VERMEIDUNG VON ENTZÜNDUNGSFÖRDERNDEN LEBENSMITTELN GUT FÜR DAS HERZ

Vermeidung von entzündungsfördernden lebensmitteln gut für das herz

Mittwoch 07 April 2021

Chronische Entzündungen im Körper spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem Herzinfarkt. Frühere wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass entzündliche Prozesse im Körper durch die Ernährung positiv beeinflusst werden können. Eine Frage, die unbeantwortet blieb, war, ob eine Ernährung, die reich an Nahrungsmitteln ist, die entzündliche Prozesse fördern, über einen längeren Zeitraum auch das Risiko erhöht, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln oder einen Herzinfarkt zu erleiden.

In „The Journal of the American College of Cardiology“wurde eine aktuelle Studie veröffentlicht, die genau dieser Frage nachging [1].

Die Studie

Die Wissenschaftler verfolgten insgesamt 210.000 Männer und Frauen über 32 Jahre. Zu Beginn der Studie hatten diese Menschen keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen und keinen Krebs. Die Ernährung dieser Teilnehmer wurde dann von den Forschern anhand von Ernährungsfragebögen analysiert, die alle 4 Jahre verschickt und ausgefüllt wurden. Das proinflammatorische Potential der Ernährung der Teilnehmer wurde untersucht.

Die Wissenschaftler bereinigten die Ergebnisse ihrer Studie um andere bekannte Faktoren, die einen Einfluss darauf haben, ob eine Person eine kardiovaskuläre Erkrankung entwickeln wird oder nicht. Zu diesen Faktoren gehörten u. a. der BMI, eine aktive bzw. weniger aktive Lebensführung, das Vorhandensein kardiovaskulärer Erkrankungen in der Familie des Teilnehmers und die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten.

Die Ergebnisse der Studie

Nach der oben erwähnten Korrektur zeigte sich, dass der Verzehr von Lebensmitteln, die ein größeres Potenzial haben, entzündliche Prozesse im Körper zu fördern, mit einem 46 % höheren Risiko für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem 28 % höheren Risiko für einen Herzinfarkt verbunden war, verglichen mit den Teilnehmern, die sich reich an entzündungshemmenden Lebensmitteln ernährten. Dieses Ergebnis war bei Männern und Frauen gleich.

Daher schlussfolgerten die Wissenschaftler, dass die Reduktion des Verzehrs von Nahrungsmitteln, die Entzündungen im Körper fördern, eine wirksame vorbeugende Maßnahme zur Verhinderung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem Herzinfarkt sein kann.

Entzündungshemmende und entzündungsfördernde Lebensmittel 

Innerhalb der Studie wurde ein sogenannter EDIP-Score („Empirical Dietary Inflammatory Pattern“) angewendet, um das proinflammatorische Potenzial der Ernährung zu bestimmen. Dieser Score basiert auf der Anwesenheit von drei Biomarkern für Entzündungen, nämlich IL-6, TNF-a und CRP in Relation zu verschiedenen Lebensmitteln. Die Werte dieser Biomarker steigen, wenn die Ernährung reich an entzündungsfördernden Lebensmitteln ist, und sinken, wenn die Ernährung reich an entzündungshemmenden Lebensmitteln ist.

Zu den Lebensmitteln, die eine entzündungsfördernde Wirkung haben, gehören laut dieser Studie rotes Fleisch, verarbeitetes Fleisch, Innereien, raffinierte Kohlenhydrate und zuckerhaltige Getränke. Laut dieser Studie waren die wichtigsten entzündungshemmenden Lebensmittel grünes Blattgemüse, dunkelgelbes Gemüse, Vollkornprodukte, Obst, Tee und Kaffee. Wichtig ist, dass hier keine Unterscheidung zwischen den verschiedenen Lebensmitteln gemacht, sondern eine Gesamtpunktzahl verwendet wird. Daraus kann nicht gefolgert werden, dass Vollkornprodukte entzündungshemmend sind; die Ernährung, zu der sie innerhalb dieser Studie gehörten, ist es generell schon.

Wissen in der Praxis

Eine Ernährung, die reich an rotem Fleisch, verarbeitetem Fleisch, frittierten Lebensmitteln, Zucker und raffinierten Kohlenhydraten wie z. B. Keksen und Nudeln ist, fördert bekanntermaßen Entzündungen im Körper. Die Eliminierung oder drastische Reduzierung dieser Lebensmittel kann ein guter erster Schritt zu einer besseren kardiovaskulären Gesundheit sein.

Darüber hinaus gibt es Lebensmittel, die helfen, entzündliche Prozesse im Körper zu reduzieren. Dazu gehören Nahrungsmittel, die reich an Antioxidantien und Ballaststoffen sind, wie grünes Blattgemüse und oranges/gelbes Gemüse wie Kürbis, gelbe Paprika und Karotten. Die Verwendung von entzündungshemmenden Kräutern in der Küche wie Ingwer und Kurkuma kann ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung des Speiseplans sein.

Literatur

[1] Jun Li, Dong Hoon Lee, Jie Hu, Fred K. Tabung, Yanping Li, Shilpa N. Bhupathiraju, Eric B. Rimm, Kathryn M. Rexrode, JoAnn E. Manson, Walter C. Willett, Edward L. Giovannucci, Frank B. Hu. Dietary Inflammatory Potential and Risk of Cardiovascular Disease Among Men and Women in the U.S. Journal of the American College of Cardiology, 2020; 76 (19): 2181 DOI: 10.1016/j.jacc.2020.09.535

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