Alternate Text

Proteinmangel während der Schwangerschaft schadet der Gehirnentwicklung

Sonntag 22 Juli 2018

Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten schon vor der Empfängnis darauf achten, ausreichend Proteine zu sich zu nehmen. Proteinmangel verringert die Bildung neuronaler Stammzellen, was im späteren Leben des Kindes zu einem schlechteren Kurzzeitgedächtnis führen kann, stellt eine in PNAS veröffentlichte Studie fest.

 

Schon seit langem ist bekannt, dass Lebensstil und Ernährungsweise einer Mutter einen großen Einfluss auf die Gesundheit ihrer Nachkommen ausüben. Zum ersten Mal wurde nun auch nachgewiesen, wie wichtig es für eine werdende Mutter ist, bereits vor der Empfängnis genügend Proteine zu sich zu nehmen. Liegt in diesem Zeitpunkt eine proteinarme Ernährung vor, so kann dies nachhaltige schädliche Folgen auf die Gehirnentwicklung nach sich ziehen, wie Forscher der University of Southampton herausgefunden haben. Die Studie wurde in der internationalen Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht. [1]

 

Timingfehler und geringere Anzahl bei der Bildung von Hirnnervenzellen

Für die Studie wurden Zellkulturen und ein Mausmodell verwendet. Es zeigte sich, dass eine proteinarme Ernährung rund um die Empfängnis zu einer verminderten Bildung von neuronalen Stammzellen führt. Dies sind die Zellen, aus denen sich die Nervenzellen unseres Gehirns bilden. Der Rückgang der Anzahl von Stammzellen führte zu Fehlern bei Timing und Menge der gebildeten Hirnnervenzellen, was letztlich in einem schlechteren Kurzzeitgedächtnis im Erwachsenenalter resultierte.

 

Risiken schlechter Ernährung

Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass die Ernährung der Mutter in der frühen Schwangerschaft entscheidend ist. Ernährt sich die Mutter schlecht, steigt bei ihrem Kind das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schizophrenie im späteren Leben. Auch haben andere Untersuchungen bereits gezeigt, dass ein Zuwenig an Proteinen auf dem Speisezettel der Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit das Gehirn des Babys schädigen kann. Und dies hat nachhaltige Auswirkungen auf die Koordination und die kognitiven Funktionen.

Bisher war jedoch noch nicht klar, wie wichtig es für die Gehirnentwicklung ist, wie viele Proteine eine Mutter bereits kurz vor und nach der Empfängnis aufnimmt. Ein Forscher: „Unsere Studie zeigt, dass bereits eine noch nicht sehr dramatisch erscheinende Verringerung während dieses Zeitraums, nämlich auf die Hälfte der empfohlenen Proteinmenge, bereits signifikante negative Auswirkungen nach sich zieht. [2]

 

Fazit

Nicht nur Risikofaktoren wie Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum sind daher wichtig für die Entwicklung eines gesunden Kindes. Auch reicht es nicht aus, erst mit dem Eintritt der Schwangerschaft mit der Supplementierung mit Mikronährstoffen zu beginnen. Weiterhin spielen Lebensstil und gesunde Ernährung eine wichtige Rolle bei der Entwicklung eines gesunden Babys, sowohl vor als auch während der Schwangerschaft. Und unter anderem für die Gehirnentwicklung des Kindes ist es wichtig, dass eine werdende Mutter nicht nur während der Schwangerschaft, sondern bereits vor der Empfängnis genügend Proteine zu sich nimmt.

Mehr dazu erfahren Sie auch in unserem News-Beitrag: Ernährung vor Empfängnis beeinflusst die Gesundheit des Kindes.

Literatur

[1] Joanna M. Gould et al. Mouse maternal protein restriction during preimplantation alone permanently alters brain neuron proportion and adult short-term memory, Proceedings of the National Academy of Sciences (2018). DOI: 10.1073/pnas.1721876115

[2] https://medicalxpress.com/news/2018-06-reveals-early-maternal-diet-affects.html

 

Bonusan verwendet Cookies um die Webseite zu verbessern und Ihnen eine bessere Dienstleistung anbieten zu können. Möchten Sie wissen, welche Cookies wir gebrauchen? Lesen Sie hier mehr.

Internetbureau W3S