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Weniger essen gut für biologische Uhr

Montag 25 November 2019

Wenn sich Ihre Klienten lange jung fühlen wollen, geht es darum, das physiologische Altern herauszuzögern. Einer neuen, in der Fachzeitschrift Cell veröffentlichten Studie zufolge bildet kalorische Restriktion dabei den Schlüssel. „Diese übt eine stark verjüngende Wirkung auf unsere biologische Uhr aus“, erklären die Forscher.

 

Es war bereits bekannt, dass Kalorienrestriktion bei Mäusen lebensverlängernd wirkt [1]. Die in Cell veröffentlichte Studie erklärt nun den Zusammenhang zwischen Kalorienrestriktion und dem Rhythmus unserer biologischen Uhr [2]. Hier wird zum ersten Mal gezeigt, dass die biologische Uhr eine wichtige Rolle bei der Anti-Aging-Wirkung der Kalorienrestriktion spielt.

 

Circadiane Rhythmen

Die circadianen Rhythmen des Körpers – wie etwa der Schlaf-Wach-Zyklus – ändern sich unter dem Einfluss des physiologischen Alterns. Wie gut die Rhythmen funktionieren, hängt von der Effizienz des Energiestoffwechsels in den Zellen ab. Umgekehrt beeinflusst die biologische Uhr, wie effizient der Energiestoffwechsel abläuft.

 

Die Forscher entnahmen Leberbioptate von Mäusen nach 6 und 18 Monaten. Die Leber ist eine wichtige Schnittstelle zwischen Nahrung und Energieverteilung im Körper. Die Forscher fanden heraus, dass der 24-Stunden-Zyklus bei älteren Mäusen unverändert blieb, jedoch der circadiane Mechanismus, der Gene aktiviert und deaktiviert, vom Energieverbrauch in den Zellen abhängig war. Ältere Zellen verarbeiteten Energie ineffizienter als jüngere Zellen.

 

Dieses Ergebnis wurde mit einer zweiten Gruppe von Mäusen verglichen, die 6 Monate lang mit 30 Prozent weniger Kalorien ernährt worden waren. Das Ergebnis kann als durchaus spektakulär bezeichnet werden.

 

Stark verjüngende Wirkung

„Es zeigte sich, dass Kalorienbeschränkung eine starke verjüngende Wirkung auf die biologische Uhr hatte. Wenn die biologische Uhr gut funktioniert, bedeutet dies in diesem Kontext, dass man gesünder alt wird“, erklären die Forscher. Dieses Ergebnis wurde von einer Forschungsgruppe in Barcelona an Stammzellen von Mäusen bereits unabhängig bestätigt [2].

 

„Es ist wichtig, den Rhythmus der Stammzellen ‚jung‘ zu halten, da sie letztlich diejenigen Zellen sind, die dafür sorgen, dass klar strukturierte Tag-Nacht-Rhythmen aufgefrischt und aufrechterhalten werden. Weniger Nahrung scheint dem Altern von Geweben entgegenzuwirken und verhindert daher, dass Stammzellen ihre circadianen Rhythmen umprogrammieren.“

 

Die Studie öffnet neue Wege für die positive Beeinflussung des Alterungsprozesses durch Ernährung, Bewegung und Supplementierung.

 

Literatur

  1. Satomi Miwa, et al., Low abundance of the matrix arm of complex I in mitochondria predicts longevity in mice, Nature Communications 5, Article number: 3837.
  2. Shogo Sato5, Guiomar Solanas5, Francisca Oliveira Peixoto5, Leonardo Bee, Aikaterini Symeonidi, Mark S. Schmidt, Charles Brenner, Selma Masri, Salvador Aznar Benitah, Paolo Sassone-Corsi, Circadian Reprogramming in the Liver Identifies Metabolic Pathways of Aging, Cell, Volume 170, Issue 4, pp. 664-77.e11, 10 augutus 2017

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