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Gesundes Älterwerden beginnt im Darm

Donnerstag 30 November 2017
Gesundes Älterwerden und eine breite Darmflora gehen Hand in Hand. Dies zeigt die bisher größte Studie zum menschlichen Mikrobiom [1]. Sie wurde als Gemeinschaftsprojekt kanadischer und chinesischer Universitäten durchgeführt.

Große Diversität ist wichtig

An der Studie nahm eine Kohorte von mehr als 1000 gesunden chinesischen Männern und Frauen teil. Das Alter der Teilnehmer variierte von 3 bis über 100 Jahre. Die Forscher stellten bei dieser Gruppe fest, dass gesunde ältere Menschen häufig eine vielfältigere Darmflora aufwiesen als weniger gesunde. Die Diversität der Darmflora von gesunden Neunzigjährigen zeigte dabei eine starke Ähnlichkeit zu jener von Dreißigjährigen.

Die Forscher haben jedoch nicht untersucht, wie diese breite Darmflora bei gesunden älteren Menschen zustande kommt. Auch konnten sie leider keinen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang erkennen. Sie vermuten jedoch, dass die Wiederherstellung der Darmflora älterer Menschen in einen Zustand wie bei Dreißigjährigen einen Beitrag zur Förderung der Gesundheit darstellen könnte.

Zudem kann diese neue Erkenntnis auch von großem diagnostischem Wert sein. „Wir haben gezeigt, dass die Vielfalt der Darmflora einen wichtigen Biomarker für gesundes Altern darstellen kann“, erklären die Forscher. Es ist daher gut denkbar, dass eine breite und günstige Flora eine wichtige Rolle beim gesunden Älterwerden spielt.

Diversität der Darmflora

Übrigens scheint die Flora des Menschen viel breiter zu sein als bisher angenommen. Die Harvard University (USA) hat kürzlich im Rahmen des Human Microbiome Project mehrere tausend neue Mikroben entdeckt [2]. Diese wurden im Darm, aber auch auf der Haut, im Mund und in der vaginalen Umgebung gefunden.

Die Daten basieren auf der Analyse von mehr als 1600 Proben von 265 Personen. Dazu die Forscher: „Dies erweitert unser Wissen über die mikrobielle Diversität beim Menschen und bildet die Grundlage für ein besseres Verständnis der mikrobiellen Funktion und Dynamik beim Individuum.“

Vielleicht wird es in ferner Zukunft sogar möglich sein, Darmbehandlungen „bis auf die Mikrobe genau“ auf den jeweiligen Menschen abzustimmen. Aber darauf brauchen wir zum Glück nicht zu warten: In der Praxis können wir schon jetzt mit (Ur-) Nahrung, Bewegung und der notwendigen Supplementierung sehr gute Ergebnisse erzielen.

Literatur

[1] Bian G. et al., The Gut Microbiota of Healthy Aged Chinese Is Similar to That of the Healthy Young, DOI: 10.1128/mSphere.00327-17.

[2]Lloyd-Price J. et al., Strains, functions and dynamics in the expanded Human Microbiome Project, Nature 550, 61–66 (05 October 2017)

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