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Geringeres Risiko für Vorhofflimmern durch Verzehr von Nüssen

Montag 28 Mai 2018
Mehrere Portionen Nüsse pro Woche verringern das Risiko für Vorhofflimmern und wahrscheinlich auch Herzinsuffizienz, wie aus einer siebzehnjährigen Studie zu Ernährungs- und Lebensgewohnheiten von mehr als 61.000 Schweden hervorgeht.

Schon seit langem ist bekannt, dass das Verzehren von Nüssen eine gesunde Angewohnheit ist: Bereits eine tägliche Portion von 15 Gramm ist mit einer niedrigeren Sterblichkeitsrate im Allgemeinen und allen Arten von spezifischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegserkrankungen und neurodegenerativen Erkrankungen im Besonderen assoziiert. [1] Insbesondere die in Nüssen enthaltenen ungesättigten Fette tragen zu dieser gesundheitsfördernden Wirkung bei. [2]

Welche Formen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen können nun mehr – oder auch weniger – mit dem Verzehr von Nüssen in Zusammenhang gebracht werden? Das ist bislang noch nicht restlos geklärt. Um diese Frage zu beantworten, haben schwedische Forscher 17 Jahre lang die kardiovaskuläre Gesundheit von mehr als 61.000 Schweden im Alter von 45 bis 83 Jahren verfolgt (bis Ende 2014 oder Tod des Teilnehmers). Dazu nutzten sie die Angaben der Befragten in einem Fragebogen: dem Food Frequency Questionnaire. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Heart veröffentlicht. [3]

 

Gesünderer Lebensstil von Nussessern

In der Beobachtungsstudie zeigte sich zunächst, dass Menschen, die Nüsse verzehrten, in der Regel besser ausgebildet waren als diejenigen, die keine Nüsse verzehrten. Außerdem hatten sie im Allgemeinen einen gesünderen Lebensstil: Sie rauchten weniger, waren weniger dick, bewegten sich mehr, aßen mehr Obst und Gemüse und hatten weniger häufig Bluthochdruck. Allerdings tranken sie mehr Alkohol.

Im Untersuchungszeitraum ereigneten sich 4.983 Herzinfarkte, von denen 917 tödlich ausgingen. Hinzu kamen 3.160 Fälle von Herzinsuffizienz, 7.550 Fälle von Vorhofflimmern, 972 Fälle von Aortenklappenverengung, 3.782 Schlaganfälle durch Blutgerinnsel und 543 Hirnblutungen.

 

Geringeres Risiko für Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz

In der Studie erwies sich die Einnahme von Nüssen beim ersten Hinsehen mit einem geringeren Risiko für mehrere Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert: Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern und Arterienaneurysma im Bauchraum. Aber sobald noch eine Reihe weiterer wichtiger Risikofaktoren wie Lebensstil, Ernährung und Familiengeschichte mit berücksichtigt wurden, blieb nur noch ein Zusammenhang mit Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz bestehen.

Für Vorhofflimmern galt: Je öfter eine Portion Nüsse gegessen wurde, desto geringer war das Risiko. Bei drei Portionen pro Monat sank das Risiko um 3 %, bei einer oder zwei Portionen pro Woche um 12 % und bei drei oder mehr Portionen pro Woche um 18 %. Somit wurde deutlich, dass sich das Risiko mit jeder verzehrten Portion um 4 % verringerte.

Für Herzinsuffizienz waren die Ergebnisse weniger konsistent, doch zeigte die Studie trotzdem, dass ein bescheidener wöchentlicher Verzehr von Nüssen das Risiko um 20 % reduzierte.

 

Gesteigerter Nussverzehr wünschenswert

Die Forscher weisen nachdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt und daher kein kausaler Zusammenhang hergestellt werden kann. Dennoch bezeichnen sie den Verzehr von Nüssen als gesunde Gewohnheit und bei den an der Studie beteiligten Schweden zeigte sich, dass nur wenige regelmäßig (ca. 3.000) oder öfters (ca. 1.200) Nüsse aßen. Daraus zogen sie den Schluss, dass wahrscheinlich bereits eine (geringe) Steigerung des Nussverzehrs zu einer Verringerung von Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz unter den Untersuchten geführt hätte.

 

Literatur

[1] Van den Brandt P.A., Schouten L.J., Relationship of tree nut, peanut and peanut butter intake with total and cause-specific mortality: a cohort study and meta-analysis, International Journal of Epidemiology

[2] Emilio Ros en José Mataix, Fatty acid composition of nuts, implications for cardiovascular health, British Journal of Nutrition, volume 96, issue S2, november 2006, p. S29-S35, https://doi.org/10.1017/BJN20061861

[3] Susanna C Larsson, Nikola Drca, Martin Björck, Magnus Bäck en Alicja Wo, Nut consumption and incidence of seven cardiovascular diseases, Heart journal, 2018

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