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Gehirnscans zeigen kognitive Vorteile von Yoga

Montag 11 September 2017

Kommen viele Klienten mit Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen in Ihre Praxis? Da könnte vielleicht Yoga helfen. Yoga-Praktizierende scheinen über einen dickeren präfrontalen Cortex zu verfügen. Das kann zu besserer Konzentration und Merkfähigkeit führen.

 

Gehirnscans von etwa 50 Frauen über 60 zeigen, dass Praktizierende von Hatha-Yoga über einen dickeren dorsolateralen präfrontalen Cortex (DLPFC) verfügen [1]. Die Kontrollgruppe, die kein Yoga praktizierte, war gesund und körperlich aktiv und hatte ein ähnliches Bildungsniveau. Die Studie wurde in Frontiers in Aging Neuroscience veröffentlicht.

 

Dorsolateraler präfrontaler Cortex

Die DLPFC gilt als verantwortlich für planendes Denken und höhere Aspekte des kontrollierten Verhaltens wie zum Beispiel Exekutivfunktionen. Yoga scheint diesen Teil des Gehirns also zu stimulieren. Aber wie kann dies das Gedächtnis beeinflussen?

 

Der DLPFC arbeitet nicht isoliert, sondern ist Bestandteil großer Netzwerke des Gehirns wie zum Beispiel des zentral-exekutiven Netzwerks. Auf diese Weise steuert er Prozesse, die unter anderem für das Arbeitsgedächtnis und die Konzentration von Bedeutung sind.

 

Neuroplastizität

„Die Studie liefert weitere Belege dafür, dass Yoga-Praxis neuroplastische Wirkungen auf das Gehirn ausübt und dass dies zu gesundheitlichen Vorteilen wie verbesserter Stimmung und verbesserten kognitive Fähigkeiten führen kann“, erklären die Forscher.

 

Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zwischen verschiedenen Gehirnzellen herzustellen. Dies bildet unter anderem die Basis der Lernfähigkeit und des Gedächtnisses. Um jedoch die gemessene Wirkung zu erzielen, ist es wichtig, so früh wie möglich zu beginnen: Die über Sechzigjährigen, die Yoga ausübten, taten dies im Durchschnitt bereits fünfzehn Jahre lang und mindestens zweimal pro Woche.

 

Auch kurzfristige Effekte

Dennoch kein Problem für Ihre Klienten, die Yoga-Neulinge sind: Eine in der Fachzeitschrift International Psychogeriatrics veröffentlichte Pilotstudie zeigt, dass Kundalini-Yoga auch kurzfristige kognitive Vorteile bietet [2].

 

Von achtzig Erwachsenen mit leichten Gedächtnisproblemen praktizierte etwa die Hälfte 24 Wochen lang jede Woche Yoga. Dabei wurden Yoga-Stellungen, Atmung und Meditation geübt. Die anderen Teilnehmer betrieben 24 Wochen lang Gedächtnistraining. Nach 12 und 24 Wochen schnitten beide Gruppen bei einem Gedächtnistest besser ab als am Anfang. Aber nur bei der Yoga-Gruppe wurden ein Zuwachs bei den Exekutivfunktionen und eine Abnahme von depressiven Symptomen beobachtet.

 

Den Forschern zufolge könnte es verschiedene Erklärungen für dieses Phänomen geben. Unter anderem nennen sie hierbei die Befreiung vom täglichen Stress und die Schärfung der kognitiven Fähigkeiten durch konzentrierte Bewegung, Atmung und Meditation.

 

Literatur

  1. Elisa Kozasa, Ph.D., researcher, Hospital Israelita Albert Einstein, Sao Paulo, Brazil; Helen Lavretsky, M.D., professor-in-residence, psychiatry, Geffen School of Medicine, University of California, Los Angeles; June 2017, Frontiers in Aging Neuroscience, online
  2. Eyre HA, Siddarth P1, Acevedo B, Van Dyk K, Paholpak P, Ercoli L, St Cyr N, Yang H, Khalsa DS, Lavretsky H., A randomized controlled trial of Kundalini yoga in mild cognitive impairment, Int Psychogeriatr. 2017 Apr;29(4):557-567.

 

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