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Gefährlich: PAMP in verarbeiteten Lebensmitteln

Montag 20 März 2017
PAMP sind Moleküle, die eine Immunantwort im Körper hervorrufen. Erhöhte Mengen von PAMP finden sich in fast allen verarbeiteten Lebensmitteln. Nach Ansicht von Forschern der University of Leicester (GB) ist dies eine der Hauptursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Abkürzung „PAMP“ steht dabei für Pathogen-Associated Molecular Pattern. Etwas vereinfachend gesprochen sind PAMP Molekülstrukturen, die denen von Pathogenen einschließlich bestimmter Bakterien ähneln. Die Form dieser Strukturen – ihr sogenanntes „Muster“ – löst eine Reaktion des angeborenen Immunsystems aus. Nach Ansicht der Forscher kann dies auf lange Sicht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes erhöhen.

 

PAMP-arme Nahrung

Die Forscher ließen einige Freiwillige ein Woche lang PAMP-arme Nahrung zu sich nehmen. Dies führte zu einer Abnahme der Zahl der weißen Blutkörperchen im Blut um 11 Prozent. Außerdem verringerte sich das „schlechte“ LDL-Cholesterin um 18 Prozent. „Wenn ein PAMP-arme Ernährungsweise über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt wird, verringert dies das Risiko für ischämische Herzerkrankungen“, erklären die Forscher.

 

Aber es zeigten sich noch weitere Vorteile: Die Teilnehmer nahmen in einer Woche um durchschnittlich 600 Gramm ab und ihr Taillenumfang schrumpfte um durchschnittlich 1,5 cm. Wenn man die Abnahme des Taillenumfangs mit der Abnahme der Anzahl der weißen Blutkörperchen zusammennimmt, würde dies eine Abnahme des Risikos für eine Erkrankung an Typ-2-Diabetes um 15 Prozent ergeben. Übrigens: Sobald die gleichen Teilnehmer wieder zu einer PAMP-reichen Ernährung zurückkehrten, wurden alle gesundheitlichen Vorteile wieder zunichte gemacht.

 

Low-grade-Entzündungen

Wenn Nahrung gehackt oder zermahlen wird, erreichen die darin enthaltenen PAMP nach einiger Zeit messbare Werte. Dies wird durch beschleunigtes Bakterienwachstum verursacht. Darüber hinaus nimmt der Grad an Verunreinigungen zu, je länger die verarbeiteten Lebensmittel aufbewahrt werden. Selbst durch Einfrieren kann dieser Prozess nicht zum Stillstand gebracht werden.

 

Zu den wichtigsten Lebensmitteln, die größere Mengen an PAMP enthalten, zählen zerkleinerte Fleischprodukte wie Hackfleisch, Wurst und Hamburger, Fertiggerichte wie Lasagne, bestimmte Käsesorten , Schokolade und bestimmte Arten von zerkleinertem Gemüse wie zum Beispiel gehackte Zwiebeln. Auch Produkte, die diese Zutaten enthalten, wie Saucen und Sandwiches sind oft mit PAMP kontaminiert.

 

Jedes Mal, wenn verarbeitete Lebensmittel gegessen werden, aktivieren die darin enthaltenen PAMP das Immunsystem. Dies kann letztlich zu Low-grade-Entzündungsprozessen führen. Low-grade-Entzündungen sind verantwortlich für die Entwicklung von Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.

 

Frische Nahrung selbst zubereiten

Obwohl es die Forscher durchaus für möglich halten, den PAMP-Gehalt in verarbeiteten Lebensmitteln zu verringern, gibt es eine noch viel näherliegende Lösung: PAMP-arme Nahrung selbst zubereiten. In frischen, unverarbeiteten Nahrungsmittel sind keine messbaren Mengen an PAMP enthalten. Kaufen Sie daher frisches Fleisch und Gemüse, das sie selbst am besten erst direkt vor dem Zubereiten zerkleinern.

 

Literatur

M. Herieka et al., Reduced dietary intake of pro-inflammatory Toll-like receptor stimulants favourably modifies markers of cardiometabolic risk in healthy men, Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases (2015).

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