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Versteckte Zuckerspitzen bei gesunden Menschen

Mittwoch 19 September 2018

Der Blutzuckerspiegel erreicht auch bei gesunden Menschen oft wesentlich höhere Werte, als gelegentliche Messungen zeigen, besonders nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten. Die vorliegende Studie konnte diese versteckten Zuckerspitzen mit einem Gerät nachweisen, das den Blutzuckerspiegel kontinuierlich misst.

Viele Menschen messen ihren Blutzuckerspiegel in gewissen zeitlichen Abständen mit einem Pieks in die Fingerspitze. Untersuchungen der Stanford University School of Medicine zeigen jedoch, dass der Blutzuckerspiegel viel stärker schwankt als gelegentliche Messungen zeigen. Dies gilt auch für gesunde Menschen. Solche hohen Zuckerspitzen scheinen besonders häufig nach dem Verzehr kohlenhydratreicher Nahrungsmittel aufzutreten. Die Studie wurde in PLoS Biology veröffentlicht. [1]

Diese versteckten Spitzen können durchaus ein Problem darstellen, weil hohe Blutzuckerwerte – vor allem, wenn Sie über lange Zeiträume auftreten – zum Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zur Entwicklung einer Insulinresistenz beitragen, die oft ein Vorläufer von Diabetes ist.

 

Viele unvermutete Spitzen

Um den Blutzuckerspiegel zu überwachen, wurden 57 Personen mit einem Gerät ausgerüstet, das den Blutzuckerspiegel über einen Zeitraum von zwei Wochen kontinuierlich überwacht. Die meisten Teilnehmer der Studie waren gesund oder zeigten Merkmale von Prädiabetes. Fünf Teilnehmer hatten Typ-2-Diabetes.

Aufgrund der kontinuierlichen Messung konnten die Forscher feststellen, dass ein dysregulierter Blutzuckerspiegel viel häufiger auftrat, als bisher angenommen. [2] Außerdem zeigte sich, dass es verschiedene Arten von Zuckerspitzen gab, die sie in drei Intensitätskategorien einteilten: niedrig, mittel und hoch.

 

Rolle kohlenhydratreicher Nahrung

Um die Ursachen der Abstufungen der Zuckerspitzen besser zu verstehen, wurde eine Teilstudie erstellt, in der 30 Teilnehmer abwechselnd drei unterschiedliche Arten von Frühstück verzehrten: Cornflakes mit Milch, ein Sandwich mit Erdnussbutter oder einen proteinreichen Frühstücksriegel. Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Obwohl die Teilnehmer in früheren Untersuchungen als gesund eingestuft worden waren, erreichten nach einer dieser Mahlzeiten mehr als die Hälfte von ihnen den gleichen hohen Wert wie Menschen mit Prädiabetes oder Diabetes. Das Frühstück mit Cornflakes führte sogar bei 80 Prozent der Teilnehmer zu einer Zuckerspitze.

Die Forscher merken allerdings an, dass es mit Sicherheit weitere Variablen gibt, die an der Entwicklung von Zuckerspitzen beteiligt sind, wie zum Beispiel (epi-) genetische Bedingungen und die Zusammensetzung der Darmflora.

 

Spitzenwerte frühzeitig erkennen

Das abschließende Resümee der Forscher lautet, dass es sinnvoll ist, den Blutzuckerspiegel besser zu überwachen, als dies mit einem gelegentlichen Stich in den Finger möglich ist. So werden versteckte Zuckerspitzen rechtzeitig erkannt und der Betroffene kann – wenn nötig – seine Ernährung anpassen, um die Höhe der Zuckerspitzen zu reduzieren.

 

Literatur

[1] Hall H, Perelman D, Breschi A, Limcaoco P, Kellogg R, McLaughlin T, et al. (2018) Glucotypes reveal new patterns of glucose dysregulation. PLoS Biol 16(7): e2005143. doi.org/10.1371/journal.pbio.2005143. http://journals.plos.org/plosbiology/article?id=10.1371/journal.pbio.2005143

[2] https://medicalxpress.com/news/2018-07-diabetic-level-glucose-spikes-healthy-people.html

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