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Mediterranes Essen als Medizin

Mittwoch 11 Juli 2018
Die positiven Auswirkungen mediterraner Ernährung auf das Herz-Kreislauf-System sind schon lange bekannt. Kürzlich hat sich ebenfalls gezeigt, dass auch das Gehirn davon profitiert. Selbst für unser Darmmikrobiom scheint diese Form der Ernährung von Vorteil zu sein. Woran liegt das und wie können wir es nutzen?

Vor einiger Zeit haben wir bereits über eine Studie berichtet, bei der viertausend ältere Menschen beim Versuch, sich vorwiegend mediterran zu ernähren, begleitet wurden. Je mehr dies gelang, desto signifikant positiver wirkte sich dies auf Gedächtnis und arithmetische Fähigkeiten aus. Kognitiver Verfall wird durch die mediterrane Diät gebremst.

 

Neue Studie

In einer Studie des Wake Forest Baptist Medical Center hat sich gezeigt, dass sich beim Einhalten einer mediterranen Diät der Anteil der nützlichen Bakterien im Darmmikrobiom um beachtliche 7 Prozent erhöhte. Das Darmmikrobiom ist die Gesamtheit der Mikroorganismen in unserem Darm, es hat einen großen Einfluss auf den Stoffwechsel und das Immunsystem und damit auch auf Krankheit und Gesundheit.

Eine mediterrane Diät kann das Darmmikrobiom verbessern und sieht folgendermaßen aus:

  • sieben bis zehn Portionen Obst und Gemüse pro Tag (frisch),
  • wenig raffinierte Kohlenhydrate, viel Vollkornbrot und Frühstückscerealien*,
  • weniger Vollfettprodukte, weniger Transfette,
  • täglich Nüsse,
  • mehr Olivenöl, weniger Margarine oder Butter,
  • Kräuter und Gewürze anstelle von Salz,
  • weniger rotes Fleisch, mindestens zweimal pro Woche Fisch und Geflügel,
  • hin und wieder ein Glas Rotwein.

 

Aus unserer Sicht raten wir von Vollkornbrot und Frühstückscerealien ab, da diese Schäden an der Darmwand verursachen können (Gluten) und Probleme bei der Aufnahme anderer Nährstoffe bewirken können (Phytate).

 

Studie und Resultate

Die Forscher imitierten die westliche und mediterrane Ernährung in einem Tiermodell (Affen), das über einen längeren Zeitraum beobachtet und analysiert wurde. Warum nicht beim Menschen? Beim Menschen geschieht die Messung über selbst berichtete Nahrungsmengen, was nicht sehr konsistent ist und nur zu einer geschätzten Kalorienzahl führt.

Dreißig Monate lang wurde die Hälfte der Affen mit westlicher und die andere Hälfte mit mediterraner Nahrung gefüttert. Die Anzahl der Kalorien war die gleiche.

Das Darmmikrobiom wurde anhand von Stuhlproben untersucht. Die Diversität der Darmbakterien war in der mediterranen Ernährungsgruppe signifikant höher als in der Gruppe, die die westliche Ernährung zu sich nahm.

 

Fazit

Wenn die Bakterien in unserem Darm schädliche Arten enthalten oder nicht gut ausbalanciert sind, kann unsere Gesundheit darunter leiden. Die genannten Forschungsergebnisse bilden eine nützliche Grundlage für weitere Studien für ein besseres Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Ernährung, Darmmikrobiom und Gesundheit in Bereichen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychischen Störungen.

Mediterrane Diät kann das Darmmikrobiom und das Krankheitsrisiko beeinflussen. Auch das Darmmikrobiom selbst beeinflusst das Krankheitsrisiko. Eine günstige Nahrungszusammensetzung wirkt sich daher doppelt positiv aus. Das Empfehlen einer (teilweise) mediterranen Ernährung kann sich daher zum Vorteil der Gesundheit Ihrer Klienten auswirken.

 

Literatur

https://medicalxpress.com/news/2018-04-mediterranean-diet-boosts-beneficial-bacteria.html

http://www.naturafoundation.nl/?objectID=13451&page

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