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Granatapfel hemmt möglicherweise das Altern der Mitochondrien

Montag 22 Juli 2019
Etwa ab 50 beginnen die Skelettmuskeln an Kraft und Masse zu verlieren. Eine aktuelle klinische Studie zeigt, dass ein Metabolit des Granatapfels diesen Alterungsprozess verlangsamen kann, indem er die Funktion der Mitochondrien verbessert. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Nature Metabolism veröffentlicht.

 

Dass gesunde Ernährung der Schlüssel zu einem längeren Leben ist, mag nach einer Binsenweisheit klingen, wird hier aber durch wissenschaftliche Fakten erneut bestätigt. Granatapfel enthält Ellagitannine. Wenn diese Moleküle im Darm verdaut werden, entsteht dabei das Stoffwechselprodukt Urolithin A (UA). Übrigens enthalten auch andere Früchte wie Erdbeeren und Walnüsse Ellagitannine.


Nun haben Wissenschaftler entdeckt, dass UA den Alterungsprozess von Mitochondrien verlangsamen kann, indem es die Fähigkeit wiederherstellt, defekte Mitochondrien zu recyceln. Dieses Ergebnis lieferte eine gemeinsam von Amazentis, dem Laboratory of Integrative Systems Physiology und dem Schweizer Institut für Bioinformatik durchgeführte klinische Studie. Sie wurde in Nature Metabolismus veröffentlicht. [1]


UA ist der einzige bekannte Metabolit, der diese Fähigkeit besitzt. Bei jungen Menschen erfolgt das Recyceln defekter Mitochondrien auf natürliche Weise. Mit zunehmendem Alter verliert unser Körper jedoch seine Fähigkeit, dysfunktionale Mitochondrien zu beseitigen, was unter anderem zu Sarkopenie (Verlust von Skelettmuskelmasse und Kraft) führt. Das Forschungsteam konzentrierte sich darauf, diesen natürlichen Alterungsprozess zu verlangsamen oder sogar umzukehren.


Aufbau der Studie

Um sicherzustellen, dass alle Teilnehmer der Studie die gleiche Dosis erhielten, haben die Forscher eine synthetische Version der Substanz UA hergestellt. Sechzig ältere Menschen – alle mit vorwiegend sitzender Lebensweise, aber ansonsten bei guter Gesundheit – erhielten zunächst eine einmalige Dosis von 250 bis 2.000 mg UA. Bei diesem Test zeigte sich, dass bei den Teilnehmern keinerlei Nebenwirkungen auftraten, genau wie bei der Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt.


Anschließend wurden die Teilnehmer in vier Gruppen aufgeteilt und erhielten 28 Tage lang Placebo oder eine tägliche Dosis von 250, 500 oder 1.000 mg UA. Zum Schluss untersuchten die Forscher dann die Wirksamkeit von UA, indem sie zelluläre und mitochondriale Biomarker im Blut und Muskelgewebe der Teilnehmer analysierten. Es zeigte sich, dass UA die mitochondriale Biogenese stimuliert hatte, den Prozess, der die Anzahl der Mitochondrien in den Zellen ebenso erhöht wie regelmäßige Bewegung.


Daraus ziehen die Forscher den folgenden Schluss: „Diese Forschungsergebnisse, die auf früheren präklinischen Studien aufbauen, zeigen, dass UA einen wichtigen Beitrag zur menschlichen Gesundheit leisten kann.“ [2]


Aufrechterhaltung der mitochondrialen Kapazität

Die Studie zeigt, dass es sinnvoll ist, regelmäßig Granatäpfel auf die Speisekarte zu setzen, genauso wie übrigens auch Erdbeeren und Walnüsse. Das fördert die Bildung von UA, welches wiederum zur Erhaltung unserer mitochondrialen Kapazität beiträgt. Und das ist ein Tipp, der hervorragend zu unserem Jahresthema The Origins of Synergy passt.


Literatur

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5545574/

[2] https://medicalxpress.com/news/2019-06-pomegranate-compound-anti-aging-effects-human.html

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