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Warum eine ausgewogene Ernährung so wichtig ist

Samstag 04 November 2017

In früheren Zeiten unserer Evolution haben wir uns von einer enormen Vielfalt von Früchten, Wurzeln- und Knollengewächsen, Nüssen, Gemüse und anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln ernährt. So haben wir mehr als 100.000 Generationen lang gelebt, eine Zeitspanne, in der sich unser Genom an diese Form der Ernährung angepasst hat. Erst seit zwei oder drei Generationen ernähren wir uns vorwiegend von hochgradig verarbeiteten Lebensmitteln und die Vielfalt ist weitgehend aus unserer Ernährung verschwunden. Hierin liegt eine wesentliche Erklärung für die Zunahme der Krankheitsbelastung.

Über hundert verschiedene Pflanzenarten

In wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, dass eine abwechslungsreiche, vorwiegend pflanzliche Ernährung günstig für die menschliche Gesundheit ist. Als Jäger und Sammler verzehrten wir Schätzungen zufolge jedes Jahr mehr als hundert verschiedene essbare Arten. Dies sorgte für eine gute und breite Versorgung mit Nährstoffen und verringerte die Aufnahme von Toxinen – zum Beispiel durch übermäßigen Verzehr einer einzigen Pflanzenart. Auch Fleisch wurde gegessen, aber die Jagd ist mühsam und bietet keine sicher Existenzgrundlage: Heutige Jäger und Sammler wie zum Beispiel die Hadza in Tansania kehren in 50 Prozent der Fälle mit leeren Händen von der Jagd zurück. Ein breites Angebot pflanzlicher Lebensmitteln bietet viel mehr Sicherheit.

Bestehendes Angebot wird nicht genutzt

 Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gibt es weltweit 250.000 essbare Pflanzenarten. Durch den Einsatz moderner Anbaumethoden ernährt sich die Weltbevölkerung jedoch nur noch von 150 Arten. Davon werden jedoch wiederum nur 12 Arten täglich bzw. regelmäßig konsumiert. Und davon werden weitere 50 Prozent von drei Megapflanzen in Beschlag genommen: Reis, Weizen und Mais. Wenn sich ein Mensch in der westlichen Welt günstigstenfalls von zwanzig verschiedenen Arten ernährt, ist dies immer noch nur höchstens ein Fünftel der hundert oder mehr Arten, die wir früher aßen.

Und von der geringen Anzahl von Pflanzenarten, die wir heutzutage zu uns nehmen, essen wir auch noch viel zu wenig. Die neueste, uns zur Verfügung stehende Umfrage aus dem Jahr 2011 zeigt, dass nur 5 bis 10 Prozent der Erwachsenen die offiziellen Ernährungsempfehlungen einhalten. Dadurch nehmen große Teile der niederländischen Bevölkerung zu wenig Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe auf. Darüber hinaus hört man jedoch nur sehr selten etwas über unseren Bedarf an Phytonutrienten. Aber genau diese brauchen wir, wenn wir wollen, dass unsere Nahrung wieder mehr Ähnlichkeit mit unserer evolutionären Ernährungsweise aufweist. 

Die Bedeutung von Phytonutrienten

 Phytonutrienten sind vielfältige bioaktive Substanzen aus der Pflanzenwelt, deren wichtigen physiologischen Funktionen heute in zunehmendem Maße erkannt werden. Es handelt sich dabei um Substanzen, die wir, evolutionär gesehen, bereits seit Millionen von Jahren konsumieren und die absolut notwendig für unsere Gesundheit sind. Hier sind zum Beispiel die Carotinoide, Flavonoide und Anthocyane zu nennen, Substanzen, die für den Farbenreichtum der lebendigen Natur verantwortlich sind. 

Oder die große Gruppe der Polyphenole, die in einer Vielzahl von Pflanzen reichlich vorhanden sind und gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen. Aber denken Sie auch an Enzyme, die nur in rohen Lebensmitteln und jungen Triebe von Pflanzen zu finden sind und an Pilze, die wertvolle Substanzen wie Beta-Glucane enthalten.

Eine weitere Kategorie von Nährstoffen, die wir nur in geringem Maße aufnehmen, sind die Adaptogene. Dies ist die Bezeichnung für eine Gruppe von Pflanzen, die dem Körper auf eine natürliche Weise helfen, mit Stress umzugehen, sowohl physisch als auch psychisch. Bekannte adaptogene Pflanzen sind Ginseng, Rhodiola, Ashwagandha und Ginkgo. Sie helfen dem Körper, mit extremen Situationen fertig zu werden, tragen zur Ausdauer bei und sorgen für eine schnellere Erholung. Aus diesem Grund sind Adaptogene besonders bei Sportlern sehr beliebt. Aber in Wirklichkeit profitiert davon jeder, der in der heutigen stresserfüllten Zeit lebt.

Industriell verarbeitete Lebensmittel meiden

Neben größerer Abwechslung im Speisezettel sollte es eines der wichtigsten Ziele sein, industriell verarbeitete Lebensmittel so konsequent wie möglich zu meiden. Neben Zucker, Salz und leeren Kalorien sollten Sie daher auch künstlichen Farbstoffen, Aromen und Duftstoffen, Konservierungsstoffen und toxischen Beschichtungsmaterialien, die hormonstörende Substanzen wie Bisphenol A enthalten, aus dem Weg gehen. Außerdem ist es natürlich wichtig, viel Obst und Gemüse zu essen, viel fetten Fisch, Samen und Nüsse. Und viel weniger Fleisch und Milchprodukte. Wenn Sie weniger Brot essen, schaffen Sie Platz, um eine größere Vielfalt von anderen gesunden Lebensmittel aufnehmen zu können. 

In unserer westlichen Gesellschaft ist eine gesunde Ernährung allein jedoch nicht mehr ausreichend. Dafür sind wir einfach viel zu weit von unseren Wurzeln entfernt und werden wir immer noch viel zu hohem Stress, zu vielen Toxinen, zu großem Bewegungsmangel und zu häufigem Schlafmangel ausgesetzt. Ergänzung bleibt eine Notwendigkeit. Ein Multivitaminpräparat kann alleine nicht alle wichtigen Substanzen in ausreichendem Maße liefern, aber umgekehrt kann in unserer industrialisierten Gesellschaft ohne ein gutes Multi keine gesunde Ernährungsbasis mehr gewährleistet werden. Dabei sollte ein Multi bevorzugt werden, das auch eine ausreichend hohe Aufnahme von Phytonutrienten unterstützt. 

Literatur

  1. Procheş Şerban, John R. U. Wilson, Jana C. Vamosi and David M. Richardson, Plant Diversity in the Human Diet: Weak Phylogenetic Signal Indicates Breadth, BioScience, Volume 58, Issue 2, pp. 151-9.
  2. Stahl A.B., Hominid Dietary Selection Before Fire, Current Anthropology Vol. 25, No. 2, April 1984.
  3. www.idrc.ca/EN/Resources/Publications/Pages/ArticleDetails.aspx?PublicationID=565
Internetbureau W3S

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