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Wie lässt sich ein Zuviel an Stress vermeiden?

Dienstag 19 März 2019

„Stress ist völlig normal und Teil des Lebens“, sagt der deutsche Wissenschaftler Tobias Esch. Aber wie viel Stress ist gesund und wie lässt sich ein Zuviel an Stress vermeiden? In diesem Artikel wollen wir einen kurzen Überblick darüber geben, wie Ihnen Lifestyle-Interventionen helfen können, Ihr Stressniveau in Schach zu halten.

 

Unser Leben unterscheidet sich heute grundlegend von dem unserer Vorfahren: Essen, Trinken, Schlafen, Bewegung – alles hat sich verändert. Unser Leben gleicht einem Dschungel – aus Umweltverschmutzung, ungesunder Nahrung, Computern und zu wenig Schlaf. Die großen Seuchen der heutigen Zeit sind chronischer Stress und (die damit zusammenhängenden) Zivilisationskrankheiten.

 

Zwei Formen von Stressmanagement

Esch beschreibt verschiedene Methoden, die uns helfen sollen, mit Stress von Kindesbeinen an gut umzugehen, sodass er uns nicht schadet. Stress ist die Fähigkeit des Körpers, sich an innere oder äußere Belastungen anzupassen. Der Körper verfügt von Natur aus über endogene und automatische Mechanismen, die es ihm ermöglichen, selbständig mit Stress umzugehen, doch können wir auch kognitiv dazu beitragen, indem wir lernen, besser auf unsere täglichen Gewohnheiten zu achten. Gutes Stressmanagement umfasst daher auch Interventionen bei Verhalten, Bewegung, Entspannung und Ernährung sowie beim sozialen Engagement und der Spiritualität.

 

Gemeinsame Neuroprinzipen

Da beide Methoden der Stressreduzierung letztlich darauf abzielen, Stress erfolgreich zu bewältigen, gehen Esch und seine Kollegen von der Grundannahme aus, dass beiden auch die gleichen physiologischen und neurobiologischen Prinzipien zugrunde liegen. So zeigt sich, dass beide Methoden auf das limbische (Lust- und Belohnungs-) System im Gehirn reagieren, wobei Neurotransmitter wie Dopamin, Endorphin und Morphin eine Rolle spielen.

 

Das BERN-Konzept

Daraus folgt für Esch, dass es beim Stressmanagement entscheidend ist, Lifestyle-Interventionen einzusetzen.
Hierzu entwickelte er das BERN-Konzept, das für Behavior, Exercise, Relaxation und Nutrition steht. Im Folgenden soll erläutert werden, was damit gemeint ist:

Behavior (Verhalten): Dies beinhaltet alle sozialen und kreativen Aktivitäten, die einer Person Freude bereiten und so die soziale Interaktion, Freundschaft, Liebe usw. stimulieren. Hierbei kann auch kognitive Verhaltenstherapie und motivierende, positive Psychologie zum Einsatz kommen.

Exercise (körperliche Aktivität): Hierzu zählen sowohl aerobes Training (zum Beispiel Laufen, Schwimmen und Radfahren) als auch anaerobes Training (Krafttraining).

Relaxation (Entspannung): Hier können beispielsweise Massagen, Meditation und Yoga Entspannung bringen. Außerdem ist ein guter Biorhythmus mit ausreichendem Schlaf (7 bis 8 Stunden pro Nacht) wichtig.

Nutrition (Ernährung): Eine gesunde Ernährung ist entzündungshemmend. Vorbildhaft sind daher Urdiät oder mediterrane Diät. Getreide, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Soja und Pflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse wie Kartoffeln und Tomaten enthalten entzündungsfördernde Substanzen, die besser gemieden werden sollten.

 

Lifestyle-Medizin

Unter Lifestyle-Medizin verstehen wir die bewusste und aktive Ausübung von Beratungs- und Behandlungskompetenz im Bereich des Lebensstils im weitesten Sinne des Wortes mit dem Ziel, gesunde Menschen gesund zu halten und kranke Menschen auf den Weg der Besserung zu bringen. Dies beinhaltet für uns auch Verwendung von Anti-Stress- und Lifestyle-Interventionen, bei denen Ernährung, Bewegung, Nahrungsergänzung, Schlafhygiene, Biorhythmus, Rauch- und Trinkverhalten, Motivation und soziale Unterstützung im Vordergrund stehen.

 

Quelle

[1] Esch, T., Stefano, G.B. (2010). The neurobiology of stress management. Neuroendocrinol Letters. 31(1):19–39. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20150886 

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