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Stark verarbeitete Nahrungsmittel fördern übermäßiges Essen

Freitag 29 März 2019

Eine klein angelegte Studie zeigt, dass der gewohnheitsmäßige Verzehr stark verarbeiteter Nahrungsmittel unerwünschte Folgen haben kann: Hochverarbeitete Nahrung führt zu Gewichtszunahme, während der Verzehr unverarbeiteter Produkte zu Gewichtsabnahme führt. Diese Erkenntnis kann bei der Prävention und Behandlung von Adipositas helfen.

 

Kann ein Menü mit hochverarbeiteten Nahrungsmitteln die Energiezufuhr beeinflussen? Dieser Frage waren Wissenschaftler unter anderem vom American National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases in einer randomisierten Studie nachgegangen. Die Ergebnisse wurden online in NutriXiv Preprints veröffentlicht. [1]


An der Studie nahmen zwanzig Erwachsene mit stabilem Körpergewicht teil. Sie erhielten randomisiert zwei Wochen lang eine hoch- oder unverarbeitete Diät zugewiesen, unmittelbar gefolgt von der jeweils gegenteiligen Diät, ebenfalls zwei Wochen lang. Die in beiden Diäten enthaltenen Mahlzeiten waren in Bezug auf Kalorien, Energiedichte, Makronährstoffe, Zucker, Salz und Ballaststoffe ähnlich. Die Teilnehmer erhielten die Anweisung, so viel oder so wenig zu essen, wie sie mochten.

 

Zusammenhang zwischen Energieaufnahme und Gewicht

Die Energieaufnahme erwies sich bei der hochverarbeiteten Ernährung als höher, bei erhöhter Aufnahme von Kohlenhydraten und Fett, jedoch nicht von Proteinen. Es zeigte sich, dass die Gewichtsveränderungen stark mit der Energieaufnahme korreliert waren. Während der „hochverarbeiteten“ Wochen nahmen die Teilnehmer durchschnittlich um 0,8 kg zu, während sie während der „unverarbeiteten“ Wochen durchschnittlich 1,1 kg verloren.


Aus der Studie ziehen die Forscher den Schluss, dass die Verringerung des Anteils hochverarbeiteter Nahrungsmittel in der Ernährung eine effektive Strategie zur Prävention und Behandlung von Adipositas darstellen kann.

 

Stark verarbeitet ungesünder

Während in dieser Studie beide Menüs vergleichbar zusammengesetzt waren, zeigen andere Untersuchungen, dass stark verarbeitete Nahrungsmittel insgesamt ungesünder sind: Je stärker die Nahrungsmittel verarbeitet waren, desto geringer war ihr Gehalt an Proteinen, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, während ihr Gehalt an Zucker und gesättigten Fettsäuren deutlich höher lag als bei nicht oder wenig verarbeiteten Nahrungsmitteln. Amerikaner beziehen jedoch im Durchschnitt fast 60 % aller aufgenommenen Kalorien aus hochverarbeiteten Nahrungsmitteln wie Pizza, Süßwaren, Gebäck, Snacks und Fertiggerichten. [2]

 

Unverarbeitete Nahrung aus mehreren Gründen empfehlenswert

Eine typisch mediterrane Diät zeichnet sich durch die überwiegende Verwendung unverarbeiteter Nahrungsmittel wie Gemüse, Obst, Getreide, Olivenöl, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fisch, Huhn und Milchprodukte aus und durch die zurückhaltende Verwendung von rotem und verarbeitetem Fleisch. Diese Studie zeigt, dass mediterrane Diät zur Bewahrung eines gesundheitlich vorteilhaften BMI, verringertem Auftreten von Entzündungen und Verringerung des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen kann. [3]


Die von uns empfohlene Urdiät ist der mediterranen Diät sehr ähnlich, wobei allerdings Pizza und Pasta wegfallen. Ein wichtiger weiterer Unterschied besteht darin, dass wir aus unserer Sicht empfehlen, die Verwendung von Milchprodukten, rotem Fleisch, Getreide und Hülsenfrüchten, insbesondere in einer Therapiesituation, möglichst noch viel geringer zu halten. Urdiät ist unverarbeitet, biologisch und ballaststoffreich, mit einer moderaten Kohlenhydrataufnahme und einer höheren Aufnahme von Proteinen und gesunden Fetten als dies zum Beispiel in den Standardrichtlinien des Gesundheitsrates der Niederlande empfohlen wird. Dadurch ist diese Form der Ernährung sättigender, sodass übermäßige Nahrungsaufnahme verhindert wird, was zu einem stabileren Blutzuckerspiegel führt. Dadurch werden nachteilige Folgen wie Adipositas und Insulinproblematik vermieden.

 

Literatur

[1] Hall, Kevin et al., Ultra-processed diets cause excess calorie intake and weight gain: A one-month inpatient randomized controlled trial of ad libitum food intake, February 11, 2019, online veröffentlicht in NutriXiv Preprints, https://osf.io/preprints/nutrixiv/w3zh2

[2] Euridice Martínez Steele et al., The share of ultra-processed foods and the overall nutritional quality of diets in the US: evidence from a nationally representative cross-sectional stud, Population Health MetricsAdvancing innovation in health measurement, 14 february 2017, 201715:6, https://doi.org/10.1186/s12963-017-0119-3

 [3] Ahmad, S., Moorthy, M.V., Demler, O.V., Hu, F.B., Ridker, P.M., Chasman, D.I., Mora, S. (2018). Assessment of Risk Factors and Biomarkers Associated With Risk of Cardiovascular Disease Among Women Consuming a Mediterranean Diet. JAMA Netw Open. 1(8):e185708. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2018.5708

 

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