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Lebensverlängerung durch Kalorienbeschränkung

Montag 14 Mai 2018
Dass Kalorienbeschränkung lebensverlängernd wirkt, wurde im Tierversuch bereits nachgewiesen. Jüngste Forschungen bestätigen diese Erkenntnis auch beim Menschen. Kalorienbeschränkung verlangsamt den Stoffwechsel und schützt vor Alterskrankheiten und neurologischen Störungen.

Bei Versuchstieren hatte sich bereits gezeigt, dass Kalorienbeschränkung die Körpertemperatur und den Ruhestoffwechsel senkt. Kalorienrestriktion kann helfen, das Risiko für chronische Krankheiten zu verringern und das Leben um mehrere Jahre zu verlängern. Früher war ein langsamer Stoffwechsel mit dem schlechten Beigeschmack eines vermeintlich höheren Risikos für Fettleibigkeit behaftet, aber jetzt zeigt sich, dass er durchaus Vorteile mit sich bringt. Der Stoffwechsel ist übrigens nicht nur von biologischen und Ernährungsfaktoren abhängig, sondern auch von vielen anderen Faktoren, wie zum Beispiel antioxidativen Mechanismen.

 

Die Studie

Zwei Jahre lang reduzierten Männer und Frauen zwischen 21 und 50 Jahren ihre Kalorienzufuhr um 15 %. Obwohl es nicht das direkte Ziel der Studie war, verlor die kalorienbeschränkte Gruppe durchschnittlich fast 9 Kilogramm. Hierbei traten keine nachteiligen Effekte wie Blutarmut, übermäßiger Knochenabbau oder Menstruationsstörungen auf. Stattdessen stellten sich eine Verbesserung des seelischen Befindens und der Lebensqualität ein.

In der Studie zeigte sich, dass die Kalorienrestriktion das Altern und den Stoffwechsel verlangsamte und vor altersbedingten Krankheiten schützte. Darüber hinaus wurde beobachtet, dass Kalorienrestriktion den systemischen oxidativen Stress reduziert, der wiederum mit altersbedingten neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson sowie mit Krebs, Diabetes und anderen Krankheiten zusammenhängt.

Alterung

Als wir vor zwei Millionen Jahren zu Jägern und Sammlern wurden, entstand das ApoE4-Gen, das ein erhöhtes Risiko für Alzheimer und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit sich bringt. Dennoch stieg die Lebenserwartung, wahrscheinlich, weil körperliche Aktivität den negativen Einfluss dieses Gens unwirksam machte. Aber es gibt auch noch andere lebensstilbedingte Alterungsprozesse, die unsere Lebensdauer beeinflussen.

Der heutige Mensch erfährt oxidativen Stress. Die übermäßige Bildung freier Radikale führt zu oxidativen Schäden an Lipiden, Proteinen und DNA. Dies hat unter anderem Alterung zur Folge. Infolge von Stress oder (chronischen) Entzündungen können Zellen und Organe zudem vorübergehend einen erhöhten Energiebedarf entwickeln. Dann kann Degeneration als Folge einer mitochondrialen Dysfunktion auftreten. Mitochondriale Dysfunktionen führen zu Störungen im Energiehaushalt der Zelle und können entscheidend zu altersbedingten Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer, Taubheit und Muskelschwund beitragen.

Dabei kommt es auch zur Alterung der Genexpression. Expression ist das „Ein-“ oder „Ausschalten“ von Genen durch Wechselwirkung mit der Umwelt. Das Ausmaß des Verlustes an methylierter DNA bei erwachsenen Tieren und dem Menschen scheint umgekehrt proportional zur Lebensdauer zu sein.

 

Hemmung des Alterungsprozesses

Degenerative Alterskrankheiten und eine kürzere Lebenserwartung scheinen unter anderem mit dem Rückgang der zellulären Energieproduktion verbunden zu sein. Eine in Traubenkernen enthaltene Substanz verbessert das langfristige Überleben von (unersetzlichen) Zellen durch Verbesserung des Stoffwechsels, der Abwehr- und Reparaturprozesse und der Hemmung des programmierten Zelltods. Dies wirkt sich in vitro und in vivo vorteilhaft auf Alterung und Langlebigkeit aus. In Tiermodellen der ALS (amyotrophen Lateralsklerose) sowie der Alzheimer- und Parkinson-Krankheit führte eine Verabreichung dieser Substanz in Kombination mit Kalorienrestriktion zur signifikanten Reduktion neurodegenerativer Pathologien.

Schließlich hemmt die gleiche Substanz (in vitro) signifikant die Bildung von entzündungsfördernden Substanzen im Fettgewebe und verringert somit die mit Fettgewebe verbundene Pathologie. Fettgewebe trägt durch die Bildung von Entzündungsmediatoren zur Entstehung von Low-grade-Entzündungen im Körper bei. Dies beschleunigt den Alterungsprozess und fördert die Entstehung unterschiedlicher (altersbedingter) Krankheiten, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas, Typ-2-Diabetes, Demenz und Depressionen. Zudem haben Studien am Menschen inzwischen gezeigt, dass Resveratrol verschiedene Alterungsparameter wie LDL- und HDL-Cholesterin sowie Osteoporose verlangsamt.

 

Fazit

Nicht-evolutionäre Ernährung und Lebensstil wirken sich negativ auf das Altern aus. Hierbei scheint eine erhöhte Kalorienzufuhr eine wichtige Rolle zu spielen. Mit Kalorienrestriktion kann sowohl der Stoffwechsel als auch der oxidative Stress so beeinflusst werden, dass sich die Lebensdauer verlängern kann. Selbst Menschen, die bereits gesund und schlank sind, können von der Kalorienrestriktion profitieren. Obwohl die Anzahl der Teilnehmer gering und die Studiendauer im Vergleich zur menschlichen Lebenserwartung nur kurz war, verbesserten sich bei den Teilnehmern die Biomarker für Altern.

Zukünftige Untersuchungen werden wahrscheinlich noch stärker auf die Identifizierung von Biomarkern für das menschliche Altern gerichtet sein. Die Effekte von Kalorienbeschränkung in Kombination mit Nahrungsmitteln die Antioxidantien oder sonstige vorteilhafte Substanzen enthalten, können weiter untersucht werden. Genau wie die Kalorienrestriktion induziert eine Substanz aus Traubenkernen diejenigen Gene, die die Bildung von mehr und/oder größeren Mitochondrien anregen. Dadurch verbessert sich die zelluläre Energieerzeugung, wodurch – relativ betrachtet – weniger Sauerstoff verbraucht und weniger freie Radikale freigesetzt werden.

 

Literatur

Raichlen DA, Alexander GE, Exercise, APOE genotype, and the evolution of the human lifespan, Trends in Neurosciences, Volume 37, Issue 5, May 2014, Pages 247-255

Redman, LM Smith SR, Burton JH, Martin CK, Il'yasova D, Ravussin E. Metabolic Slowing and Reduced Oxidative Damage with Sustained Caloric Restriction Support the Rate of Living and Oxidative Damage Theories of Aging. Cell Metabolism , Volume 27 , Issue 4 , 805 - 815.e4

https://www.bonusan.com/nl/nieuws/hoeveel-verouderingssystemen-kent-u/

https://www.bonusan.com/nl/uw-gezondheid/gezond-ouder/verband-beweging-en-ouderdomsziekten/

https://medicalxpress.com/news/2018-03-calorie-restriction-trial-humans-benefits.html

http://www.naturafoundation.nl/monografie/resveratrol.html

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