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Konservierungsmittel in Cerealien könnte dick machen

Dienstag 12 September 2017

Viele Cerealien enthalten Gluten, sind also absolut tabu für alle, die unter Zöliakie und ähnlichen Darmproblemen leiden. Nun stellt sich heraus, dass viele Cerealien auch das Konservierungsmittel BHT enthalten. Neuesten Forschungen zufolge ist dies möglicherweise ein Dickmacher.

 

Tierstudien hatten bereits früher gezeigt, dass das Konservierungsmittel BHT – Butylhydroxytoluol – eine obesogene Wirkung besitzt [1]. Dies wurde nun im Labor auch für menschliche Zellen bestätigt. Veröffentlicht wurde die Studie in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications.

 

Was ist BHT?

BHT ist ein synthetisches Antioxidans, das auf Verpackungen oft unter der Bezeichnung E321 angegeben wird. Die Substanz wird in der Lebensmittelindustrie verwendet, um Ranzigwerden und Verderben von Fetten zu verhindern. Außer in Cerealien wird es auch in Ölen und Fetten, Saucenmischungen, Suppen und manchen Kaugummis verwendet.

 

Hormonstörend

Die Forscher legten Kulturen von hormonbildendem menschlichem  Gewebe an und brachten diese in Berührung mit BHT und zwei weiteren Chemikalien (PFOA, TBT). So konnten sie zeigen, dass vor allem BHT die hormonelle Kommunikation zwischen Darm und Gehirn stört. Nach Ansicht der Wissenschaftler wird unser Sättigungshormon Leptin dadurch an seiner Arbeit gehindert, sodass übermäßiges Essen und Fettleibigkeit drohen.

 

„Alle drei von uns untersuchten Chemikalien verursachten Schäden an Hormonen, die für die Kommunikation zwischen dem Darm und dem Gehirn wichtig sind. Die Tatsache, dass der Schaden in ‚jungen‘ Zellen auftrat, deutet zudem darauf hin, dass ein defektes hormonales System negative Auswirkungen auf schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder ausüben könnte“, erklären die Forscher.

 

Keine weiße Weste

E321 war bereits vorher in Verdacht geraten: In hohen Konzentrationen kann es bei Testtieren offenbar Leberschäden und allergische Reaktionen hervorrufen und in sehr hohen Dosen (>100 mg/kg Körpergewicht) sogar gutartige Lebertumore [2].

 

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit vertritt jedoch die Auffassung, dass die zulässige Aufnahme von E321 (<0,3 mg/kg Körpergewicht) im Durchschnitt in Europa nicht überschritten wird. Allerdings warnt sie vor der Aufnahme durch Kinder in Finnland und den Niederlanden; diese liegt dort deutlich höher als in den Nachbarländern [3]. Daher sollten Ihre Klienten sorgfältig aufs Etikett schauen oder – noch besser – ganz auf natürliche, unverarbeitete Lebensmittel umsteigen.

 

Literatur

[1] Uthra Rajamani, Andrew R. Gross, Camille Ocampo, Allen M. Andres, Roberta A. Gottlieb & Dhruv Sareen, Endocrine disruptors induce perturbations in endoplasmic reticulum and mitochondria of human pluripotent stem cell derivatives, Nature Communications 8, Article number: 219 (2017)

[2] Gegevens van Butylhydroxytolueen in de GESTIS-stoffendatabank van het Duitse Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) (JavaScript vereist)

[3] https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/2588

Internetbureau W3S

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