline quinone? Biofactors. 1991;3:53–59. PMID:1647778.

[2] Harris C.B. et al., Dietary pyrroloquinoline quinone (PQQ) alters indica- tors of inflammation and mitochondrial-related metabolism in human subjects. J Nutr Biochem. 2013;24:2076–84. doi:10.1016/j. jnutbio.2013.07.008. PMID:24231099.

Kumazawa T. et al., Levels on pyrroloquinoine quinone in various foods. Biochem J. 1995;307:331–3. doi:10.1042/bj3070331. PMID:7733865. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1136652/pdf/biochemj00065-0028.pdf

[3] Hwang, P., & Willoughby, D. S. (2018), Mechanisms Behind Pyrroloquinoline Quinone Supplementation on Skeletal Muscle Mitochondrial Biogenesis: Possible Synergistic Effects with Exercise, Journal of the American College of Nutrition, DOI: 10.1080/07315724.2018.1461146, https://doi.org/10.1080/07315724.2018.1461146

[4] Artikel auf der Website der Natura Foundation: Exorphine: opiumähnliche Substanzen in der Nahrung: http://naturafoundation.eu/?objectID=16673&page=\

Bonusan verwendet Cookies um die Webseite zu verbessern und Ihnen eine bessere Dienstleistung anbieten zu können. Möchten Sie wissen, welche Cookies wir gebrauchen? Lesen Sie hier mehr.

Internetbureau W3S