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Oxford: Omega-3 essenziell für die Wirkung von B-Vitaminen

Samstag 20 Februar 2016
B-Vitamine können kognitiven Verfall bremsen. Laut Forschern der Universität von Oxford funktioniert dies jedoch nur, wenn gleichzeitig auch der Omega-3-Blutspiegel hoch genug ist. Wichtige Informationen für Ihre Praxis.

 

Bereits in früheren Untersuchungen hatte sich gezeigt, dass B-Vitamine den kognitiven Verfall bei älteren Erwachsenen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen (MCI) verlangsamen können. Forscher unter anderem an der Universität von Oxford erklären jetzt im Journal of Alzheimer’s Disease, dass B-Vitamine nur dann bei MCI wirksam sind, wenn der Omega-3-Blutspiegel bereits im Vorfeld hoch genug ist. 

 

Menschen, die an MCI leiden, zeigen kognitive Defizite, die für ihr jeweiliges Alter oder Bildungsniveau untypisch sind. MCI wird als Übergangsstadium zu Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen gesehen.

Signifikante Verzögerung der Hirnatrophie

Zwei Jahre lang begleiteten die Forscher 250 Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen.  Zu Beginn, während und nach der Studie wurden kognitive Tests durchgeführt. Außerdem wurden die Blutspiegel der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA gemessen. Eine Hälfte erhielt zwei Jahre lang ein Vitamin-B-Supplement, die andere Placebo.

 

Bei Menschen mit niedrigem Omega-3-Blutspiegel schien die Supplementierung mit B-Vitaminen wenig oder keinen Einfluss auf MCI auszuüben. Ein ganz anderes Bild zeigte sich bei den Teilnehmern, die bereits von Anfang an gute Omega-3-Werte besessen hatten: Bei Ihnen erwiesen sich die B-Vitamine tatsächlich als sehr wirksam bei der Verzögerung der Hirnatrophie. Weiterhin zeigte sich, dass DHA möglicherweise für diese Wirkung wichtiger ist als EPA.

Homocystein: Das missing link

Bereits früher waren die Forscher auf einen Zusammenhang zwischen Omega-3-Fettsäuren, Homocystein und Hirnatrophie gestoßen. Das in hohen Dosen giftige Stoffwechselprodukt Homocystein wird bereits seit Längerem mit Demenz bei älteren Menschen in Verbindung gebracht. Homocystein kann die Gefäßwand schädigen und somit zu Plaquebildung und nachlassender Elastizität von Blutgefäßen führen. Dadurch wird die Blutzufuhr zum Gehirn behindert.

 

Schätzungsweise 9 % der Bevölkerung und 20 % der Patienten mit Herzkreislaufproblemen leiden an einer genetischen Störung, die dazu führt, dass Homocystein nur unzureichend abgebaut werden kann. Aber mindestens ebenso wichtig ist, dass auch relative Defizite an Vitamin B6, Vitamin B12 und vor allem Folsäure den Homocysteinspiegel stark erhöhen können.

Auswirkungen auf die Behandlung

Die Forscher sehen neue Behandlungsmöglichkeiten, drängen jedoch zugleich auf weiterführende Untersuchungen. „Der nächste Schritt besteht darin, zu untersuchen, ob eine Supplementierung mit B-Vitaminen und Omega-3 das Fortschreiten vom MCI zu Alzheimer verlangsamen kann. Dies wäre ein wichtiger Schritt bei der Prävention der Alzheimerkrankheit. Wir sind sehr optimistisch, dass eine solche Studie zum Erfolg führen könnte, aber es ist schwierig, ausreichende Geldmittel für dieses Forschungsvorhaben aufzutreiben.“

 

Wir jedoch brauchen nicht erst zu warten, bis diese Ergebnisse vorliegen. Bei kognitivem Verfall empfehlen wir B-Vitamine und Omega-3 – in jedem Fall ergänzt durch Magnesium und Vitamin D, denn vor kurzem wurde entdeckt, dass ein Vitamin-D-Mangel den kognitiven Verfall um das Zwei- bis Dreifache beschleunigen kann.

Literatur

  1. Oulhaj, Abderrahima; | Jernerén, Fredrikb | Refsum, Helgab; c | Smith, A. Davidb | de Jager, Celeste A.d; Omega-3 Fatty Acid Status Enhances the Prevention of Cognitive Decline by B Vitamins in Mild Cognitive Impairment. Journal of Alzheimer's Disease, vol. Preprint, no. Preprint, pp. 1-11, 2016
  2. http://www.naturafoundation.nl/monografie/Vitamine_B6_B12_en_foliumzuur.html

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