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Weniger Essen ist gut für die biologische Uhr

Mittwoch 14 Oktober 2020

Wenn sich Ihr Klient lange Zeit jung fühlen möchte, ist es wichtig, das physiologische Altern zu verlangsamen. Nach Recherchen in der wissenschaftlichen Zeitschrift Cell ist hierbei die Kalorienrestriktion der Schlüssel. "Dies hat eine starke verjüngende Wirkung auf unsere biologische Uhr", so die Forscher.

Es war bereits bekannt, dass die Kalorienrestriktion bei Mäusen eine lebensverlängernde Wirkung hat [1]. Die Forschung in Cell stellt nun eine Verbindung zwischen der Kalorienreduktion und dem Rhythmus unserer biologischen Uhr her [2]. Zum ersten Mal wird hier nachgewiesen, dass die biologische Uhr eine wichtige Rolle beim Anti-Aging-Effekt der Kalorienreduktion spielt.

Zirkadiane Rhythmen

Die zirkadianen Rhythmen im Körper - wie zum Beispiel der Schlaf-Wach-Zyklus - verändern sich unter dem Einfluss des physiologischen Alterns. Wie gut die Rhythmen funktionieren, hängt von der Effizienz ab, mit der der Energiestoffwechsel in den Zellen abläuft. Umgekehrt beeinflusst die biologische Uhr auch die Effizienz des Energiestoffwechsels.

Die Mäuse wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei die Kontrollgruppe ad libitum (unbegrenzt) Nahrung erhielt oder die Nahrungsaufnahme im Vergleich zur ad libitum-Gruppe um 30 % reduziert wurde. Die Forscher nahmen nach 6 und nach 18 Monaten Leberbiopsien der Mäuse vor. Die Leber ist eine wichtige Schnittstelle zwischen Ernährung und Energieverteilung im Körper. Die Forscher fanden heraus, dass der 24-Stunden-Zyklus bei älteren Mäusen unverändert blieb, dass aber der zirkadiane Mechanismus, der die Gene an- und ausschaltete, vom Energieverbrauch in den Zellen abhing. Die älteren Zellen verarbeiteten Energie ineffizienter als die jüngeren Zellen.

Dieses Ergebnis wurde mit einer zweiten Gruppe von Mäusen verglichen, die 6 Monate lang 30 Prozent weniger Kalorien gefüttert bekamen. Das Ergebnis, das gefunden wurde, kann als spektakulär bezeichnet werden.

Starke verjüngende Wirkung

"Es stellte sich heraus, dass die Kalorienreduktion eine starke verjüngende Wirkung auf die biologische Uhr hatte. Wenn Ihre biologische Uhr richtig funktioniert, bedeutet das in diesem Zusammenhang, dass Sie auf gesündere Weise alt werden", sagen die Forscher. Das Ergebnis wurde von einer Forschungsgruppe in Barcelona bei Stammzellen von Mäusen[2] unabhängig bestätigt.

"Es ist wichtig, den Rhythmus der Stammzellen 'jung' zu halten, denn letztlich sind es diese Zellen, die dafür sorgen, dass eindeutige Tag-Nacht-Rhythmen erneuert und aufrechterhalten werden. Weniger zu essen scheint dem Altern von Geweben entgegenzuwirken und verhindert daher, dass Stammzellen ihre zirkadianen Rhythmen umprogrammieren".

Anschließende Forschungen

Bei vielen wissenschaftlichen Forschungen stellen sich umso mehr Fragen, je mehr Antworten gefunden werden. Auch diese Forschung führt wiederum zu neuen Forschungsfragen. Zum Beispiel bestanden die Ad-Libitum-Diät und die Restriktionsdiät nicht aus denselben Nährstoffen: Die Ad-Libitum-Diät bestand zu 55 % aus Kohlenhydraten im Vergleich zu 32 % Kohlenhydraten in der Restriktionsdiät.

Wissen in der Praxis

Die Begrenzung der Nahrungsaufnahme hat einen großen Einfluss auf den biologischen Rhythmus von Zellen und Geweben. Die Neuprogrammierung des biologischen Rhythmus kann das Altern verlangsamen, was dazu beiträgt, länger gesund zu bleiben. Eine Kalorieneinschränkung kann daher eine interessante Intervention in Ihrer Therapie sein. Reduzieren Sie die Kalorienzufuhr schrittweise über mehrere Wochen. Begrenzen Sie darüber hinaus die Anzahl der Essenszeiten während des Tages und sorgen Sie für eine verlängerte Fastenzeit. Darüber hinaus können Sie den Biorhythmus unterstützen, indem Sie unter anderem abends auf künstliches Licht verzichten und ein regelmäßiges Schlaf-/Wachmuster entwickeln.

Lesen Sie auch:

https://www.naturafoundation.de/Wissenszentrum/Artikel/20723/Das-Mikrobiom-und-die-biologische-Uhr

 

Literatur

  1. Satomi Miwa, et al., Low abundance of the matrix arm of complex I in mitochondria predicts longgevity in mice (Eine geringe Häufigkeit des Matrixarms von Komplex I in den Mitochondrien sagt die Langlebigkeit bei Mäusen voraus), Nature Communications 5, Artikelnummer: 3837.
  2. Shogo Sato5, Guiomar Solanas5, Francisca Oliveira Peixoto5, Leonardo Bee, Aikaterini Symeonidi, Mark S. Schmidt, Charles Brenner, Selma Masri, Salvador Aznar Benitah, Paolo Sassone-Corsi, Circadian Reprogramming in the Liver Identifies Metabolic Pathways of Aging, Cell, Volume 170, Issue 4, pp. 664-77.e11, 10. August 2017
  3. Mitchell, S. J., Bernier, M., Mattison, J. A., Aon, M. A., Kaiser, T. A., Anson, R. M., ... & de Cabo, R. (2019). Daily fasting improves health and survival in male mice independent of diet composition and calories. (Tägliches Fasten verbessert die Gesundheit und das Überleben bei männlichen Mäusen unabhängig von der Nahrungszusammensetzung und den Kalorien.) Zellstoffwechsel, 29(1), 221-228.
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